Folge 200 – TNG – Radioaktiv

Wir versuchen uns selbst treu und wahrhaftig zu bleiben und besprechen, trotz unseres kleinen Jubiläums eine ganz einfache, leicht verstrahlte Episode. Regisseur Kolbe wollte eine deutlich bessere „kleine Mädchen-Folge“ machen, mal sehen ob ihm das gelungen ist. Wenn ihr mich fragt, also Chris, kommt so eine Episode erst noch. Dauert etwas. 

Bis dahin sehen wir zu, wie ein als leicht unnötige Mission begonnenes Abenteuer zu einem verstrahlten Dorf und einem kopflosen Data führt und wir stellen uns vor, wie anstrengend die Führungsoffizier-Prüfung ist. Vorstellen, richtig, sehen tun wir davon nicht allzu viel.

Viel Spaß!

3 Gedanken zu „Folge 200 – TNG – Radioaktiv“

  1. Hallo Anja, Hallo Chris! 😁

    Ich wünsche euch alles Gute zur 200. Podcast-Folge und viel Spaß bei den nächsten 200 Podcasts!
    🥳👏👍
    Schenken kann ich euch leider nichts, aber ihr dürft euch passend zur Episode das Lied „Radioaktivität“ (2009 Remaster) der legendären Düsseldorfer Band „Kraftwerk“ anhören:
    https://www.youtube.com/watch?v=3wBs4pTzcYA

    Die Tatsache, dass Data gut mit Kindern umgehen kann, soll uns bis zum 9. Kinofilm beschäftigen. Dort wird es meiner Meinung nach überstrapaziert, weil es wieder einmal der Androide Data ist, der sich mit einem Kind anfreundet und nicht, wie das geneigte Trekkie in einem Anflug von Naivität vermuten könnte, die THERAPEUTIN und PSYCHOLOGIN Counselor Deanna Troi… aber darüber sprechen wir zu gegebener Zeit! 😉

    Ich verweise erneut auf Lorerunners Reviews, diesmal zu „Thine Own Self“:
    https://www.youtube.com/watch?v=niugiFN_JpI

    Ihm gefällt der Troi-Plot besser als euch, ihr mögt den Data-Plot lieber… und mir gefällt keiner von beiden! 😭😭😭 Ich behandle sie separat, weil sie ja auch in der Folge voneinander getrennt sind und nichts miteinander zu tun haben.

    TROI-PLOT:
    Ich stimme allem zu, was ihr schon ausgeführt habt und muss ein weiteres Mal auf Deanna Trois Rang herumreiten. Sie ist seit der Farpoint-Mission vor sieben Jahren der Schiffscounselor und bekleidet den Rang einer LIEUTENANT COMMANDER. Sie besitzt damit nach Commander William Thomas Riker und Captain Jean-Luc Picard den dritthöchsten Rang an Bord der Enterprise. Data hat denselben Rang und dient als Zweiter Offizier, wahrscheinlich weil seine Ausbildung als Operations Officer ihn besser qualifiziert. OK, das akzeptiere ich. Data übernimmt in der Serie oft das Kommando auf der Brücke, z. B. in „Datas Day“. Troi sollte das aber kraft ihres Ranges auch können! Welche Bedeutung hat der Rang Lieutenant Commander, wenn die/derjenige nicht ab und zu das Kommando übernimmt?

    Auf mich macht Troi in den ersten Staffeln den Eindruck, als ob ihre Aufgabe nur darin bestünde, auf der Brücke zu sitzen und hübsch auszusehen. Hin und wieder darf sie sogar etwas sagen, meistens Dinge wie „Ach Captain, ich spüre Dinge!“. Ihr Charakter wird aber nie richtig ausgearbeitet und mit Leben gefüllt, ganz im Gegensatz zu Picard, Data und Worf. Das finde ich sehr schade! Diese fehlende Ausarbeitung verfolgt Troi bis in die 7. Staffel und die TNG-Kinofilme. Ein Resultat davon ist ihr aus dem Hut gezauberter „Schwuppdiwupp-Ich-werde-Commander“-Plot.

