Folge 176 – TNG – Der Moment der Erkenntnis – Teil 1 & 2

Es muss schön sein, wenn man abends bei einem guten Bierchen sitzt und plötzlich kommt einem dieser Moment, in dem einem etwas klar wird. Die Frage ist nur, wer hier heute seinen klaren Moment der Erkenntnis hat?! Data etwa, der plötzlich über seltsame Träume rätseln darf und dabei glatt seinen Dienst verträumt oder doch Worf, den ein seltsamer Typ auflauert, der Dinge weiß… woher auch immer? Uns fehlt da die Spur, aber vielleicht findet man die auf DS9, denn auch das sehen wir in dieser Folge. Inklusive Dr. Bashir, nur Bashir, denn für mehr hat das Budget nicht gereicht (hätte jetzt Deadpool ungeunkt). Seht und hört selbst und fällt ein Urteil – mit einer kleinen technisch bedingten Verzögerung heute mal exklusiv am Samstagabend!

Viel Spaß!

2 Gedanken zu „Folge 176 – TNG – Der Moment der Erkenntnis – Teil 1 & 2“

  1. Hallo Anja, Hallo Chris! 😉

    Ich finde es lustig, dass Worf zuerst im Brustton der Überzeugung sagt:
    „A Klingon would never allow himself to be captured. A warrior fights to the death.“,
    nur um wenige Minuten später SELBST bei seiner Mission ZWEI MAL gefangen genommen zu werden! 🤣🤣🤣 Es mag ja sein, dass klingonische Krieger immer bis zum Tod kämpfen MÖCHTEN, aber wenn sie während der Schlacht durch widrige Umstände das Bewusstsein verlieren oder ausgeknockt werden und dadurch dummerweise überleben (so ein Mist aber auch!), sind sie dann automatisch „entehrt“? Was ist mit Worf, der hier ebenfalls in Gefangenschaft gerät?

    Der Zweiteiler „Birthright / Der Moment der Erkenntnis“ wurde im Trekcast Nr. 31 besprochen. Der Tenor dort ist, dass die Folge als Crossover zwischen TNG und DS9 enttäuscht und dem schließe ich mich an. Wir sehen wenig von DS9 und der einzige DS9-Charakter ist Dr. Bashir, der zu diesem Zeitpunkt im Star Trek-Universum (wir befinden uns aktuell im Jahr 2369, also zur Zeit der 1. DS9-Staffel) noch nicht ausgearbeitet wurde. Er kommt in den Maschinenraum der Enterprise und möchte dort ein Gerät aus dem Gamma-Quadranten analysieren. Die Geschichte mit dem bajoranischen Wasserversorgungssystem dient nur als Aufhänger und hat keine tiefere Bedeutung. Das hat alles recht wenig mit DS9 zu tun! Den Iridianer Shrek (was ich für einen fantastischen Namen halte) hätte Worf auf jeder Sternbasis, jeder Kolonie, jedem Planeten etc. treffen können, das musste nicht zwangsläufig auf DS9 stattfinden. Wenn ich diese Story mit dem DS9-Pilotfilm „Emissary / Der Abgesandte“ vergleiche, ist der Bezug zu DS9 in „Birthright“ sehr schwach. Ich hätte die DS9-Crew stärker eingebunden, z. B. indem Odo seine Informaten im Romulanischen Sternenimperium kontaktiert und so für Worf die nötigen Infos über das Gefangenenlager besorgt. In DS9 erfahren wir, dass Sicherheitschef Odo Kontakte zu Geheimdienstlern anderer Völker pflegt und darum hätte das für mich Sinn ergeben. So wie der Zweiteiler ist, sehe ich keine Notwendigkeit, ihn auf DS9 spielen zu lassen.

    Übrigens erfahren wir im Dialog zwischen Data und Dr. Bashir, dass Data atmet. Das sollten wir für den 9. Kinofilm im Hinterkopf behalten. Dort wird uns jemand, der es wissen muss, das exakte Gegenteil erzählen. 🤔

