Folge 197 – TNG – Die oberste Direktive

Mir nichts, dir nichts kriegt Worf einen Pflegebruder verpasst, der als ehemaliger Kulturbeobachter einen auf Aussteiger macht. Eigentlich wollte sich Jean-Luc ganz harter Hund und ohne wenig Empathie beinhart an „die oberste Direktive“ halten, aber Nikolai hat da schon ganz andere Pläne, gut ausgereifte Pläne, wie man sagen muss. Also wird mal eben eine Spezies (na gut 20 Leute) mit einem pfiffigen Trick auf dem Holodeck „homeward“ zu neuen Ufern gebracht, wenn nicht, wie sollte es auch anders sein, das olle Ding mal wieder mächtig Ärger macht. Was man mit dem Holodeck nicht alles anstellen könnte, wenn es doch mal für 5 Mark funktionieren würde. Vielleicht kriegen die es im 32. Jahrhundert ja mittlerweile besser hin.

Bis dahin, viel Spaß und hört bis zum Ende durch, denn wir machen eine kleine Ankündigung in eigener Sache. Eine schöne (Vor-)Weihnachtszeit wünschen Tilly und Spock (Anja und Chris).

2 Gedanken zu „Folge 197 – TNG – Die oberste Direktive“

  1. Hallo Anja, Hallo Chris! 😉

    Anja, deiner Beobachtung, dass in der 7. Staffel ständig Verwandte der Hauptcharaktere eingeführt werden (und wie merkwürdig das ist), kann ich nur vollumfänglich zustimmen!

    Wie geht es eigentlich Jean-Lucs Familie in La Barre, Frankreich? Sind alle gesund und munter? Konnte Robert seinen kranken Rebstock heilen? Hat er seine kritische Einstellung zum technischen Fortschritt geändert oder ist er immer noch so stur wie in „Family“? Bekommt René in der Schule gute Noten? Hat er viele Freunde? Welche Hobbys hat Marie? Fühlt sie sich auf dem Château Picard wohl? Stammt sie auch aus einer Winzerfamilie? Wir haben die drei in der Serie jetzt erst EIN EINZIGES MAL gesehen und seitdem wurden sie nicht mehr erwähnt! Schreibt Jean-Luc ihnen wöchentlich Briefe? Skypen sie jeden Sonntag miteinander? Ihr versteht bestimmt, worauf ich hinauswill. Bisher habe ich leider nicht den Eindruck, dass Robert, Marie und René dem lieben Jean-Luc wichtig sind, denn in diesem Fall müsste ich einfach mehr sehen. Wenigstens eine beiläufige Erwähnung könnte man doch in einen Dialog einbauen, z. B. so:
    Dr. Crusher steht an der Tür von Picards Quartier und klingelt. Picard sitzt währenddessen im Quartier am Schreibtisch und liest einen Text auf einem PADD.
    PICARD: „Herein!“
    Die Tür öffnet sich. Beverly blickt in den Raum hinein, sucht Jean-Luc und lächelt, als sie ihn sieht.
    CRUSHER: „Captain, darf ich Sie kurz sprechen oder störe ich?“
    PICARD: „Nein, kommen Sie bitte herein. Ich war gerade dabei, einen Brief an meinen Bruder Robert fertig zu schreiben.“
    Beverly betritt das Quartier, stellt sich vor den Schreibtisch und beginnt ein Gespräch mit Jean-Luc.
    CRUSHER: „Oh, das finde ich schön! Wie geht es Ihrer Familie?“
    PICARD: „Sie sind alle wohlauf. Robert fragt mich seit Neuestem ständig nach technischen Details über die Raumschiffe der Sternenflotte, aber dahinter steckt bestimmt sein Sohn René. Er ist nämlich ein großer Technik-Nerd.“
    Beverly lächelt und dann geht es mit der Handlung der Episode weiter.

    Ein Dialog wie dieser würde nur ein paar Sekunden dauern. Warum schreibt man sowas nicht einfach mal in eine Folge? Damit könnten sie mit minimalem Aufwand sehr viel zur Story beitragen! Es erschließt sich mir nicht, wieso diese Gelegenheit ungenutzt blieb. Stattdessen führt man dauernd neue Charaktere ein, die nie wieder erwähnt werden. „Dark Page“ ist eine starke, emotionale Folge, darum nehme ich sie und Kestra Troi mal ein wenig raus. Aber brauchten wir unbedingt Bills Transporterunfall-Zwillingsbruder Thomas? Oder Geordis Familie mit Mutter, Vater und Schwester? Oder Datas Mutter Juliana? Wenn in einer Serie Verwandte der Hauptcharaktere eingeführt werden, sollten sie wieder auftauchen und nicht sang- und klanglos in der Versenkung verschwinden.