    ☢️☢️☢️ Packt eure Dosimeter aus, denn jetzt reisen wir nach Barkon IV! ☢️☢️☢️

    DATA-PLOT:
    Ihr habt schon ausführlich über die Unlogik seiner Mission gesprochen. Warum schickt Picard WIEDER einen einzelnen Offizier auf eine Mission, obwohl das schon mindestens einmal gewaltig schief ging („First Contact“)? Damals war Riker allein auf einem Planeten und wurde dort gefangengenommen. Warum schickt er kein Team, wenn die Bergung der Sonde so wichtig ist? Außerdem verfügt die Sternenflotte über Runabouts, mit denen auch ein größeres Bergungsteam nach Barkon IV fliegen könnte. Wo ist die Sonde eigentlich abgestürzt? Die Absturzstelle muss sich an Land befinden, ansonsten hätte Data das radioaktive Material nicht bergen können. Die Sternenflotte hat supergeile Sensoren. Können sie die Sonde nicht einfach mit Sensorscanns orten und dann auf das Shuttle beamen? Wie hat Data die Sonde eigentlich gefunden? Er ist bestimmt nicht wochenlang mit einem Tricorder in der Hand durch die Gegend gelaufen, sondern hat ein Shuttle benutzt, um nach Barkon IV zu fliegen und die Sonde aufzuspüren! Schon diese Ausgangslage beansprucht meine Suspension of Disbelief über Gebühr.

    Der Dialog zwischen Data und Gia
    „DATA: Where is your mother?
    GIA: She died about a year ago. Father says she went to a beautiful place where everything is peaceful and everyone loves each other, and no one ever gets sick. Do you think there’s really a place like that?
    (Data gazes out at the moon and stars)
    DATA: Yes. I do.“
    – Schnitt auf die Enterprise –
    ist mir viel zu kitschig. Hier wird die Enterprise förmlich zum „Paradies“ erhoben, obwohl es dort manchmal alles andere als paradiesisch zugeht, man erinnere sich nur an hervorragende Episoden wie „The Enemy“ und „The Drumhead“. Erst letzte Woche starb eine junge Ensign bei einer Mission! Es wäre angemessen gewesen, wenn Data erklärt hätte, dass er sich an sein früheres Leben erinnern und in seine Heimat zu seinen Freunden zurückkehren möchte, denn genau das ist der Fall. Stattdessen wird so getan, als ob auf der Enterprise unendliche Liebe und ewige Glückseligkeit herrschten und das ist Blödsinn.

    Talur gefällt mir zwar als Charakter, aber Datas Umgang mit ihr mag ich überhaupt nicht. Sie repräsentiert als Ärztin und Wissenschaftlerin das wissenschaftliche Level der barkonianischen Bevölkerung oder zumindest ihres Dorfes. Talur ist intelligent und wissbegierig, besitzt aber ein – im Vergleich zu Data – unterentwickeltes Verständnis für Wissenschaft, Naturgesetze usw. Data hingegen repräsentiert die Föderation/Sternenflotte und verfügt über ein hochentwickeltes Verständnis für die Wissenschaft, hat aber leider sein Gedächtnis verloren. In mindestens drei Szenen (Diskussion, ob Data ein „Eismann“ ist; Unterrichtsstunde mit den Kindern; Verbesserung von Talurs Mikroskop) belehrt Data Talur und stellt ihre Aussagen (und damit ihre Autorität in der Gemeinschaft) in Frage. Auf mich wirkt es so, als ob mir damit die Überlegenheit der Föderation/Sternenflotte demonstriert werden soll, nach dem Motto: „Wir sind die Föderation/Sternenflotte und wissen alles besser! Data kann sein Gedächtnis verlieren und hat immer noch mehr auf dem Kasten als diese primitiven Barkonianer:innen.“. Damit unterschlägt man natürlich die Verantwortung der Föderation/Sternenflotte, die diese ganze Katastrophe durch den Absturz ihrer Sonde erst verursacht hat! Meiner Meinung nach besteht in dieser Story eine gewaltige Schieflage hinsichtlich der Darstellung verschiedener Kulturen und Zivilisationen. Nur weil das barkonianische Volk nicht dasselbe technische Level erreicht hat wie die Föderation, ist es noch lange nicht „primitiv“ oder „unterentwickelt“.