    Ich möchte hier nicht als Besserwisser erscheinen, aber eure Diskussion über die „indianische Kultur“ hat mich doch ein wenig gestört, weil der Begriff „Indianer“ einfach falsch ist! Kolumbus suchte einen Seeweg nach Indien und glaubte, bei seiner Landung auf dem amerikanischen Kontinent Indien erreicht zu haben. Es war aber nicht Indien oder Asien, sondern der Kontinent, den wir heute „Amerika“ nennen. Die Einwohner*innen des amerikanischen Kontinents nenne ich persönlich immer Native Americans oder amerikanische Ureinwohner, weil es der Wahrheit am nächsten kommt. Sie haben in ihren eigenen Sprachen natürlich Bezeichnungen für ihre Völker und Stämme, z. B. Maya oder Sioux, die in der Übersetzung häufig einfach „Mensch“ bedeuten. Ich weiß, dass auch Wikipedia das Wort „Indianer“ benutzt, aber ich finde, wenn vor Jahrhunderten ein Begriff geprägt wurde, der auf falschen Annahmen basiert und man diesen Fehler erkennt, sollte man das ändern. Wenn ich mit dem Auto nach Lübeck fahren möchte, mich verfahre und in Bremen lande, kann ich die Einwohner*innen Bremens auch als „Lübecker*innen“ bezeichnen, was aber leider falsch wäre. Genauso sehe ich das bei den sogenannten „Indianern“. Wie gesagt, ich mache euch keine Vorwürfe, aber das ist meine Meinung.

    Chris, du fragst: „Ist man als Person unvollständig, wenn man seine Kultur und seine Herkunft nicht kennt?“ und vergleichst dann Ba’el mit Data. Den Vergleich finde ich unpassend, weil Data alles über seine Herkunft und seinen „Vater“ Dr. Soong weiß. Data begibt sich sogar auf die Suche nach mehr Wissen, weil er neugierig ist und gelangt so zu den Visionen mit dem „Schmied“ Dr. Soong. Niemand enthält im Informationen über seine Herkunft vor oder hindert ihn daran, mehr herauszufinden. Ja, Data hat seine eigene Kultur. Ihm tischt man aber auch keine Lügen auf und behauptet, er dürfe wegen eines angeblichen Krieges seinen Heimatplaneten nicht besuchen oder so einen Quatsch.

    Gi’ral und Tokath hingegen enthielten ihrer Tochter Ba’el bis zu Worfs Ankunft Informationen vor und behaupteten sogar, zwischen Klingonen und Romulanern herrsche immer noch Krieg, was falsch ist. Wenn sich Ba’el nicht für ihr klingonisches/romulanisches Erbe interessiert und es ablehnt, weil sie ihren eigenen Weg finden und ihr eigenes Leben leben möchte, anstatt sich uralten Ritualen zu unterwerfen, fände ich das ok. Die Entscheidung für oder gegen ihr Erbe kann Ba’el aber nur treffen, wenn sie möglichst viele Informationen und Zugang zu solchen Informationen über die Klingonen und Romulaner hat! Dazu gehört eben auch, dass die beiden Völker keinen Krieg mehr gegeneinander führen. Die junge Frau Ba’el wurde von ihren Eltern bisher in einem falschen Glauben gelassen! Wie soll Ba’el für sich und ihr Leben entscheiden, wenn sie seit Jahren belogen wird?

    Ich glaube schon, dass sich Ba’el für die klingonische Kultur interessiert! Wieso zeigt sie Worf das D’k tahg und das Jinaq ihrer Mutter? Wenn Ba’el kein Interesse daran hätte, würde sie diese Gegenstände doch keinem Fremden zeigen, oder? Außerdem finde ich die Argumentation „Ba’el zeigt kein Interesse für ihre Herkunft und die klingonische und romulanische Kultur, darum spielt das alles für sie keine Rolle.“ kurzsichtig. Personen fangen doch erst an, sich für ein Thema zu interessieren, nachdem sie damit in Kontakt kamen! Angenommen, im Lager auf Carraya IV stünde ein Computer, den die Bewohner*innen benutzen dürfen. Der Computer verfüge über eine Kopie der Föderationsdatenbank „Memory Alpha“ von vor 25 Jahren, so dass man dort alle Daten und Informationen abrufen könnte, die in Memory Alpha zum damaligen Zeitpunkt gespeichert waren. Die Bewohner*innen des Lagers würden in der Benutzung des Computers unterrichtet werden und dürften ihn jederzeit verwenden. Woher wissen wir, dass Ba’el nicht stundenlang an diesem Computer sitzen würde, um Infos über Klingonen, Romulaner oder andere Völker abzurufen, weil sie eine intelligente und wissbegierige junge Dame ist? Woher wissen wir, dass sie nicht früher oder später aus eigenem Antrieb ihre Eltern bitten würde, etwas über die Heimatwelten zu erzählen? Woher wissen wir, dass sich Ba’el nicht ganz von selbst für verschiedenste Dinge außerhalb ihrer Lebenswelt interessieren würde, sobald sie Zugang zu einer ausreichenden Informationsquelle bekommt? Ba’el stammt von einer Klingonin und einem Romulaner ab und hat darum ein Recht darauf, mehr über ihre Herkunft zu erfahren! Ihr das vorzuenthalten, ist ein Fehler. Die Tatsache, dass sie keine Fragen darüber stellt, ist kein Beweis für ihr Desinteresse. Ein Kind, das noch nie Fußball gespielt hat, kann doch trotzdem Spaß am Fußballspielen haben, nachdem man es ihm einmal gezeigt hat! Ein Kind, das noch nie mit Themen wie Chemie, Fossilien oder Bildhauerei in Kontakt gekommen ist, kann sich nach dem „Erstkontakt“ sehr für diese Themen begeistern! Vielleicht ist es bei Ba’el ähnlich: Nach zwei Stunden Unterricht in klingonischer oder romulanischer Geschichte ist sie Feuer und Flamme für diese Dinge und möchte unbedingt mehr erfahren. Es könnte doch sein, dass Ba’el GERADE WEGEN ihrer Herkunft zu einer Vermittlerin zwischen den ehemals verfeindeten Völkern der Klingonen und Romulaner wird. In der Folge sehe ich zumindest nichts, was dagegen spräche.

