Folge 183 – TNG – Riker : 2 = ?

Was 8 Jahre Zwangszölibat aus einem machen, werden wir heute erleben (müssen). Der arme Riker bekommt eine Identitätskrise, wenn er auf seinen Transporter-Klon trifft. Wie geht man wohl mit sich selbst um? Welche moralischen Fragen tun sich da auf? Hier ist Worf der bessere Berater (anstatt Data, der sich seine Fragen selber beantworten könnte). Vielleicht hätte man auch Kirk fragen müssen, der weiß schließlich aus erster Hand, wie sich sowas anfühlt, auch wenn es damals eine andere Richtung nahm.

Viel Spaß!

4 Gedanken zu „Folge 183 – TNG – Riker : 2 = ?“

  1. Hallo Anja, Hallo Chris!

    Der Transporterunfall vor acht Jahren, bei dem Thomas Riker „entstand“ ist schon recht merkwürdig und die „Erklärung“ dafür setzt sich aus Technobabble zusammen. Mir drängt sich außerdem die Frage auf, wieso ausgerechnet das Flaggschiff Enterprise nach all diesen Jahren Nervala IV anfliegt, um Daten aus den Computern der Station zu holen. Das ist ein Routineauftrag, den andere Crews auf anderen Raumschiffen erledigen können. Vielleicht sind solche Missionen sogar so häufig, dass es dafür speziell ausgebildetes Personal auf kleinen, schnellen Schiffen gibt, die monatelang in einem Sektor unterwegs sind und Daten von unbemannten Forschungsstationen einsammeln.
    Blöd ist auch, dass Thomas Riker nur wenige Tage nach seiner Rettung ein Posten in der Sternenflotte angeboten wird. Sein Auftauchen müsste in der Verwaltungszentrale für ein regelrechtes Chaos gesorgt haben! Das geht eben wieder mal alles sehr schnell und einfach, es ist wie so Vieles der Dramaturgie geschuldet.

    Bei der Bewertung des Dialogs zwischen Data und Worf bin ich voll auf eurer Seite! Worf bekommt von mir eine Umarmung, Data möchte ich eine Maulschelle verpassen.

    Bei „Realm of Fear“ hatte ich es angekündigt, jetzt mache ich es war. Soso, Geordi, Beamen ist also die sicherste Art des Reisens?!? Eine Staffel entspricht einem Jahr. Die Auftaktepisode der 6. Staffel „Time’s Arrow, Part II“ spielt im Jahr 2369 bzw. geht von der Gegenwart dieses Jahres aus. Die Auftaktepisode der 7. Staffel „Descent Part II“ spielt im Jahr 2370. In diesem einen Jahr hat die Crew der Enterprise folgende Transporterunfälle erlebt oder direkt mitbekommen:
    1) Personen waren im Transporterpuffer gefangen („Realm of Fear“).
    2) Personen wurden jung gebeamt („Rascals“).
    3) Eine Person wurde dupliziert und einer der „Zwillinge“ musste danach acht Jahre lang mutterseelenallein auf einer verlassenen Station vor sich hinvegetieren („Second Chances“).

    Erstens: DAS ist die sicherste Art des Reisens?
    Zweitens: DAVOR soll man keine Angst haben?
    Drittens: Geordis Feststellung ist das Ergebnis einer statistischen Analyse. Was muss also geschehen, damit diese Statistik stimmt und die Crews der Yosemite, der Enterprise und der Potemkin einfach nur sehr viel Pech hatten? Gibt es tausende von Raumschiffen, Raumstationen, Kolonien etc., wo in Jahrzehnten oder Jahrhunderten kein einziges Problem mit dem Transporter auftritt, so dass Transporterunfälle dort vollkommen unbekannt sind?

