Folge 175 – TNG – Willkommen im Leben nach dem Tode

Q ist Gott! Hat er gesagt! Nicht der  aus Star Trek V (obwohl das auch machbar wäre), sondern so eine Art Morpheus-im-Konstruktprogramm-2. Chance-lass-dich-nicht-erstechen-Gott. Nur für Picard.

Ja, klingt etwas seltsam, aber das ist nicht alles. Wir lernen unseren guten Johnny auf der Akademie kennen, seine diversen Frauengeschichten, die immer schräger und schräger werden (man bedenke nur den Altersunterschied), damit er schließlich, als kleiner, älterer Lieutenant Junior Grade Berichte durch die Flure tragen darf.

Wer bekommt jetzt auch Lust auf eine Runde Dom-Jot!?

2 Gedanken zu „Folge 175 – TNG – Willkommen im Leben nach dem Tode“

  1. Hallo Anja, Hallo Chris! 😉

    Der weiße Raum, in dem Q und Jean-Luc stehen, erinnert mich nicht nur an das Konstrukt in „Matrix“, sondern auch an eine Szene in DS9. Dort gibt es eine Folge, die zwei Charaktere in so einer Umgebung zeigt. Es ist übrigens eine ganz hervorragende Folge, die Chris schon mal erwähnt hat und auf deren TvS-Besprechung ich mich sehr freue.

    Ach ja, Amelia Earhart… die 37er. 😁

    Die deutsche Synchro von DS9 finde ich an manchen Stellen auch schlimm oder zumindest merkwürdig: Morn bekommt einen Text, obwohl der Running Gag darin besteht, dass er nur Off-Screen spricht, es gibt böse Übersetzungsfehler (‚hand-eye coordination‘ = Hand-Augen-Koordination wird zu ‚Hand-Augen-Koordinaten‘?!?) und manchmal werden englische Begriffe benutzt, wo es wörtliche deutsche Übersetzungen gibt (‚Oort cloud‘, ‚gas giant‘). Ich verstehe auch nicht, was die deutschen Synchronleute da geritten hat!

    Die Folge „Willkommen im Leben nach dem Tode“ könnte man meiner Ansicht nach auch „Das zweite Leben“ nennen, weil Picard genau das erlebt: Ein zweites Leben, das anders verläuft als sein „erstes“ Leben.

    Taucht Q in „Tapestry / Willkommen im Leben nach dem Tode“ wirklich auf? Simon und Sebastian von „Trek am Dienstag“ brachten mich auf diese Idee, weil sie am Ende eines Podcasts beiläufig andeuteten, Picard könnte in dieser Folge eine Nahtoderfahrung erleben, anstatt einen weiteren Besuch von Q zu bekommen und ich finde diese Interpretation valide. Picard wird bei einer Mission verletzt und in die Krankenstation gebracht. Er hat einen Kreislaufstillstand, großen Blutverlust und sein künstliches Herz ist beschädigt. Währenddessen erlebt er sein bisheriges Leben noch einmal, aber mit einem anderen Verlauf. Dabei spielt sich alles in Picards Kopf ab. In einer Dramaserie, die in der Realität spielt und keine Phantastik-Elemente wie Q enthält, würde ich sagen: Picard hat eine Nahtoderfahrung. Beverlys Verwunderung über seine Genesung ist meiner Meinung nach kein Beweis für Qs Eingreifen, denn „wundersame Genesungen“ sehen wir in Star Trek häufig! Jim Kirk wurde z. B. auch schwer verletzt oder vergiftet und überlebte. Ich finde, wir wissen zu wenig über seine Verletzungen und die Behandlung, um sagen zu können: „Nur Q konnte ihn retten!“.