    Garvin nimmt am Anfang der Episode Stücke des radioaktiven Metalls aus Datas Koffer und zeigt wenige Stunden später Symptome einer schweren Verstrahlung: Er fühlt sich schwach, hat Fieber, ihm fallen die Haare in Büscheln aus und auf seiner Haut bilden sich Brandwunden. Der Dorfschmied Skoran stellt aus einem Stück des radioaktiven Metalls einen Anhänger für Gia her, den sie anschließend tagelang an einer Kette um den Hals trägt. Bei der Bearbeitung des Metalls muss Skoran Teile davon abgetragen haben. Falls er mit seinem Hammer darauf herumgeklopft hat, sind wahrscheinlich kleine Stücke abgesplittert. Wieso ist Garvin der einzige Bewohner, der stark verstrahlt wird? Gias Anhänger und Partikel davon geben doch die krankmachende Strahlung ab und haben sich im Dorf verteilt! Jede Person, die über längere Zeit mit dem Metall in Kontakt war, müsste an der Strahlenkrankheit leiden! Selbst winzige Partikel an der Haut oder in der Kleidung würden zu einer Verstrahlung der Person und ihrer Umgebung führen. OK, Gia und Skoran zeigen auch Anzeichen der Strahlenkrankheit. Trotzdem müssten noch viel mehr Bewohner:innen betroffen sein.

    Die Story basiert auf Datas Gedächtnisverlust, speziell auf der Tatsache, dass er sich nicht mehr an die Bedeutung des Wortes „radioactive“ erinnern kann. Trotzdem benutzt er viele technische Fremdwörter und Zusammenhänge, z. B. als er Talur erklärt, wie sie ihr einfaches Mikroskop verbessern könnte:
    „With an increased focal length and an achromatic objective lens, this instrument will have a higher effective magnification.“
    Als Talur durch Datas selbstgebautes Mikroskop blickt, erklärt er:
    „However, based on interstitial transparency and membrane integrity, I do not believe it is an infection or any other form of communicable disease.“

    Data weiß also trotz seines „Gedächtnisverlustes“ alles über Optik, baut Laborinstrumente und kennt Begriffe wie „interstitial transparency“ und „membrane integrity“. Außerdem kann er Zellschäden identifizieren und Schlussfolgerungen über Infektionskrankheiten ziehen. An die Bedeutung des Wortes „radioactive“ erinnert er sich aber nicht mehr?!?

    Ich zitiere Arnold Schwarzenegger alias Doug Quaid in „Total Recall“: „Don’t bullshit me!“.

    Welcher „Unfall“ soll bitte schön dafür gesorgt haben, das AUSSCHLIESSLICH die Bedeutung des Wortes „radioactive“ aus Datas Speicher gelöscht wurde, während alles andere erhalten blieb? Wenn die Festplatte meines PCs kaputt geht, verliere ich dann nur den Zugriff auf eine einzelne Datei? Weshalb sind weder Datas Sprach- noch seine kognitiven Fähigkeiten (Aufmerksamkeit, Orientierung, Planung etc.) von den Auswirkungen des Unfalls betroffen? Sie beruhen auf komplexen Berechnungen und erfordern viel mehr Daten als das Speichern der Bedeutung eines einzelnen Wortes. Mal ehrlich, das ist totaler Unfug!

    In der Szene, in der ein Teil von Datas Gesichtshaut durch einen Schlag weggerissen wird und seine LED sichtbar werden, stelle ich mir eine Frage, die mich schon seit der 1. Staffel beschäftigt:
    Wozu dienen diese LEDs? Wer soll sie sehen, obwohl sie die ganze Zeit unter Datas Haut verborgen sind?

    Klar, sie beweisen, dass die anderen Charaktere Datas Androiden-Natur erkennen. Viel Sinn ergibt es meiner Meinung nach aber nicht.

