Tilly vs Spock Spezial – Folge 01 – Newsflash und Picard

Wir haben es versprochen und da ist es, unser erstes Special zum noch einigermaßen frischen Start ins neue Jahr. Anlässlich der ersten Folge von Star Trek: Picard, die seit Freitag zu sehen ist, haben wir uns mal ganz ungezwungen mit dem TNG-Spin Off beschäftigt.

Außerdem dabei ein kleiner Newsflash, was so alles in der kommenden Zeit bei Star Trek erwartet werden kann – auf der Leinwand und im TV.

Viel Spaß dabei – und natürlich an dieser Stelle eine fette Spoiler-Warnung an alle, die Picard noch nicht gesehen haben – wir haben kaum ein Blatt vor den Mund genommen 😉

3 Gedanken zu „Tilly vs Spock Spezial – Folge 01 – Newsflash und Picard“

  1. Hallo Anja und Chris!

    Ich darf euch schon wieder gratulieren, und zwar zu eurer 1. Spezialfolge! 😄

    Zu den News:
    Die Nickelodeon-Serie ist ganz klar eine Reaktion auf die STAR WARS-Serien “The Clone Wars” und “Rebels”. CBS hat gemerkt, wie viel Asche man mit solchen Animationsserien verdienen kann und möchte jetzt ein Stück vom Kuchen abhaben. Ich brauche auch keine Kinderserie im STAR TREK-Universum. Mir gefielen als Kind TOS und TAS (Letzteres einfach deshalb, weil die Enterprise mit Kirk & Co. dabei waren).

    Michelle Yeoh kenne ich nur aus “James Bond: Der Morgen stirbt nie” und “Tiger and Dragon”. In beiden Rollen fand ich sie sehr gut. Ich hatte mich auf ihren Charakter in DISCOVERY gefreut und Captain Philippa Georgiou (die “echte” aus dem Prime Universe) gefiel mir tatsächlich. Ihr Mirror Universe-Pendant empfinde ich aber als Zumutung, ich komme einfach überhaupt nicht mit ihr klar und möchte diese Ex-Imperatorin-Tante auch nicht mehr sehen! Demensprechend gering ist mein Interesse an der “Sektion 31”-Serie. Über DISCOVERY werdet ihr ja noch ausführlich sprechen, aber diesen “Geheimdienst” der Sternenflotte hat man in der 2. Staffel schon in die Tonne getreten und alles, was jetzt noch kommen mag, kann es eigentlich nur verschlimmern. Sektion 31 wurde in DS9 eingeführt und dort sah man nur Luther Sloan, zwei namenlose Untergebene seiner Abteilung und einen weiteren “Mitarbeiter”. Die Zuschauer wussten genauso viel über diesen Geheimdienst wie die Führungsoffiziere von DS9, nämlich fast nichts. Seit DISCOVERY wissen wir aber, dass Sektion 31 im 22. Jahrhundert eine Flotte hochmoderner Raumschiffe besaß und ihre KI mal eben versuchte, alles Leben im Universum auszulöschen. Außerdem trugen ihre Mitglieder ein eigenes Abzeichen, weil Geheimdienstmitarbeiter in der Öffentlichkeit als solche erkannt werden wollen… *seufz*

    Zum Thema “Befreiung von der Kanon-Schwere” möchte ich anmerken, dass so etwas sehr leicht mit dem Ansatz von LOWER DECKS erreicht werden kann: Ein unbedeutendes Sternenflottenschiff ist mit seiner langweiligen Crew am Arsch der Galaxis unterwegs und erledigt Routineaufgaben. Die großen Geschichten und die bisher wichtigen Charaktere tauchen nicht auf und werden höchstens mal am Rande erwähnt. Fertig ist die Befreiung von der Kanon-Schwere! Sie müssen doch einfach nur andere Storys erzählen als bisher. Auf der Erde passieren dauernd große und wichtige Dinge, aber ich lebe als Person trotzdem in meinem persönlichen “Mikrokosmos” und werde davon entweder gar nicht oder nur indirekt beeinflusst. DS9 begann schließlich auch auf einer verlassenen cardassianischen Raumstation im Orbit von Bajor und das war zum Zeitpunkt von “Der Abgesandte” nicht der “place to be”. Oder man schreibt eine Serie, die bei einem außerirdischen Volk spielt, das im Laufe der Handlung mit der Föderation und anderen Fraktionen in Kontakt kommt. Auf diese Weise könnten die AutorInnen eine andere Perspektive einnehmen als die übliche, die sehr auf die Erde und die Menschen fokussiert ist. Das STAR TREK-Universum ist doch riesig (“Der Weltraum – unendliche Weiten.”) und bietet zahllose Möglichkeiten! Eine Zeitreise ist meiner Ansicht nach unnötig.