    Jean-Lucs Verstand sucht eine Erklärung dafür, dass er noch lebt. Ein religiöser Mensch hätte hier vielleicht ein helles Licht am Ende eines langen Tunnels gesehen und das als Gott interpretiert, aber Picard begegnet Q, weil das für ihn persönlich Sinn ergibt. Ich halte Jean-Luc nicht für einen religiösen Menschen, aber er ist bestimmt ein spiritueller Mensch. Obwohl es nie erwähnt wird, kann ich mir vorstellen, dass er an irgendeine Form von höhrer Macht („Gott“) glaubt. Eine seiner spirituellen Erfahrungen könnte das Leben von Kamin sein, einem Bewohner der Siedlung Ressik auf dem Planeten Kataan. Kamin ist immer noch ein Teil von Jean-Luc und er macht sich bestimmt viele Gedanken über ihn. Picard glaubt, Q würde ihn wieder heimsuchen und ärgern, so wie er es schon mehrmals getan hat. Falls es eine Nahtoderfahrung ist und Q nichts damit zu tun hat, gelingt es Picard ohne fremde Hilfe, mit dem Kampf, der ihn vor vielen Jahren sein echtes Herz gekostet hat, klarzukommen. Das fände ich schön! Es würde beweisen, dass er sich persönlich weiterentwickelt hat und nicht mehr auf den außerirdischen Space Wizard Q angewiesen ist. Bill Riker hat noch nie von einer derart detaillierten Nahtoderfahrung gehört, aber er ist kein Neurologe, Psychologe, Therapeut oder Seelsorger. Wenn Beverly und/oder Deanna gesagt hätten, dass seine Erinnerungen und Erfahrungen extrem ungewöhnlich sind, hätte das für mich ein anderes Gewicht, aber beim Bill, naja… „… I’ve never heard one so detailed.“. Er hatte bis „Encounter at Farpoint“ auch noch keinen Androiden zum Freund und Kollegen, er hatte bis „Q Who“ noch nie Kontakt mit einer Spezies namens „Borg“, er hatte bis „Redemption“ noch keinen klingonischen Bürgerkrieg hautnah miterlebt, er hatte bis „Time’s Arrow“ nie keine Zeitreise ins 19. Jahrhundert unternommen usw. Im Star Trek-Universum und ganz besonders auf der Enterprise geschehen oft außergewöhnliche Dinge. Manche behaupten sogar, das käme jede Woche vor! 😉

    Ich finde die Folge zwar gut, aber wenn ich darüber nachdenke, ist die Geschichte recht einseitig und übertrieben. Na gut, der „andere“ Jean-Luc ist nicht bereit, an einer aus seiner Sicht sinnlosen Kneipenschlägerei gegen ein paar Nausikaaner teilzunehmen. Die Gründe für seine Zurückhaltung kann ich gut nachvollziehen! So wie die Nausikaaner dargestellt werden, sind sie brutal und skrupellos und zögern nicht, einen Gegner während einer Schlägerei hinterrücks zu ermorden. Jean-Luc hätte Corey nicht über den Tisch werfen müssen, aber ist er wirklich ein „Feigling“, nur weil er den Kampf gegen die Nausikaaner vermeiden möchte? Meiner Meinung nach bedeutet das nicht, dass er sein ganzes restliches Leben deswegen auf Sicherheit setzt und niemals Risiken eingehen will. Ich setzte in meinem Leben oft auf Sicherheit und ihr bestimmt auch! Wir fahren nicht betrunken Auto, wir benutzen keine defekten Stromkabel, wir essen keine im Wald gesammelten Pilze, die möglicherweise giftig sind usw. Müssen wir uns deswegen als „Feiglinge“ bezeichnen lassen? Die Nausikaaner sind doch verdammt gefährlich! Dieser Nausikaaner hätte unseren Jean-Luc buchstäblich vom Sack bis zum Kinn aufschlitzen können, dann wäre kein künstliches Herz in der Lage gewesen, ihn zu retten! Warum sollte man sich von solchen Typen nicht fernhalten? In meinen Augen hätten sein Charakter und seine Karriere nicht darunter gelitten, dass er dieser Kneipenschlägerei aus dem Weg geht. Außerdem traue ich ihm zu, sein Verhalten zu reflektieren und daraus zu lernen. Für ihn hätte das z. B. bedeuten können, in späteren Situationen erst recht hohe Risiken einzugehen. Menschen neigen dazu, ihr früheres Verhalten, für das sie sich schämen, zu kompensieren und übertreiben es dabei nicht selten. Wenn er sich dadurch charakterlich weiterentwickelt hätte, wäre das meiner Meinung nach glaubwürdiger gewesen.