    Ich stelle mir den folgenden Dialog auf Sternenbasis 47 vor:
    Ingenieur*in 1: 😁 Hast du’s schon gehört? An Bord der Enterprise gab es einen Transporterunfall! 🤭
    Ingenieur*in 2: „Wie bitte, auf dem Flaggschiff der Sternenflotte soll es einen TRANSPORTERUNFALL gegeben haben?! Du verarschst mich bloß wieder, die Wahrscheinlichkeit für so etwas liegt doch praktisch bei null!
    Ingenieur*in 1: Nein, im Ernst! Es ist wahr.
    Ingenieur*in 2: 🙄 Was haben die dort nur für eine Pfuscherei veranstaltet… 😩?“

    Zusammenbrechende Brücken oder, wie es im englischen Memory Alpha-Artikel zu dieser Episode genannt wird, „Catwalks“ werden sich in Zukunft zu einem Klassiker entwickeln! 🤣🤣 Die wurden bestimmt alle vom selben Architektenbüro/Baufirma gebaut.

    Das Bill-Deanna-Trauerspiel ist eine der rätselhaftesten Beziehungen in Star Trek. Sie lernen sich zwischen 2357 und 2361 kennen und beginnen eine Liebesbeziehung, die mehrere Jahre dauert. 2361 möchte sich Bill auf seiner Karriere konzentrieren. Die beiden trennen sich und verlieren den Kontakt zueinander. 2364 werden sie zur ersten Mission unter Picards Kommando auf die Enterprise-D versetzt.

    Danach beginnt ihre „On/Off“-Beziehung: Mal sind sie nur gute Freunde, mal lieben sie sich, dann wieder nicht, dann doch usw. Bill ist am Boden zerstört, als Deanna einen anderen Mann heiraten soll („Haven / Die Frau seiner Träume“), verliebt sich zwei Jahre später aber in Yuta („The Vengeance Factor“), wobei seine Beziehung zu Deanna seltsamerweise keine Rolle mehr spielt. Im selben Jahr verbringen die beiden einen gemeinsamen Landurlaub auf Betazed („Ménage à Troi / Die Damen Troi“) und scheinen sich dort wieder besser zu verstehen. Wiederum zwei Jahre später vergnügt sich Bill bei heißen Sexabenteuern auf Risa („The Game / Gefährliche Spielsucht“). Danach bumst Deanna Aaron, den Anführer einer Kolonie („The Masterpiece Society / Das künstliche Paradies“). Eine Woche später hat Bill Deanna UND Laren am Start, bevor er sich in die Außerirdische Soren verknallt.

    Nach „Second Chances / Riker : 2 = ?“ sind Deanna und Bill meiner Meinung nach weiter voneinander entfernt als jemals zuvor in der Serie. Krass ist, dass Deanna in Staffel 7 einen weiteren, uns wohlbekannten Charakter daten wird. Der Zickzack-Kurs ist also noch nicht beendet!

    Haltet ihr es für plausibel, dass Deanna Troi und William Thomas Riker
    ZWANZIG Jahre (zum Vergleich: so lange dauerte der Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr!) nach dem sie sich kennenlernten und zum ersten Mal ein Paar wurden,
    ACHTZEHN Jahre nachdem sie sich trennten, weil Bill Karriere machen wollte und nach
    SIEBEN Jahren On/Off-Zickzack-„Beziehung“
    in „Star Trek: Nemesis“ (In-Universe-Date: 2379) endlich mal zu Potte kommen und heiraten werden?!? Ich finde das nämlich nicht glaubwürdig! Zwischen dem TNG-Finale und „Nemesis“ vergehen nochmal ein paar Jahre. Ich möchte nicht zu weit vorgreifen, aber die Hochzeit ist meiner Ansicht nach schlecht geschrieben und inszeniert. Es soll der Eindruck vermittelt werden, die beiden hätten das „schon immer gewollt“. Nein, das haben sie nicht!! Vielleicht funktioniert die PICARD-Episode „Nepenthe“ für mich auch deshalb nicht so gut. Ich kenne diese beiden Charaktere und weiß, dass sie sich eben nicht seit ihrer gemeinsamen Zeit an Bord der Enterprise lieben und nach dem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst heiraten und Kinder bekommen wollten. Es ist einfach zu viel geschehen, was dieses klischeehafte, mit einer dicken Schicht Zuckerguss verzierte Idealbild konterkariert. Das ärgert mich massiv. Es wirkt gewollt, nach dem Motto „Aber JETZT machen wir’s richtig!“. Ich hätte es lieber gesehen, wenn der Bill/Deanna-Story Arc konsequent beendet worden wäre, nicht zwangsläufig mit einem Tod, aber beispielsweise durch die (dauerhafte) Ehe einer der beiden mit einem anderen Charakter.