    Als der gewalttätige Mob schon im ganzen Dorf nach Data sucht und ihn töten will, fängt dieser an, in seinem provisorischen Labor eine Medizin gegen die Strahlenkrankheit zu entwickeln. Er nennt sie „compound“ (Verbindung) und behandelt damit Gia. Auf ihre Frage, worum es sich bei diesem „compound“ handelt, antwortet er:
    „A compound I made which will neutralise the particles that are making you ill. Swallow this. I must administer this to everyone in the village, but I do not think they will trust me after what happened to Skoran.“

    Dazu habe ich wiederum Fragen.
    Data brauchte anscheinend nur ein paar Minuten, um diese Medizin zu entwickeln und herzustellen. Wie hat er das geschafft? Aus welchen Bestandteilen hat er sie zusammengemischt? Er musste im Haus bleiben und benutzte folglich nur das, was ihm dort zur Verfügung stand. Viel mehr als eine Art Tee oder Saft aus Früchten und Kräutern kann es demnach nicht sein. Wie heilt er damit Personen von der Strahlenkrankheit?

    Wenn Beverly und Geordi auf der Enterprise mit der Sternenflottentechnologie des 24. Jahrhunderts ein Gerät bauen, mit dem sie die Strahlenkrankheit therapieren können, akzeptiere ich das. Die Folge „Thine Own Self“ möchte mir aber weismachen, dass Data dieses medizinische Wunder (von dem wir im 21. Jahrhundert noch weit entfernt sind!) in einem Dorf zustande bringt, welches sich auf dem Niveau des europäischen Mittelalters befindet. Das nehme ich der Folge nicht ab! Eine Herde Einhörner, die durchs Dorf laufen und alle Bewohner:innen durch Berührungen ihrer Hörner heilen, wäre nicht weniger plausibel gewesen als Datas magischer Kräutertee.

    Als Gia am Ende der Episode über den Dorfplatz geht, schiebt ein Bewohner eine Draisine bzw. „Laufmaschine“, also einen Vorläufer des Fahrrades. Die Dorfbewohner:innen sind also vielleicht schon etwas weiter entwickelt als die Europäer:innen im Mittelalter.

    Ich kreide „Thine Own Self“ ganz massiv an, dass die Gefahren von Radioaktivität und Strahlenschäden bei Menschen auf eine lächerliche Weise darstellt und verharmlost. Die Folge erzählt mir ja allen Ernstes:
    „Die Radioaktivität macht einen krank und man fühlt sich schlecht. Aber mit etwas Ruhe und einen Kräutertee wird man wieder ganz gesund.“.
    Das ist keinen Deut besser als Talurs Theorie von „Eismännern“ und die Vier-Elemente-Lehre, die sie ihren Schüler:innen vermittelt! Wer so eine Story nicht vernünftig auflösen kann, sollte die Finger davon lassen. Weshalb musste die ominöse Sonde, die wir übrigens nie zu Gesicht bekommen, ausgerechnet ein RADIOAKTIVES Element enthalten? Eine giftige chemische Substanz hätte vollkommen ausgerecht. Diese Folge wurde im Februar 1994 erstmals ausgestrahlt, also acht Jahre nach der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl und fünfzehn Jahre nach dem Reaktorunfall im KKW Three Mile Island. Alle erwachsenen Beteiligten müssen sich während der Produktion an diese Ereignisse erinnert haben! Trotzdem wird so ein Bullshit erzählt… außergerechnet bei Star Trek, das so stark auf Wissenschaft und Technik aufbaut. Ich brech‘ ab…

    Im Podcast „Geschichten aus der Geschichte“, den ich neulich schon erwähnte, gibt es eine Sendung zum Nuklearunfall von Goiânia in Brasilien:
    https://www.geschichte.fm/archiv/gag318/