    Mir ist die Entwicklung des „anderen“ Jean-Luc Picard, der NICHT gegen die Nausikaaner kämpft, allgemein ein Rätsel. Die Geschichte seines „zweiten Lebens“ setzt ein, nachdem er die Akademie beendet hat und schon in den niedrigsten Offiziersrang des Ensigns aufgestiegen ist. Bis zu diesem Zeitpunkt ist sein Leben also exakt so verlaufen, wie wir es bisher von „unserem“ Jean-Luc Picard gehört haben.
    In „Booby Trap“ erzählt Picard von den Flaschenschiffen, die er als Kind baute und wundert sich, dass nur O’Brien diese Leidenschaft mit ihm teilt:
    „Didn’t anybody here build ships in bottles when they were boys?!“
    In „Family“ streiten sich die Brüder Jean-Luc und Robert. Robert wirft ihm vor, ihn immer in den Schatten gestellt zu haben:
    „Never sought president of the school, valedictorian, athletic hero with your arms raised in victory?“
    Jean-Luc war also Präsident der Schüler- bzw. Studierendenvertretung (vermutlich des Gymnasiums oder wie auch immer das im 24. Jahrhundert heißt), er war der „Valedictorian“, also der „Primus Omnium“ (der beste Abiturient seines Gymnasiums, der bei der Zeugnisübergabe eine Rede hielt) und er war ein Athlet und Sieger zahlreicher Wettbewerbe. Er gewann einen Preis für den Aufsatz über Raumschiffe und wurde für seine Erfolge gefeiert und bejubelt. Admiral Hanson sagt in „The Best of Both Words, Part 2“ über den Freshman (Erstsemester) Jean-Luc Picard:
    „A few years ago, I watched a freshman cadet pass four upper classman on the last hill of the forty kilometre run on Danula Two. The damndest thing I ever saw. The only freshman to ever win the Academy marathon. I made it my business to get to know that young fellow. I got to know him very, very well. And I’ll tell you something. I never met anyone with more drive, determination or more courage than Jean-Luc Picard.“
    Admiral Hanson hat also niemals einen Menschen mit mehr Ehrgeiz, Entschlossenheit und Tapferkeit kennengelernt als den jungen Kadetten Jean-Luc Picard.

    Ich gebe zu bedenken, dass all das VOR seinem Abschluss an der Sternenflottenakademie stattgefunden hat.

    Wir wissen nicht, mit welchem Notendurchschnitt Jean-Luc die Akademie abgeschlossen hat, aber seinen früheren Erfolgen nach zu urteilen war er ganz sicher einer der besten Absolventen, die jemals an der Akademie studiert haben. Dieser hervorragende Abschluss mit Auszeichnung bleibt ihm in seinem „zweiten Leben“ erhalten. Auch daran hat sich nichts geändert.