    Trotz eurer und meiner berechtigten Kritik finde ich die Episode gut, weil sie sich nach „Frame of Mind“ wieder auf William T. Riker konzentriert und eine Charakterstory erzählt. Wenn ich den deutschen Titel „Riker : 2 = ?“ mit der ersten Episode vergleiche, die so einen Titel trug („Kirk : 2 = ?“), gefällt mir der Bill-Tom-Ansatz deutlich besser. Jetzt hat Bill auch einen Zwillingsbruder, ähnlich wie sein Freund und Kollege Data. Datas Zwillingsbruder Lore ist aber eher von der „The Enemy Within“-Sorte, nämlich böse, hinterlistig und skrupellos. Ich mag Tom deutlich lieber als Lore und die Dynamik zu seinem „Bruder“ Bill funktioniert auch besser als bei den Soong-Androiden (mehr dazu im Staffelfinale). Ich gebe „Second Chances“ 7 von 10 Transporterklonen. Vielleicht liegt das aber auch nur daran, dass ich wie Anja gern über solche Geschichten nachgrüble.

    LL&P 🖖 👋
    2Voq

    P.S.: Ich wollte euch eigentlich einen Kommentar zu „Star Trek VI: The Undiscovered Country“ schreiben, aber Simon und Sebastian haben zu dem Film einen so epischen und umfassenden Podcast hochgeladen, dass ich dem nichts hinzuzufügen habe. Bei der Bewertung des Films bin ich auf Simons Seite. Zu „Star Trek VII: Generations“ werde ich wieder meinen Sermon abgeben! 😉

    1. Hi 2Voq,

      was soll ich dazu noch sagen: deine Gedanken zu Transporterproblemen, Thomas Riker und v. a. der seltsamen Beziehung von Riker und Troi stimme ich voll und ganz zu. Anja und ich halten unser Pulver noch etwas zurück, aber spätestens zum Serienfinale, wenn wir ein ganz dickes Ding auf die Zuhörerschaft loslassen, wird das sicherlich thematisiert. Ein ganz konkretes Beispiel, wenn man zwar vom Prinzip her eine Lovestory zweier Figuren in die Bibel hineinschreibt, aber gleichzeitig vorgibt, dass es sowas unter dem Stammcast nicht geben darf, das völlig in die Hose geht. Was du noch wegen Trois Beziehung angesprochen hast, kommt erschwerend hinzu. Dass kann nur VOY im letzten Jahr toppen.
      Den Cast zu ST6 von den beiden habe ich vor nicht allzu langer Zeit gehört und der ist so ziemlich allumfassend. Da wurde alles gesagt.
      Aber deinem Kommentar über ST7 fiebern wir jetzt schon entgegen. Lange dauert es nicht mehr, wenn es wieder heißt „Captain on the Bridge“! Um mal deiner Brückenthese ein Krönchen aufzusetzen.
      Wir freuen uns auf deinen Kommentar zum 6. Staffelfinale – unseres, kann ich dir versprechen, wird episch!!!

      So long, greetings!
      Chris

      1. Hi Chris! 😉

        Das Problem ist eben, dass der Umgang der Autorenteams mit ihren Charakteren teilweise echt zu wünschen übrig lässt. Im letzten TNG-Film stirbt einer unserer Lieblingscharaktere und zwei andere heiraten nach einer Ewigkeit.