    Von wegen „das eigene Ding überstülpen“: Haben Gi’ral und Tokath ihrer Tochter Ba’el nicht auch „ihr eigenes Ding übergestülpt“? Dürfen sie ihre Tochter belügen, weil sie ihre Eltern sind? Sind diese Lügen „besser“ als die Wahrheit? Wie soll Ba’el ihr Leben auf Lügen aufbauen? Wie wäre Ba’els Leben verlaufen, wenn Worf niemals auf dem Planeten angekommen wäre? Hätte sie ihr gesamtes Leben in dem Lager auf Carraya IV verbracht und wäre dort als alte Frau in dem Glauben gestorben, das ganze restliche Universum wäre durch Kriege zerstört worden? Wäre das gut für sie gewesen?

    Mein Fazit lautet: Es kann sein, dass Ba’el ihr klingonisch/romulanisches Erbe egal ist, aber lasst sie das doch bitte selbst entscheiden, anstatt sie zu belügen! Erzählt ihr von den Klingonen, den Romulanern, den Vulkaniern, der Föderation, den Ferengi usw.! Erzählt ihr alles, was ihr über das Universum wisst und lasst sie danach selbst entscheiden.

    In der Bewertung von „Birthright“ stimme ich euch aber zu. Wenn ich die Doppelfolgen (innerhalb einer Staffel) und Cliffhanger (als Brücke zwischen zwei Staffeln) von TNG zusammen betrachte, ist „Birthright“ einer der schwächeren. Mir gefällt schon „Time’s Arrow“ nicht so gut, weil die Zeitreise-Story mit Lebensenergie absaugenden Aliens genauso folgenlos bleibt wie Worfs Besuch im Gefangenenlager auf Carraya IV.

    Hurra, am Freitag dürfen wir den großartigen Tim Russ in seiner ersten Star Trek-Rolle bewundern! 😁

    LL&P 🖖 👋
    2Voq

    SPOILER! SPOILER! SPOILER! SPOILER! SPOILER! SPOILER! SPOILER!

    Chris, ich musste bei eurer Diskussion sofort an B’Elanna Torres denken, weil sie mit ähnlichen Problemen zu kämpfen hat. Bei ihr kann ich verstehen, dass sie ihr klingonisches Erbe ablehnt. Sie weiß aber eben auch schon viel über die klingonische Kultur und niemand enthält ihr etwas vor, ganz im Gegensatz zu Ba’el.

    1. Hi 2Voq,

      vielen Dank, wie immer, für deine Ausführungen. Mit deiner Kritik an dem von uns genutzten Wort „Indianer“ hast du vollkommen recht, das war in der Tat unpassend. Wir werden in Zukunft mehr darauf achten.
      Time’s Arrow hatte ich ja völlig hinten überfallen lassen bei der (Ab-)Wertung der Doppelfolgen. Naja, so wichtig war es 😉
      Time’s Arrow würde ich aber wegen der besseren Dramatik und den coolen Sets und Kostümen noch etwas über Birthright ansiedeln.

      SPOILER-PART: Die B’Elanna Backstory gefällt mir ebenfalls deutlich besser, auch wenn „Barge of the Dead“ nicht so gut in Erinnerung bei mir geblieben ist. Aber gerade ihre Kindheitserinnerungen und die Selbsterkenntnis in „Faces“ an Anfang der Serie machen für mich einen runderen Charakter aus und auch eine bessere Erzählung als in dieser Folge hier. Naja, ist ja leider auch nur eine unbedeutende Nebenfigur (auch wenn sie meiner Meinung nach die wichtigste Gastrolle in dieser Folge darstellt).

      LG
      Chris

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