    Kurz nach dem Abschluss fürchtet Jean-Luc eine drohende Konfrontation mit einer Bande gewalttätiger, brutaler und skrupelloser Schläger. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich kann es ihm nicht verdenken! Danach mutiert er vom geachteten, hyperintelligenten, bejubelten, mega-ehrgeizen, zu allem entschlossenen, gefeierten, unendlich mutigen, grenzenlos tapferen, ehemaligen Schülerpräsidenten, Primus Omnium, Sportler, Medaillengewinner, Absolventen der Sternenflottenakademie mit Auszeichnung usw. zum… LOSER UND IDIOTEN?!? Was ist mit Jean-Lucs zahllosen beeindruckenden Leistungen und glänzenden Erfolgen, seinen Erfahrungen, seiner Wissbegierde, seinem Stolz, seinem Idealismus, seiner Loyalität und all den anderen guten Eigenschaften, die ihn selbst beinahe zum „Gott“ machten? Was ist in den 40 Jahren nach der Begegnung mit den Nausikaanern in der Bonestell Recreation Facility geschehen? Jean-Luc hat nicht gegen die Nausikaaner gekämpft, aber mit Marta geschlafen, wodurch sie und Corey ihm die Freundschaft aufkündigten. Das ist nicht schön, aber sowas passiert leider im Leben! Jean-Luc hatte schließlich noch viele andere Freunde, oder? Waren Marta und Corey seine einzigen Freunde? Das kann ich mir überhaupt nicht vorstellen! Was hat Jean-Luc in den 40 Jahren getan, um sein Leben so gegen die Wand zu fahren? Wurde er schwer drogenabhängig und kriminell? Verbrachte er 30 Jahre im Gefängnis und bekam danach keinen Fuß mehr auf den Boden? Verriet er die Föderation an die Romulaner und wird seitdem verachtet? Wie wird ein Mensch vom Superhelden zum Volltrottel? Nur weil er diesen Kampf vermeiden wollte, hat er danach keinen Ehrgeiz mehr? Sein Bruder Robert und Admiral Hanson wissen doch, dass er der ehrgeizigste Mensch der Welt ist! Verliert er dadurch seine Intelligenz, seine Kreativität, seine Teamfähigkeit, seine Zuverlässigkeit, seine Begeisterungsfähigkeit und seine Führungskompetenz? Wird ein Mensch dumm und faul, weil er sich nicht prügeln möchte? Muss jeder Sternenflottenoffizier an einer zünftigen Kneipenschlägerei teilnehmen, um kein „dreary man in a tedious job“ zu werden? Picard sagt zu Q: „That man is bereft of passion… and IMAGINATION!“ Wie genau ist das abgelaufen? Wie hat Jean-(I never met anyone with more drive, determination or more courage)Luc (president of the school, valedictorian, athletic hero) Picard (The only freshman to ever win the Academy marathon) jegliche Leidenschaft (with your arms raised in victory) und Fantasie (Ships in bottles) verloren? Hat er es wie Edward Furlong gemacht und sich durch Drogenabhängigkeit und Gewalttaten seine Zukunft verbaut? Wieso sollte er sowas tun und wie kam es dazu?

    Außerdem frage ich mich, wieso Jean-Luc seinem Leben in dieser alternativen Zeitlinie (falls es das ist) nicht eine andere Richtung gibt. „Risiken eingehen und die Initiative ergreifen“ kann Jean-Luc doch auch im Berufsleben, dafür muss er nicht lebensmüde sein und sich einem gemeingefährlichen Messerstecher entgegenwerfen! „Risiken eingehen und die Initiative ergreifen“ bedeutet für mich z. B., einem Vorgesetzen Vorschläge zur Lösung von Problemen zu unterbreiten ODER nützliche Weiterbildungskurse zu belegen ODER sich auf eine Position zu bewerben, die neue Anforderungen stellt und wo ich mich weiterentwickeln kann ODER ODER ODER. Warum muss sich Jean-Luc als 21-jähriger laut lachend in einen nausikaanischen Dolch stürzen, um Jahrzehnte später Captain der Enterprise zu werden? Die Episode erzählt mir: Falls es Jean-Luc Picard nicht gelungen wäre, Captain der Enterprise zu werden, hätte er sich zwangsläufig zum totalen Versager entwickelt. Das glaube ich nicht! Er hätte einen anderen hohen Posten eingenommen, z. B. als Kommandant der Schiffswerften von Utopia Planitia, als Chef der Sternenflottenakademie oder als Diplomat bei Verhandlungen mit anderen Völkern. Sein Leben so anzunehmen, wie es ist und das Beste daraus zu machen ist eine gute (und gar nicht so teure!) Botschaft, der ich voll zustimme. Dieses Schwarz-Weiß-Denken von wegen „Picard ist ENTWEDER Captain der Enterprise ODER ein totaler Versager, einen Mittelweg gibt es nicht!“ finde ich blöd und stimme dem überhaupt nicht zu.