    Hört euch das mal an, wenn ihr Zeit und Lust habt! Die Geschichte ist tragisch und spannend zugleich. Sie beweist, welch dramatische Folgen ein Nuklearunfall auch dann haben kann, wenn er sich nicht in einem Kernkraftwerk ereignet und nichts mit Atomwaffen zu tun hat. Was mich am Goiânia-Unfall besonders fassungslos macht, ist die grenzenlose Sorglosigkeit, mit der die beiden Diebe, ihre Freunde und Familienmitglieder das radioaktive Material behandelten. Ein Schrotthändler wollte aus dem blau leuchtenden, radioaktiven Material einen Armreif als Schmuck für seine Ehefrau anfertigen, genau wie Garvin, der vom Schmied Skoran aus dem radioaktiven Metall der Sonde einen Anhänger für seine Tochter Gia herstellen lässt! In der Episode wird zwar kein radioaktives Pulver verbreitet, aber die Metallbrocken sind trotzdem extrem gefährlich. Leider kommt das in der Story überhaupt nicht rüber. Ich finde sie darum reichlich absurd.

    Riker erklärt dem verwirrten Data am Schluss:
    „Apperently, you saved an entire village from radiation poisoning.“
    Wow, und das hat er nur mit seinem Kräutertee hingekriegt. Alle Achtung, Data! Da kann sich die gute Beverly ja noch ne‘ Scheibe von dir abschneiden. 🤣🤣🤣

    Ich finde es schade, dass sich Data nach seiner Aktivierung in der Krankenstation nicht an seine Zeit auf Barkon IV erinnert. Irgendwie entwertet das seine Freundschaft zu Gia. Er hätte sie in den folgenden Episoden wenigstens mal erwähnen sollen.

    Einer abschließenden Bewertung von „Thine Own Self“ enthalte ich mich. Meine Meinung ist jedenfalls deutlich geworden. Zugutehalten kann ich dem Produktionsteam nur den unglaublichen Stress, unter dem es damals stand. Das macht die Folge aber nicht besser.

    LL&P 🖖 👋
    2Voq

    1. Hi 2Voq,

      Danke für die Glückwünsche. Dein Hören und Kommentieren sind Geschenke genug. Vielen Dank dafür.
      Wir haben freudig deine weiteren Ansichten zu „Thine Own Self“ gelesen und verstehen das total. Wie immer eine schöne Ergänzung zu unseren Ansichten, die da eher wie eine Zusammenfassung klingen. Du führst das immer noch etwas detaillierter aus. Ganz besonders hervorzuheben hier der Aspekt der Entwertung. Die Barkonianer werden von der als groß und übermächtig geschilderten Sternenflotte entwertet und dafür getadelt, dass sie noch Zeit brauchen in ihrer Entwicklung (als ob die Menschheit oder andere Spezies nicht auch viele Jahrhunderte brauchten um zu reifen und zu lernen). Und die Freundschaft zu Gia wird entwertet, wie du schon richtig sagst. Nur gut, dass Gia davon nie etwas mitbekommen wird und sich gut an Data/Jayden erinnern kann ohne zu wissen, dass dieser Null Speicherplatz vergeben hat. Verstehe auch nicht, wieso man das so geschrieben hat. Wie schade, eigentlich, nimmt es auch Data mögliche Entwicklungschancen.

      Naja, nächste Woche wird’s bestimmt vergnüglicher, wenn der wohl ungewöhnlichste Computervirus seine Aufwartung macht.

