Folge 207 – TNG – Neue Intelligenz

Ein Gedanke zu „Folge 207 – TNG – Neue Intelligenz“

  1. Hi Anja, Hi Chris! 😉

    Mich stört der folgende Umstand:
    Die Föderation/Sternenflotte erschafft immer wieder Technologie, die ein Bewusstsein entwickelt und dadurch zu einem Lebewesen wird. Jede Crew an jedem Ort in jeder Zeit muss aber selbst entscheiden, wie sie damit umgeht!

    In TOS haben wir es im 23. Jahrhundert mit dem Computer M5 („The Ultimate Computer“) zu tun, der außer Kontrolle gerät und Unheil anrichtet. Ob Computer M5 ein Bewusstsein besitzt, sei dahingestellt, aber er macht sich auf jeden Fall selbstständig. Außerdem gibt es die Androidinnen und Androiden in „What Are Little Girls Made Of?“ und „I, Mudd“ sowie diverse intelligente Computer, die sich als „Götter“ aufspielen.

    TNG zeigt uns im 24. Jahrhundert mit den Naniten in „Evolution“, dass auch Naniten ein Bewusstsein entwickeln und zu Lebewesen werden können. Data muss in „The Measure of a Man“ vor Gericht um seine Rechte kämpfen und bekommt sie letztendlich von der Richterin zugesprochen. Das Hologramm James Moriarty aus „Elementary, My Dear Data“ und „Ship in a Bottle“ ist auch eine KI, die sich selbst bewusst wird und ein eigenständiges Leben führen möchte. In „Emergence“ entsteht aus der Enterprise heraus WIEDER ein neues Lebewesen und die Crew ist WIEDER überrascht, obwohl sie diese Erfahrung schon mehrmals gemacht haben!

    Auf DS9 lebt und arbeitet das Hologramm Vic Fontaine, der ein Bewusstsein besitzt und von allen Bewohnerinnen und Bewohnern sofort als vollwertige Person anerkannt wird. Da braucht es keine Diskussion um seine Rechte, obwohl auf der Station Angehörige vieler Völker und Spezies leben, die mit der Föderation nichts am Hut haben.

    An Bord der Voyager gibt es einen künstliches Wesen, das sich langsam entwickelt, ein Bewusstsein und eine Persönlichkeit „erarbeitet“ und Teil der Crew wird. Über dieses Wesen muss dann seltsamerweise lang und breit diskutiert werden: Ist es eine Person? Welche Rechte besitzt es? Dürfen wir seine Erinnerungen manipulieren? etc. Es wird so getan, als ob es Charaktere wie Data, Moriarty und Fontaine nie gegeben hätte.

    In der 1. PICARD-Staffel, die im Jahr 2399 spielt, setzt die Föderation synthetische Lebensformen als Sklavenarbeiter auf Schiffswerften ein, ohne das darüber gesprochen wird. Damit tut sie genau das, wovor Picard in „The Measure of a Man“ gewarnt hat: Sie erschaffen und missbrauchen eine Sklavenrasse. Das widerspricht eklatant den früher so hochgehaltenen Föderationswerten!

    Die 4. DISCO-Staffel kenne ich noch nicht. So wie ich es in Podcasts gehört habe, wird auch noch im 32. Jahrhundert, also mehr als 900 Jahre nach Kirk & Co., über den Status der KI Zora, welche ein Bewusstsein und eine Persönlichkeit entwickelt hatte, diskutiert.

    Die Föderation/Sternenflotte definiert sich durch ihre moralischen Werte und trägt sie meiner Meinung nach manchmal ZU offensiv vor sich her. Wenn sie aber so moralisch sind, wieso gibt es sogar nach Jahrhunderten bis ins 32. Jahrhundert keine Regeln und Gesetze über den Status künstlicher Lebensformen? Es geht hier um Gleichstellung und Gleichberechtigung von biologischen und synthetischen Lebewesen. Gleichstellung und Gleichberechtigung funktionieren aber nur mit einem verbindlichen Wertekanon, der in Gesetzesform gegossen wird! In der Föderation jedoch muss man dasselbe Thema immer und immer wieder durchkauen. Das finde ich in der Gesamtschau unbefriedigend. Liegt die Ursache dafür etwa in der fehlenden Kreativität der Autorenteams? Im Sinne einer weiterentwickelten Sci-Fi-Gesellschaft halte ich es für notwendig, KIs als Personen mit allen Rechten und Pflichten zu akzeptieren und zwar nicht nur auf einem Raumschiff wie der Enterprise oder einem Ort wie DS9, sondern allgemein.

    LL&P 🖖 👋
    2Voq

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