    Cortan „Corey“ Zwellers ist für Jean-lucs Verletztung mitverantwortlich, oder? Klar, der Nausikaaner durchbohrte ihn mit seinem Dolch, aber hätte Corey nicht auf eine Revanche gegen die Nausikaaner bestanden, wäre es nie zu der Schlägerei gekommen. Fühlte er sich in seiner „Ehre“ oder in seiner „Männlichkeit“ verletzt und „musste“ deswegen „Rache nehmen“? Sind männliche Sternenflottenoffiziere wirklich solche Kleingeister, die sowas nötig haben? Ich finde es gut, für einen Freund einzustehen. Wenn sich dieser Freund aber höchstselbst tief in die Scheiße geritten hat, möchte ich mich nicht wegen ihm umbringen lassen!

    Ich finde „Tapestry“ auch gut, mache mir aber meine Gedanken und stelle Fragen. Wenn ihr mir antwortet und schreibt, dass ihr auf meine Gedankengänge eine andere Interpretation parat habt oder es eine Ebene gibt, die ich übersehen habe, dann könnte ich sie auch mit 10 von 10 Dom-jot-Bällen bewerten.

    Euer relativ kurzer, aktueller Podcast mit 1 Stunde und 38 Minuten überraschte mich, weil ich „Tapestry“ trotz meiner Kritik als eine der großen und wichtigen Picard-Folgen einschätze. Über die bisherigen Picard-Folgen „The Measure of a Man“, „Family“, „I am Hugh“ und „The Inner Light“ habt ihr jeweils über zwei Stunden gesprochen (der Spitzenreiter ist „The Inner Light“ mit 2 Stunden, 34 Minuten und 14 Sekunden – Wooow! 😲).

    Die Herkunft des Episodentitels „Tapestry“ habt ihr geklärt. Ich hätte aber meinen bajoranischen Ohrring darauf verwettet, dass ihr auch die Herkunft des Namens „Nausikaaner“ klären würdet! Ich zitiere den englischen Memory Alpha-Artikel „Nausicaan“:
    „According to the Star Trek Encyclopedia (4th ed., vol. 2, p. 68), this species was „named for the Greek princess of the wind, as well as for the 1984 animated fantasy film Nausicaa.“ Coincidentally, Patrick Stewart later lent his voice talent to an English redubbing of that anime film, in 2005.“

    Auf DS9 sieht man meines Wissens nach keinen Dom-jot-Tisch, was ich ein bisschen Schade finde. Im Quark’s hätte es gut gepasst. Dom-jot wird zwar mehrmals erwähnt und wir können davon ausgehen, dass Quark solche Tische in seiner Bar aufgestellt hat, aber sehen tun wir sie nicht.

    Wenn ich die Bestandteile der Story von „Tapestry“ isoliere, komme ich auf fünf Elemente:
    1) Die Hauptperson wird lebensgefährlich verletzt.
    2) Sie wird ins Krankenhaus eingeliefert und notoperiert.
    3) Sie wird in eine Art von fremder Welt gezogen und macht dort eine sehr ungewöhnliche Erfahrung, die ihre Sicht auf ihr eigenes Leben komplett verändert.
    4) Diese Erfahrung besteht darin, zu einem früheren Zeitpunkt in ihrem Leben zurückzukehren und die dortigen Ereignisse zu beeinflussen, um etwas, das damals schief gegangen ist, geradezurücken.
    5) In der fremden Welt gibt es eine andere, ihr bekannte Person, die immer wieder auftaucht und sie begleitet.