      LG
      Chris

      1. Hi Chris!

        Danke für die netten Worte! 😉

        Bei der Szene mit Talurs Unterrichtsstunde bin ich tatsächlich auf ihrer Seite, obwohl sie ihren Schüler:innen falsche Dinge vermittelt. Data denkt meiner Meinung nach zu engstirnig und begeht damit denselben Fehler, den er Talur vorwirft. Er sollte die Fakten analysieren:
        Die Barkonianer:innen leben in Siedlungen. Sie tragen geschneiderte Kleidung aus fein gewebten Stoffen. Ihre Häuser und Straßen sind sauber und ordentlich. Alle haben genug zu essen. Ich habe im Dorf keine Betller:innen gesehen, die an oder unterhalb der Armutsgrenze leben müssen. Es gibt ein Wirtschaftssystem und eine Währung. Kinder gehen zur Schule. Es gibt keinen Hinweis auf Sklaverei oder Leibeigenschaft. Ein Mann (Garvin) ist Magistrat, aber eine Frau (Talur) arbeitet als Ärztin und Lehrerin, eine geschlechtsbezogene Diskriminierung sehe ich hier also nicht. Kriminalität scheint bekannt zu sein, immerhin möchte Skoran Garvin betrügen. Das ist zwar für eine Bewertung der Gesellschaft zu wenig. Es könnte z. B. Klassenunterschiede geben, die nur Kindern aus reichem Elternhaus (Gia) den Schulbesuch erlauben. Insgesamt wirkt es auf mich aber wie eine stabile Gesellschaft ohne große Konflikte, Kriege, Seuchen, Naturkatastrophen usw. Alles in Allem ist dieses Dorf kein schlechter Ort zum Leben.

        Jetzt kommt Data, erlebt in EINEM Dorf bei EINER Lehrerin EINEN Unterrichtstag mit und denkt:
        „Nein, sowas! Die armen Kinder lernen hier ja NUR Blödsinn. Da muss ich SOFORT einschreiten!“
        Und ich denke:
        „Data, bleib‘ mal bitte auf dem Teppich!“

        An seiner Stelle würde ich Garvin, Gia und Talur einige Fragen stellen, z. B.:
        – Ist Talur die einzige Lehrerin bzw. Lehrer in eurem Dorf?
        – Werden ihre Lehren und euer Weltbild wie ein Dogma behandelt oder diskutiert ihr darüber?
        – Werden abweichende Meinungen respektiert?
        – Falls es im Dorf andere Lehrer:innen gibt: Welche Inhalte vermitteln sie? Sind es dieselben wie in Talurs Unterricht?
        – Gibt es andere Siedlungen, Dörfer, vielleicht sogar Städte in der Umgebung? Wie läuft der Unterricht dort ab?
        – Gibt es wirtschaftliche, kulturelle und religiöse Zentren, in denen sich viele Gelehrte, Handwerker:innen, Händler:innen und Künslter:innen treffen?

        Für eine ernsthafte Bewertung der barkonianischen Gesellschaft müsste Data solche Fragen stellen! Ich finde, die Barkonianer:innen sind schon auf einem guten Weg. Darum sollte Data Talur nicht direkt vor ihrer Schulklasse kritisieren. Besser wäre es gewesen, sie nach dem Unterricht unter vier Augen anzusprechen oder Gia zu fragen, wie sie Talurs Unterricht empfindet. Falls Gia und ihre Mitschüler:innen Talur mögen und ihren Unterricht gern besuchen, lässt sich dagegen schlecht etwas sagen. Falls die Barkon-Gesellschaft offen für Diskussionen und abweichende Meinungen ist (was ich annehme), erkenne ich hier überhaupt kein Problem, gegen das Data so vehement einschreiten müsste.

        „Thine Own Self“ vermittelt den Eindruck, dass Data zwar an Amnesie leidet, aber immer noch seine Persönlichkeit hat. Falls dieses Verhalten seiner Persönlichkeit entspricht, wirft das ein schlechtes Licht auf ihn. Er sagt sogar selbst: „Ich weiß Dinge, kann aber nicht sagen, WOHER ist sie weiß.“ Das ist leider eine denkbar schlechte Ausgangslage um ernst genommen zu werden! Stellt euch folgendes vor: Ein Mann erzählt, er wüsste, wie man Krebs heilen kann. Er weiß aber nicht, woher dieses Wissen kommt! Glaubt ihr ihm oder seid ihr skeptisch? In derselben Situation befindet sich Talur, zumindest während ihrer Unterrichtsstunde. Ich möchte auch nicht von jetzt auf gleich alles über Bord werfen, was ich jemals gelernt habe. Erst recht nicht, wenn ich selbst seit vielen Jahren Arzt und Lehrer bin und in meiner Gemeinschaft für meine Arbeit geschätzt werde. Wer würde so etwas freiwillig tun?

        LL&P 🖖 👋
        2Voq

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