Folge 187 – TNG – Das Interface

Geordi ist mal wieder auf der Suche nach einer Frau, aber diesmal hat die ganze Sache keinen romantischen Hintergrund. Zum Glück. Eines ist hier allerdings auch auffällig: er verrennt sich dabei.

Mittels aufregend neuer Technik, Avatar-Sonden durch gefährliche Gegenden zu steuern (und damit eventuell die 3D-Action-Shooter Adventure oder direkt das VR-Spielen vorweggenommen) kommt Geordi einer Erkenntnis näher, die möglichweise gar keine ist. Außerdem erfahren wir endlich mal und derart spät in der Serie, mehr über unseren Chefingenieur.

2 Gedanken zu „Folge 187 – TNG – Das Interface“

  1. Hallo Anja, Hallo Chris!

    Ich fange zur Abwechslung mit eurem Trivia-Block an, weil mich der erste Dialog doch seeehr – gelinde gesagt – „gewundert“ hat. Ich transkribiere ihn mal:
    CHRIS: Der Vater sollte eigentlich gespielt werden von Sidney Poitier.
    ANJA: Wem?

    Eines vorweg: Ja, es gibt unglaublich viele Filme und darum auch unglaublich viele Darsteller*innen, Regisseur*innen, Kameraleute, Kostümdesigner*innen, Tontechniker*innen etc. Jedes Jahr kommen neue Filme hinzu. Ich mag Filme und Serien, darum bezeichne ich mich selbst als „Film-Fan“. Mit den Filmkritiker*innen und krassen Nerds, die sich pro Jahr hunderte von Filmen anschauen, bin aber ich keinesfalls zu vergleichen. Zumal ich eher von älteren Produktionen angezogen werde und mit der schnelllebigen Streaming-Welt nicht mithalten kann oder möchte. Auch ich fühle mich manchmal, als lebte ich unter einem Stein, wenn im Freundes- oder Bekanntenkreis über aktuelle Filme und Serien diskutiert wird.

    Niemand kennt wirklich ALLE Namen großer Persönlichkeiten im Filmgeschäft. Gerade wenn man in andere Länder jenseits des eigenen Horizontes schaut, tun sich zwangsläufig Lücken auf. Ich selbst kenne z. B. wenn es hochkommt, nur eine Handvoll Namen chinesischer Schauspieler*innen auswendig, obwohl ich gern Filme aus der Volksrepublik gucke. Es sind eben sehr viele Namen!
    Lange Rede, kurzer Sinn: Es ist vollkommen in Ordnung, nicht alle Namen namhafter Schauspieler*innen zu kennen.

    Jetzt kommt mein gaaanz großes „A B E R“:
    Sir Sidney Poitier MUSS, ich wiederhole: MUSS man kennen!!! Er war einer der besten und erfolgreichsten Schauspieler aller Zeiten! Er war der erste afroamerikanische Schauspieler, der für eine Hauptrolle mit einem Academy Award geehrt wurde (wohlgemerkt zu einer Zeit, in der dieser Preis noch einen Wert hatte)! Er gewann in seiner über 50-jährigen Karriere als Schauspieler zwei Academy Awards, drei Golden Globes, einen Grammy und etliche weitere Ehrungen! Für seine schauspielerischen Verdienste wurde ihm 1974 der Orden des „Knight Commander of the British Empire“ verliehen! Er war Botschafter für die Bahamas in Japan! Auf Wikipedia gibt es sogar einen eigenen Artikel mit dem Titel „List of awards and nominations received by Sidney Poitier“!

    Ich musste bei eurem Dialog sehr laut lachen. Wenn er so abgelaufen wäre:
    CHRIS: Die Regie bei dieser Folge hätte eigentlich George Lucas übernehmen sollen.
    ANJA: Wer?
    wäre meine Überraschung wegen Anjas Erwiderung nicht geringer ausgefallen. Anja, nichts für ungut. Ich finde es absolut ok, manche Dinge nicht zu wissen. Schließlich sind wir alle keine Datas. Aber das ist, ganz im Ernst, eine Bildungslücke! Den Namen Sidney Poitier muss man einfach kennen. Ihn nicht zu kennen, ist wie Star Trek zu gucken und noch nie etwas von Gene Roddenberry gehört zu haben. Ich behaupte außerdem, dass es in USA, in Großbritannien und in anderen Ländern im Filmgeschäft kaum People of Color gibt, die sich NICHT auf Sidney Poitier beziehen, von ihm inspiriert wurden oder sogar stolz darauf sind, in persönlich gekannt zu haben. Er war schon zu Lebzeiten eine Legende und prägte die Welt nachhaltig. Nichelle Nichols, Le Var Burton, Whoopi Goldberg, Avery Brooks, Tim Russ, Sonequa Martin-Green, Wilson Cruz und viele, viele, viele, viele, viele andere konnten bzw. können sicherlich lange Geschichten über Sir Sidney Poitier und seine Bedeutung für den persönlichen Werdegang erzählen.