    Ihr mögt „Tapestry“ sehr, deswegen habe empfehle ich euch eine wie ich finde ganz wunderbare Serie auf Amazon Prime Video. Sie heißt „Undone“ und ist eine Dramaserie mit Science Fiction- und Fantasyelementen. Bisher kann man sich auf Prime Video die 1. Staffel anschauen, die 2. ist wohl in Planung. Die fünf oben genannten Bestandteile aus „Tapestry“ sehe ich dort ebenfalls. Die ganze Serie wurde in einem besonderen Animationsverfahren namens „Rotoskopie“ produziert. Das ist dieselbe Technik, die z. B. auch für die Animation der Lichtschwerter in der Originial Trilogy von Star Wars zur Anwendung kam. Ich habe 2009 den Film „A Scanner Darkly – Der dunkle Schirm“ gesehen, der komplett nach diesem Verfahren hergestellt wurde, darum interessierte mich „Undone“. Wie ich zugeben muss, verbrachte die Serie Monate in meiner Watchlist, aber vor Kurzem kam ich endlich dazu, sie mir anzusehen und bin begeistert. Die Charakterisierung der Figuren, v. a. die der Protagonistin Alma, finde ich wundervoll! Ich hatte wirklich schon nach den ersten paar Minuten der Pilotfolge das Gefühl, diese Person zu kennen und begann, mich mit ihr zu indentifizieren und die Story aus ihrer Sicht zu erleben. Sie ist mein neuer serienübergreifender Lieblingscharakter. Alma wurde gehörlos geboren und hatte als Kind eine Operation, bei der ihr ein Cochlea-Implantat eingesetzt wurde. Das erinnerte mich erstens an „Tales from the Loop“, denn Danny Jannsons (das ist der Junge, der mit seinem Freund Jakob den Körper tauscht) Schwester Beth ist ebenfalls gehörlos und zweitens an Tanja vom Podcast „Trekkiepedia“, weil sie als Gebärdendolmetscherin mit gehörlosen Menschen arbeitet.

    Guckt euch „Undone“ mal an, wenn ihr Lust auf eine ungewöhnliche, experimentelle Serie habt! Mir hat sie bisher sehr gut gefallen.

    LL&P 🖖 👋
    2Voq

    P.S.: Anja, „Geburtsrecht? Klingt klingonisch, es geht wahrscheinlich um Worf!“ und „Das könnte auch so ein Data-Ding sein!“?! Entweder bist du Betazoidin und liest Chris‘ Gedanken oder du versteckst irgendwo eine Zeitmaschine! 🤣🤣🤣 Ich bin schon gespannt, wie du die DS9-Episodentitel interpretieren wirst.

    1. Hi 2Voq,

      deine Idee finde ich sehr interessant! Was wäre, wenn Q nur ein Hirngespinst ist, dass sich Picard phantasiert hat?!
      Mal angenommen es wäre so, dann macht zum einen auch der ungewöhnliche Serientitel Sinn, der diesmal kein Q im Namen hat. Weil es eben nicht der reale Q ist. Ich würde dann auch die gerechtfertigte Kritik an dem zweiten Leben Picards milder sehen, weil es eine von Picard emotional aus der Situation heraus so empfundene Abweichung ist. Also, man stelle sich vor, Picard bedauert diesen Kampf mit dem Nausikaaner am meisten aus seinem Leben (die Sache mit Jack Crusher jetzt mal sträflichst vernachlässigt) und verbindet viele der Dinge, die er anfangs so in seinem Leben bedauert, ursächlich mit diesem Ereignis, so stellt er sich womöglich vor, würde sein Leben anders verlaufen, wenn er nicht gekämpft hätte und nicht erstochen worden wäre. Die Handlung, dargestellt in dieser Episode, ist seine Art die Dinge zu sehen, und gerade die Gegenwartssequenz, mit ihm als „uralten“ Lt. Jr. Grade ist dann der Turning Point, an dem er einsieht, dass sein Leben, so wie es ist, mit all seinen Fehlern, auch dem Kampf und dem Erstechen, gut verlief, wie es ist. Sich selbst als wenig ernst genommenen Lt. Jr. Grade zu erleben, ist das Mittel der Übertreibung um sein Bedauern abzulegen und sich selbst voll und ganz anzunehmen. Die Vorstellung von Q in dieser ganzen Sache ist dann Picards Unterbewusstsein, dass eine Manifestation braucht, um (bissig) diese Dinge zu kommentieren.
      Ich hoffe, man versteht, wie ich es meine 😉

      Würde mir auch als Erklärung gut gefallen. Danke, für diesen Denkanstoß, finde ich megaspannend.

      LG
      Chris

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