    Nikolai wurde zwar gut gespielt, aber seine Mission ist mir nicht klar und er hat keinerlei Relevanz für den Rest der Serie oder für die Kinofilme. Auf mich wirkt das billig. Damit möglichst viel Dramatik entsteht, MUSS der neue Nebencharakter natürlich der Bruder eines Hauptcharakters sein! Ansonsten wäre es ja nicht spannend, oder? Denselben Fehler machte TNG schon mit Kyle Riker: Er tauchte einmal auf und ward nie wieder gesehen. Das ist schade und ärgerlich!

    Ich gebe „Homeward“ 3 von 10 anthropologische Missionen.

    An der 2. Staffel von „The Orville“ stört mich, dass sie wie auf einer Checkliste die typischen Science Fiction-Storys abarbeitet:
    Böse Maschinenwesen, die alles Leben im Universum auslöschen möchten (Vgl: CONTROL in DSC und die Lovecraft‘schen Krakenarm-KI-Wesen in PIC)? => CHECK!

    Redshirts, die dutzendweise abgeknallt werden? => CHECK!

    Düstere alternative Zeitlinien? => CHECK!

    Eine Zeitreise, mit der die kaputte Zeitlinie repariert wird? => CHECK!

    Die Beziehung zwischen Claire und Isaac fand ich toll! Aber wieso verrät Isaac seine Crew an die Kaylon, um danach wieder auf der Brücke an seiner Station zu sitzen, als wäre nie etwas vorgefallen? Hat niemand Sorge, dass er sowas nochmal abziehen könnte? Will ihn niemand zur Rechenschaft ziehen?

    Die ganze Kaylon-Story ergibt für mich keinen Sinn! OK, weil ALLE Maschinenwesen in der Science Fiction zwangsläufig ihre Erschaffer ermorden (=> CHECK!), haben die Kaylon das auch getan und wollen diesen Genozid geheim halten. Warum lagern sie dann riesige Berge von Knochen der Toten in den Kellern unter ihrer Stadt?! Die Kaylon sind MA-SCHI-NEN!! Für sie liegt doch nichts näher, als Maschinen zu bauen, die diese Knochen zu feinem Staub zermahlen und anschließend die chemischen Elemente extrahieren! Die Kaylon sagen selbst, dass sie Ressourcen brauchen. Knochen (von Tieren auf der Erde) enthalten ca. 65% anorganische Bestandteile, die wiederum z. B. aus Calcium und Phosphor bestehen. Diese Elemente werden auch heute schon industriell verwendet, beispielsweise bei der Herstellung von Stahl und Kunststoffen. Die hochentwickelten Kaylons lassen sie aber einfach so rumliegen?!?

    Die Perücke der jungen Kelly fand ich auch sehr unpassend. Auf mich machte sie den Eindruck, als hätte das Prop Department nur noch eine alte Perücke übrig, die der Schauspielerin überhaupt nicht stand.

    Die 1. Staffel war zwar nicht perfekt, hatte aber meiner Meinung nach mehr Kreativität und Mut. „The Orville“ startete als Comedy-Serie und versuchte danach krampfhaft, düster zu werden. Ernste Themen und Geschichten können mir gefallen, wenn sie gut gemacht sind. Das war in der 2. Staffel aber oft nicht der Fall.

    LL&P 🖖 👋
    2Voq

    P.S.: Den einen, der euren Podcast toll findet, gibt es! 😁 Ich freue mich jedenfalls schon auf eure neuen Folgen im Jahr 2022. Mit „Sub Rosa“ dürft ihr ja auch gleich eine unvergessliche TNG-Episode besprechen! 🤣🤣🤣

    Habt eine schöne Advents- und Weihnachtszeit und einen guten Rutsch ins neue Jahr! 😉🎄🎁🥂

    1. Hi 2Voq,

      ich finde deine Vorschläge, wie man kleine Szene zu Beginn zum Beispiel hätte einbringen können um gewisse charakterliche Elemente weiter auszuarbeiten, ohne dass man da viel Aufwand betreiben müsste, sehr gut. Ich sehe es genauso! Das ist wertiger, als wenn man eine ganze Folge um neue Aspekte strickt, die zum einen nicht ganz aufgehen und zum anderen wie aus dem Hut gezaubert wirken.

      Danke dir vielmals für die netten Worte zum Schluss. Das ging runter wie Öl (um einen anderen Podcast zu zitieren, der gerade pausiert). Ein schönes Bonbon in einer aktuell sehr umtriebigen und stressigen Zeit.
      Wir wünschen dir auch eine weiterhin schöne Vorweihnachtszeit und wir hören/lesen im neuen Jahr voneinander! Komm gut in 2022 an!

      Liebe Grüße
      Anja und Chris

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