    Zur Pilotfolge von PICARD:
    Wie bei “The Vulcan Hello / Leuchtfeuer” finde ich auch den Einstieg in “Remembrance / Gedenken” sehr gelungen. Picard, Data und die Enterprise-D geben mir ein Gefühl des “Nachhausekommens”. Auch das Pokerspiel und die Auflösung der Szene als Traum gefallen mir. Die vielen Dialoge und ruhigen Momente, die Ausleuchtung sowie die Kameraführung finde ich toll. Bei DISCOVERY gingen mir diese ständingen dunklen Szenen und die Wackelkamera richtig auf den Sack. Das CGI ist größenteils gelungen, aber bei zwei Gelengenheiten viel es mir negativ auf. In der 1. Szene war einer der über den Weinberg schwebenden “Sprühroboter” zu sehen, der wenig überzeugend wirkte. Die 2. Szene war die Explosion, in der Dahj stirbt. Die Designs gefallen mir und an den Schauspielern habe ich nichts zu beanstanden. Schön finde ich auch, dass Picard endlich wieder mal Französisch spricht, was er in TNG nur sehr selten tat. Insgesamt hatte die Pilotfolge eine schöne Atmosphäre.

    Ich sehe bei PICARD ein Problem, das ich schon mit DISCOVERY hatte, nämlich die Dramatisierung bzw. Szenen, die dramatisch wirken sollen, es aber nicht tun. Bei DISCOVERY fallen mir spontan Rejacs Tod und seine Bestattung ein, durch die die Story in Gang gesetzt wird. Wichtiger ist Georgious Tod am Ende der Episode, weil er Burnham schockiert und sie im Transporterraum der Shenzou weinend zusammenbricht. Bei diesen Szenen dachte ich: “Ok, jetzt sind also diese Leute gestorben, die ich höchstens ein paar Minuten lang gesehen habe und über die ich so gut wie nichts wusste. Irgendwie ist das alles ganz furchtbar schlimm und ich soll mitleiden.” Das funktionierte aber nicht, weil es meiner Meinung nach keine Substanz hat. Eine emotionale/dramatische Handlung wirkt auf mich nur, wenn ich die Charaktere kenne und für sie eine gewisse Empathie empfinde.

    Dieselben Gedanken wie bei DISCOVERY hatte ich beim Tod von Dahjs Freund. Sie ist geschockt und weint bei Picard um ihn, aber wir erfahren nicht einmal seinen Namen, geschweigedenn irgendwelche Details über ihn oder seine Beziehung zu Dahj! Wenn ich Dahj und ihn ein paar Folgen lang zusammen gesehen hätte, wäre sein Tod viel mehr eingeschlagen als mit der toll choreografierten, aber nur auf den Schockeffekt abzielenden Szene. Trotz der fehlenden Hintergrundinfos wird so getan, als ob Dahj durch die Ermordung ihres Freundes verstört und verängstigt ist. Ich kann das nicht nachempfinden! Bei Dahjs eigenem Tod (oder auch “Nicht-Tod”) ist es genauso. Also gut, es sieht so aus, als ob Dahj gestorben ist, aber warum ist das schlimm? Im Trailer wurde angedeutet, dass sie möglicherweise eine Gefahr darstellt (“She’s the end of everything!”). Ich wusste fast nichts über sie, so wie ich nichts über ihren Freund wusste. Vielleicht war Dahj eine von den Romulanern programmierte Waffe, die außer Kontrolle geriet und zerstört werden sollte! Ich kann sie und ihre Rolle in der Serie nicht einschätzen. Die Gefühle, die sie bisher gezeigt hat, können eine Täuschung gewesen sein, die sie für eine wie auch immer geartete Mission einsetzte.

