Folge 173 – TNG – Aquiel

Auf den Hund gekommen ist diese Woche definitiv der Geordi. Während forensischen Ermittlungen schweift der gute etwas ab und fängt, wie sollte es anders sein, eine virtuelle Beziehung zu einer Frau an, die entweder unter Mordverdacht steht oder direkt das Opfer ist. Wenn das mal kein neuer Höhepunkt ist! Sowas gabs auch noch nicht.

Wie das ausgeht, was Klingonen damit zu tun haben oder Odo, das erfahrt hier diesen Freitag. Viel Spaß!

3 Gedanken zu „Folge 173 – TNG – Aquiel“

  1. Hallo Anja, Hallo Chris!

    Mir sind heute zwei schöne Dinge passiert:
    1. Ich wurde mit dem Impfstoff von Johnson&Johnson gegen COVID-19 geimpft.
    2. Durch meine Bemühungen erwarb ich ein seltenes Artefakt aus dem Detla-Quadranten:
    https://postimages.org/

    Die Origin Story der Tasse lautet:
    Simon und Sebastian haben am letzten Dienstag in ihrem Podcast zur TNG-Folge „New Ground“ eine Verlosung gestartet. Ich nahm daran teil, konnte mir den Hauptpreis aber nicht unter den Nagel reißen. Freundlicherweise erhielt ich jedoch heute Nachmittag vom lieben Sebastian einen Trostpreis in Form dieser schönen Tasse. Damit wird mir mein mit Jacarine gespritzter Raktajino noch besser schmecken als bisher! 😉

    Zu „Aquiel“:
    Hmmm… ein Shapeshifter-Alien tötet Leute, nimmt ihre Identität an und tarnt sich als Hund… das erinnert mich an einen berühmten Horrorfilm von 1982. Es gibt eine DS9-Folge mit einer ähnlichen Story (allerdings ohne Hund) und wenn ich die Geschichten dieser beiden Episoden „addiere“, komme ich beinahe auf die Story des Films. Mehr dazu bei eurer DS9-Besprechung! 🙂

    Für mich tun sich in dieser Story einige Fragen auf, die unbeantwortet bleiben. Das ist zwar nicht von vorneherein negativ, aber es geht um die Organisation und Arbeitsweise der Sternenflotte und Manches ergibt wenig Sinn, das stört mich einfach.
    1) Die Relaisstation 47
    Na gut, die Sternenflotte betreibt auf ihrem Gebiet also ein Netzwerk von Relaisstationen und ermöglicht damit die interstellare Kommunikation. Im deutschen Memory Alpha-Artikel zum Stichwort „Relaisstation 47“ steht:
    „Die meisten ihrer Funktionen werden automatisch erledigt. Jedoch befindet sich eine zweiköpfige Crew für Wartungsarbeiten und Nicht-Routine-Operationen an Bord.“. Ich hätte gern erfahren, worum es sich bei diesen ominösen „Nicht-Routine-Operationen“ handelt! Die Weiterleitung von Signalen kann ein entsprechend programmierter Sternenflotten-Computer aus dem 24. Jahrhundert garantiert besser erledigen als eine Person. Warum werden für Wartungsarbeiten auf dieser Station zwei Offiziere stationiert? Wie oft muss das Ding denn gewartet werden? In der Folge „The Nth Degree / Die Reise ins Ungewisse“ wurde uns die Argus-Phalanx gezeigt. Sie ist ein automatisches Subraumteleskop, das zu wissenschaftlichen Zwecken im gleichnamigen Argus-Sektor konstruiert wurde. Nachdem die Phalanx ausfällt und zwei Monate lang keine Signale sendet, schickt die Sternenflotte ein Raumschiff vorbei, dessen Crew da mal nachschauen soll. Wieso ist es bei der Relaisstation 47 nicht genauso? Weshalb müssen dort Leute leben und arbeiten? Schon im 23. Jahrhundert benutzte die Sternenflotte Raumschiffe des Antares-Typs als automatisierte, unbemannte Frachtdrohnen (TOS: „The Ultimate Computer / Computer M5“; TAS: „More Tribbles, More Troubles / Mehr Trouble mit Tribbles“). Auch damals gab es schon automatisierte Raumschiffe und im 24. Jahrhundert werden automatisierte Raumstationen betrieben! Ich kapiere nicht, wieso man auf so eine Station am Arsch der Galaxis Leute schicken muss!

    Selbst wenn ich akzeptiere, das aus irgendwelchen Gründen tatsächlich Personen dort sein müssen, frage ich mich, warum es nur zwei sind. Wieso sind es zwei? Weshalb baut die Sternenflotte nicht einfach eine größere Raumstation oder einen Außenposten auf einem Planeten, wo das Personal stationiert ist und mit Raumschiffen bei Bedarf mehrere dieser Relaisstationen in einem Sektor anfliegen kann, um dort für einige Tage oder Wochen zu arbeiten? Diese Relaisstationen sind mit einer Besatzung von zwei Offizieren maximal ineffizient!