        Dann zeigt uns PICARD eine düstere Welt, in der liebgewonnene Menschen brutal ermordet werden, damit die Story auf Teufel komm raus richtig doll emotional und dramatisch ist. Seven muss einen Rachefeldzug starten, weil… Dramatik. Plötzlich denken sich die Autor*innen: „Huch, in unserer Serie passieren ja sooo viele schlimme Dinge! Wir müssen den Trekkies jetzt UNBEDINGT was Schönes zeigen. Bill und Deanna sind verheiratet, die können doch Kinder haben!“ Und schon haben Bill und Deanna Kinder. Charaktere brutal abzuschlachten kriegen sie hin, aber zu erzählen, wie sich Bill und Deanna getrennt haben, weil ihre Ehe nach dem siebenjährigen Chaos in TNG doch nicht funktioniert hat, möchten sie nicht.

        Der Dialog zwischen Picard und Data am Ende von „Et in Arcadia Ego, Part 2“ schlägt in dieselbe Kerbe: Ja, er ist schön, aber letztlich nur Zuckerguss, der die vielen Ungereimtheiten übertünchen soll. Wenn ich Fragen stelle, z. B.:
        Picard weiß seit „The Offspring“, dass Data eine Tochter wollte. Jetzt HAT er eine Tochter, nämlich Soji. Ihr geht es gut, sie ist Wissenschaftlerin, darf sich weiterentwickeln, Menschen kennenlernen und das Universum bereisen. Picard erwähnt das gegenüber Data aber mit keinem Wort. Soji hat auch keine Lust, Data zu treffen oder ihm eine Nachricht zukommen zu lassen. Muss ich das verstehen?
        ODER: Wieso kommt niemand auf die Idee, Datas besten Freund (!!!) Geordi La Forge nach Coppelius zu holen, damit er sich von Data verabschieden kann? Oder Bill, Deanna, Worf, Beverly, Wesley, Guinan, Keiko und Miles? Sie sind auf einmal alle unwichtig, weil die geschätzten Autor*innen kein Interesse an ihnen haben. In der zweiten Staffel kehren sie aber „alle zurück“. Aha.

        Um solche Fragen zu stellen, muss ich noch nicht mal lange nachdenken. Sie ergeben sich automatisch aus dem Gezeigten, das sich an TNG-Fans wie mich richtet. Wenn Claudia Kern sagt, die Autor*innen seien nicht dumm, stellt sich die Frage, wie es dennoch zu so etwas kommt.

        Ich mache mir wirklich Sorgen, wie mit Guinan & Co. in Zukunft umgegangen werden wird! Wenn man sie wie Data, Hugh und Icheb für eine (vielleicht gar nicht mal so gute) Story opfert, möchte ich es nicht sehen. Es muss schließlich immer hochgradig emotional und dramatisch sein, sonst ist es (nach Ansicht des Produzenten-/Autorenteams) keine Serie. Kleine Geschichten gibt es auch nicht mehr, man muss immer das Universum retten.

        Jetzt höre ich aber endlich auf zu mosern.

        LL&P
        2Voq

        1. Hi 2Voq,

          puh, bevor ich dazu aushole und mir die Finger wund schreibe, lass mich nur kurz sagen, dass ich dir völlig zustimme! Ich habe mir bei der Sichtung des neuen Trek-Materials viele Gedanken und auch Sorgen gemacht und will mir vieles aufheben, für die spätere Verpodcastung. Oder für Live-Gespräche Face to Face in leicht alkohol- oder snackgeschwängerter Atmosphäre. Ich könnte Romankapitel füllen damit, was mir im Kopf weh tut bei der aktuellen Vorgehensweise, will aber bei einem baldigem Rewatch offen sein, für die guten, schönen Seiten, die sich da hoffentlich irgendwo drunter verstecken. Es ist allgemein schade, dass man eher dieses suchen muss, als das Negative, aber man kann ja nicht alles haben.

          In diesem Sinne, viel Spaß mit der heutigen Besprechung.

          LG
          Chris

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