    Im Gegensatz zu euch bin ich der Meinung, dass die 1. Folge schnell und eigentlich auch ZU schnell erzählt wurde. Im Podcast “Planet Trek FM” sagt Christian Humberg einen Satz, dem ich voll und ganz zustimme: “Lasst uns doch mal darüber reden, dass Data zwei Töchter hat!” Die Einführung von Dahj, ihr Tod und ihre Zwillingsschwester sind für eine Episode zu viel! Warum muss das alles schon wieder so schnell gehen? Auch das erinnert mich an DISCOVERY. Dort fiel manches einfach vom Himmel und die Zuschauer sollten es als gegeben hinnehmen. Liebe Autorinnen und Autoren, nehmt euch gefälligst die Zeit, eure Geschichten verständlich aufzubauen! Data war ein Android, starb für die Rettung der Erde und jetzt tauchen seine beiden Töchter auf, allein darüber könnte man doch eine eigene Serie drehen! Vielleicht stört mich auch die STAR TREK-typische Story von einem Charakter, der stirbt und durch einen anderen, (zumindest äußerlich) identischen Charakter ersetzt wird. Das gab es bei DS9 und VOYAGER, DISCOVERY hat das mit den beiden Georgious auch gemacht.

    Ich finde die Pilotfolge von PICARD dennoch gut und bin sehr gespannt auf die folgenden Episoden. Die Serie hat einen anderen Stil als DISCOVERY und es werden soziale/politische Themen angesprochen, die uns heutzutage bewegen. Jedenfalls werde ich weiterschauen, eine neue STAR TREK-Serie ist eben doch super! 😉

    LL&P

    2Voq

    1. Hi 2Voq,

      abermals vielen Dank!

      Schön, dass wir im Prinzip gut übereinstimmen, was DISCO, Georgiou und die Nick-Serie betrifft. Bei dem Thema Kanon-Schwere hast du eine gute Idee, bzw. Ansatz. In einr Animation sicherlich eine der besten Ideen, weil eine um Themen, die die ganze Welt, sorry, Galaxie betreffen, ist einfach zu “groß” oder “wichtig”, bzw. bleibt den Realserien vorbehalten. Finde ich aber auch gut so, liegt da zumindest mein Hauptaugenmerk als Fan. Lower Decks werde ich, wie schon gesagt, als Spaß zwischendurch wegnaschen, leckere Bonbons für nebenher, die bestimmt gut munden werden – wenn nicht, dann nicht. Aber gerade ohne extrem auf Kanon zu achten, kann die Serie sich was erlauben, was die anderen nicht können.

      Zu PICARD:
      Du hast absolut nicht unrecht und Christian Humberg auch nicht. Ich selbst hatte aufgehorcht beim Angucken, oho, der Data war mehr als einmal fruchtbar, ist ja mal n Ding. Genau wie beim DISCO-Pilot war ich aber noch ganz euphorisch, trotz einiger Widrigkeiten. Der Tod Georgious, Mary Sue-Gehabe von Burnham, gleich von vornherein, und Klingonen!!!
      Zum Glück gab es zunächst für meinen Geschmack keine so großen Brocken zu schlucken. Ja, das mit Data, all dieser ganze Aufbau um Dahj, Schnelleinführung ihrer Zwillingsschwester, Nevek, Jurati und die anderen Romulaner in Picards Haus – mag sein, dass ich zu tief durch meine Fan-TNG-Brille gucke, denn ich will PICARD lieben, mehr noch als bei DICSO es je möglich war. Die kriegen von mir extrem viel Vorschussvertrauen, dass das Wort “Datas Tochter” noch in Anführungszeichen gesetzt wird, Dahj nicht wirklich von Data stammt, sondern von anderen, die nur diese Idee aufgegriffen haben (Lal) und (wieso auch immer) ein Bild von Data als Vorlage nahmen um Picard fern in der Zukunft zu verwirren (ja, ist bisschen weit her geholt).
      Ich bin noch sehr gut angefixt, gehyped um nicht laut zu sagen, dass es noch ganz gut eingebunden wird. Dass nicht der DICSO-Fehler gemacht wird und es wird erst der Überbick verloren, dann dummes Zeug gemacht um dann stümperhaft die losen Enden zusammenzuknüpfen – ich freue mich jetzt schon auf unser DISCO-Review (ich muss aufpassen, dass ich nicht gleich Claudia Kerns Stimme in meinem Ohr höre, die manchmal auch sehr gut zwischen harscher Kritik und Fan-Euphorie wechseln kann) 😉

      In diesem Sinne bis bald (sonst fange ich doch noch mit einer Tiefenanalyse an),

      LG
      Chris

      1. Hi Chris,

        ich möchte PICARD auch mögen (“lieben” ist mMn ein zu starkes Wort für eine Serie). Wir können uns ja gemeinsam J.B.O. anhören und singen:
        “Hurra, hurra, ich flieg‘ mit Picard
        Was für ein Glück, ich flieg‘ mit Jean-Luc…” 😁

        Macht’s gut,

        2Voq

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