    Ihr habt es schon erwähnt: Aquiel Uhnari und Keith Rocha müssen eine medizinische Ausbildung haben, um sich im Fall einer Erkrankung oder Verletzung versorgen zu können. Außerdem brauchen sie eine Ingenieursausbildung, um alle Systeme der Station bedienen, warten und reparieren zu können. Dann haben sie natürlich noch ihren Fachbereich, z. B. Kommunikation. Die Besatzung einer solchen Relaisstation muss wirklich autark sein, weil ihnen im Notfall niemand helfen kann. Ich finde, das widerspricht dem Grundgedanken der Sternenflotte, in der es für jeden Bereich Fachleute gibt, damit sie Arbeitsteilung und Teamwork betreiben können.

    Ich bin kein Psychologe, habe aber gelesen, dass es psychologische Studien über Teams gibt, die an isolierten Orten wie Forschungsstationen in der Antarktis oder auf Raumstationen im Erdorbit leben und arbeiten. Die Zusammenarbeit und Zusammenleben dieser Menschen ist für solche Missionen von essentieller Bedeutung, zumal große Summen in die Projekte investiert werden. Ich habe kurz auf Wikipedia recherchiert und die Seiten zu acht Antarktis-Stationen, die von verschiedenen Staaten betrieben werden, überflogen. In diesen Stationen leben während der Wintermonate durchschnittlich 20 Wissenschaftler und Techniker, im Sommer sind es mehr. Die Internationale Raumstation ISS ist normalerweise mit sechs Astronautinnen und Astronauten bemannt. Aquiels Probleme wegen ihres Kollegen, mit dem sie nicht klarkommt, ihrem Heimweh und der Angst vor dem Klingonen sind meiner Meinung nach Auswirkungen der Einsamkeit und Isolation auf dieser gottverlassenen Relaisstation! Unter solchen Bedingungen würden bestimmt auch Crewmen der Enterprise-D einen Koller kriegen! Wieso macht die Sternenflotte so einen Blödsinn? Welcher sesselpupsende Admiralsfuzzi hat sich diesen Quatsch ausgedacht? Ich dachte, in der Sternenflotte gäbe es eine „medizinische Abteilung“ und dann lasen sie ihre Leute in solchen Raumstationen versauern? Argggh!!!

    2) Aquiels Hund Maura
    Die Relaisstation 47 ist im Vergleich zur Enterprise-D oder einer Sternbasis winzig. Zugegeben, ich verstehe nicht viel von Hunden. Ich weiß aber, dass ein Hund Auslauf braucht, Gassi geführt werden möchte, an Baumstämme pinkeln, draußen herumtollen, sich im Gras wälzen und spielen will. Auf einer Raumstation, die gefühlt die Größe eines Schnapsglases hat, funktioniert das nicht. Ich finde, Aquiel tut Maura damit keinen Gefallen.

    3) Geordi ermittelt in einem möglichen Mordfall
    Es gibt Hinweise auf ein Tötungsdelikt, das auf der Relaisstation 47 begangen wurde. Picard müsste jetzt eigentlich einen Bericht mit den ermittelten Informationen an den nächstgelegenen Sternenflottenaußenposten schicken, der sich selbst an die Föderation wendet und sie um Hilfe bittet. Die Föderation würde dann ein Team von Ermittlern entsenden, damit der Fall aufgeklärt wird. Wieso untersucht der Chefingenieur Geordi La Forge einen Mordfall? Er ist doch kein Kriminalbeamter! Sein unprofessionelles Verhalten ist auf seine fehlende Ausbildung und Erfahrung in diesem Bereich zurückzuführen. Wenn er als Ingenieur mit Aquiel zusammengearbeitet und sich dabei in sie verguckt hätte, könnte ich das nachvollziehen. Sich in eine des Mordes verdächtigte Person zu verlieben ist aber sehr dumm und spricht nur für seine nicht vorhandene Eignung als Ermittler. Außerdem vermittelt das ein negatives Bild von der Föderation/Sternenflotte. Die Sternenflotte ist eigentlich der Teil der Föderation, der auf interplanetarer und interstellarer Ebene Aufgaben wie Grenzzschutz, Transport, Forschung, Errichtung von Kolonien, diplomatische Missionen und Kampfeinsätze übernimmt. Die Sternenflotte ist aber keine Polizei, oder doch? Die Vereinigte Föderation der Planeten hat einen Föderationsrat und einen Föderationspräsidenten, was auf eine Demokratie hinweist. Müsste sie dann nicht auch eine Gewaltenteilung mit Exekutive, Judikative und Legislative haben? Bestimmt könnten Geordi, Worf, Deanna und Beverly zusammen in einem Kriminalfall ermitteln und auch vieles aufklären, aber niemand von ihnen ist Polizist*in und verfügt über die nötige Ausbildung!