    Mein erster Film mit Sir Sidney Poitier war „Lilies of the Field / Lilien auf dem Felde“ von 1963. Ich sah in mit ca. 10 Jahren und empfand ihn schon damals als sehr warmherzig, witzig, charmant und hervorragend gespielt. Danach wollte ich unbedingt mehr Filme mit ihm sehen, z. B. „In the Heat of the Night / In der Hitze der Nacht“ von 1967 und „The Defiant Ones / Flucht in Ketten“ von 1958 und wurde auch dort nicht enttäuscht. Im Remake zu „The Jackal / Der Schakal“ von 1997 mit Bruce Willis als skrupellosem Auftragskiller spielte Sir Sidney Poitier den FBI-Agenten Preston. Den Film muss man nicht mögen, ich bevorzuge selbst auch das Original mit Edward Fox. Aber trotzdem: Sir Sidney Poitier spielt darin eine Hauptrolle!!! Von „No Way Out / Der Hass ist blind“ von 1950 mit I-H-M und Richard Widmark habe ich bisher nur Ausschnitte gesehen, aber den werde ich mir demnächst aufgrund der zeitlosen Thematik des Rassismus auch in Gänze anschauen.

    Sir Sidney Poitier muss man einfach kennen, genau wie James Earl Jones, Yaphet Kotto, Denzel Washington und einige andere afroamerikanische Darsteller*innen. Habe ich schon erwähnt, dass man Sir Sidney Poitier einfach kennen MUSS? Man MUSS Sir Sidney Poitier einfach kennen!!
    Chris, bitte walte deines Amtes und zeige deiner Freundin Anja einige Filme mit Sir Sidney Poitier in der Hauptrolle (ein paar Titel habe ich oben aufgelistet)!

    Zu „Interface“ möchte ich anmerken, dass ich es ähnlich sehe wie Anja. Wir haben über Geordis Familie bisher nur sehr wenig erfahren. In „Imaginary Friend“ erwähnte er beiläufig, dass sie in seiner Kindheit zur Sternenflotte gehörten. In „Hero Worship“ erzählte er die Geschichte mit dem Feuer, in dem er als blinder Junge gefangen war. Jetzt geht es eigentlich um seine Familie, aber auch wieder nicht, denn seine Mutter Silva sieht man lediglich als Projektion, die von den Aliens erzeugt wird. Sein Vater Edward ist nur auf einem Computermonitor zu sehen. Seine Schwester Ariana ist leider gerade einmal eine Erwähnung wert. Das Verschwinden der USS Hera, wodurch ihre Crew inklusive Silva vermisst werden, klärt die Episode auch nicht auf bzw. impliziert, dass das Schiff nun doch verschollen ist und alle Besatzungsmitglieder tot sind. In eurer Diskussion zu „Second Chances“ sagtet ihrer richtigerweise: „Thomas Riker müsste ein Trauma haben!“. Geordi La Forge müsste am Tod seiner Mutter, den er am Ende von „Interface“ wohl akzeptiert hat, aber auch noch lange zu knabbern haben! Warum spielt das in der nächsten Episode keine Rolle mehr? Sowas ärgert mich! Es ist auch nicht die letzte Folge, in der solche familiären Geschichten erzählt und danach sofort wieder vergessen werden. Die 7. Staffel bekleckert sich in dieser Hinsicht meiner Meinung nach nicht mit Ruhm.

    LL&P
    2Voq

    1. Hi 2Voq,

      ich habe so lachen müssen, wie du dich quasi echauffierst. Das war sehr erhellend. Ich muss mal gucken, was ich so von Herrn Poitier da habe, das Remake des Schakals liegt hier tatsächlich noch auf dem To-Watch-Stapel.
      Ansonsten habt ihr natürlich recht, die Konsequenzen so heftiger Geschehnisse werden immer nicht bearbeitet. Eine Familiengeschichte und dann doch wieder keine.
      Ich bin sehr auf den Verlauf der 7. Staffel gespannt, die mir als besonders irre im Gedächtnis blieb, mal sehen, ob das so bleibt.

      LG
      Chris

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