    Wenn auf Deep Space Nine ein Mord begangen wird, ermittelt Odo, überführt den oder die Täter und sperrt ihn/sie ein. Danach erfolgt die Anklage einer bajoranischen Staatsanwaltschaft, was zu einem Prozess und hoffentlich zu einer Verurteilung führt. Gut, Odo ist Offizier des bajoranischen Militärs und man kann darüber diskutieren, ob ein Ermittler im Dienst des Militärs gegen zivile Verdächtige ermitteln darf/sollte und inwiefern das sinnvoll ist. Dieses System kann ich aber eher nachvollziehen, weil eben nicht alles in den Händen der Sternenflotte liegt. Was in der Folge „Aquiel“ passiert, kann ich NICHT nachvollziehen.

    Geordi führt mit Aquiel in ihrem Quartier das Canar-Kristall-Ritual durch (übrigens darf man das Wort „Canar“ nicht mit „Kanar“ verwechseln, denn das ist ein alkoholisches Getränk der Cardassianer!), obwohl er Aquiel eben erst kennengelernt hat und nichts über dieses Ritual weiß. Vor ein paar Wochen führte Deanna mit dem „unmoralischen Friedensvermittler“ Alkar in dessen Quartier ein Ritual durch, bei dem ebenfalls Kristalle benutzt wurden und das ging für sie ganz übel aus! Gibt es in der Sternenflotte keine Regel, die die Teilnahme an solchen Ritualen verbietet?

    Ich schließe mich euren Bewertungen an und vergebe für „Aquiel“ 6 von 10 gelöschten Dateien.

    Anja, ich schiele schon ganz stark auf DS9 und habe zwei Anmerkungen zu deinen Aussagen:
    1) Das Sprichwort „Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, auch wenn er dann die Wahrheit spricht.“ finde ich schwierig, weil es für eine Lüge viele verschiedene Motive geben kann. Eine Lüge aus Angst oder eine Notlüge, die ich nutze, um eine andere Person zu schützen oder nicht zu verletzen, darf nicht mit einer Lüge gleichgesetzt werden, mit der ich mir einen persönlichen Vorteil verschaffen möchte. Ich denke, man sollte dieses Sprichwort nur in begrenztem Kontext anwenden, z. B. bei der Erziehung kleiner Kinder.
    Ein DS9-Charakter würde darauf antworten, dass man niemals dieselbe Lüge zweimal erzählen sollte! 😉 Streng genommen ist ein Lügner außerdem keine Person, die lügt, sondern eine Person, die beim Lügen ERWISCHT wurde. Wenn jemand lügt, aber niemand davon erfährt oder er/sie es mit einer anderen Person „unter vier Augen“ ausmacht, gilt dieser Mensch „in der Öffentlichkeit“ auch nicht als Lügner.

    2) Die Ferengi werden in DS9 ganz toll weiterentwickelt. Allein die Entwicklung von Rom und Nog finde ich super. Hinter den Ferengi steckt mehr, als man in TNG glauben mag! Sie waren in „The Last Outpost / Der Wächter“ tatsächlich ein „ungeschliffener Diamant“, wie es im Trekcast mal gesagt wurde.

    LL&P
    2Voq

    1. Hi 2Voq,

      1. Es freut uns sehr, dass du eine Impfung erhalten hast und es damit einen Schritt weiter in Richtung bekannte Normalität geht. Wir beide sind auch inzwischen komplett durchgeimpft und freuen uns somit ebenso!
      2. Glückwunsch zu deinem Gewinn! Wenn auch nur ein Trostpreis, so freue ich mich immer über coole Tassen. Ich habe eh viel zu viele…

      Zu deiner Kritik: vielen Dank für deine erweiterten Ausführungen. Es ist immer seltsam, wenn man quasi etwas Worldbuildung bekommt, hier in der Form von „wie ist die Sternenflotte im Groben organisiert“ und dann stellen sich am Ende Sinn- und Logikfragen.
      Ich freue mich auch schon sehr darauf, bald tiefer in DS9 einzutauchen. Könnten längere Podcasts werden. Auch die Ferengi machen soviel mehr Sinn und Spaß in DS9 – Anja fand die ja auch ganz toll in der ersten Season. Ich erinnere mich gerade an einer meiner liebsten Folgen, die mit Iggy Pop, wenn du weißt welche ich meine.

      PS: Eine Star Trek-Polizei- oder Ermittler-Serie könnte ich mir auch interessant vorstellen, nachwievor, aber ich denke, dass habe ich schon genug deklariert. Wird nur Zeit, dass Paramount+ anfängt, deutsche Podcasts zu hören – da hört man desöfteren gute Ideen 😉

      So long, LG
      Chris

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