Folge 171 – TNG – Geheime Mission auf Celtris Drei , Teil 1 & 2

Ein reichlich seltsames Außenteam hat eine Geheimmission vor sich, die Sektion 31-würdig ist. Da es diese Organisation noch nicht gibt, dürfen wir diese Doppelfolge genießen, sonst wäre es niemals offiziell geschehen.

Picard verliert sein Kommando, Robocops Widersacher scheucht besonders Riker quer durch die Enterprise, es gibt leckere Frühstückseier und am Ende kriegt ausgerechnet Picard eine Behandlung, die er nicht verdient hat. Ist ja nicht so, als hätte er noch nicht genug aushalten müssen (öhm Borg, *hust*).

2 Gedanken zu „Folge 171 – TNG – Geheime Mission auf Celtris Drei , Teil 1 & 2“

  1. Hi Anja, Hi Chris! 😀

    Sagt mal, habt ihr euch mit Simon und Sebastian abgesprochen? Die beiden haben nämlich am Dienstag ein fünfstündiges Brett von Podcast über „The Undiscovered Country“ veröffentlicht und jetzt kommt ihr mit einer fast vierstündigen Diskussion über „Chain of Command“ um die Ecke! 😱

    Ich finde es spannend, dass ihr gleich am Anfang darüber sprecht, was der Krieg mit den Menschen macht. Sir Patrick Stewart kann ein Lied davon singen (und zwar nicht „Sur le pont d’Avignon“), denn er war als Kind häuslicher Gewalt ausgesetzt. Sein Vater Alfred George Stewart nahm ab Mai 1940 als Soldat im Britischen Expeditionskorps in Frankreich am Zweiten Weltkrieg teil. Bei der „Operation Dynamo“ wurde er zusammen mit 338.226 britischen und französischen Soldaten aus der nordfranzösischen Stadt Dünkirchen evakuiert. Nebenbei bemerkt war Alfred Stewart in der nordfranzösischen Region „Picardie“ stationiert. Picard vergleicht in der PICARD-Pilotfolge die Evakuierung der Romulaner mit den Ereignissen in Dünkirchen, was nicht von ungefähr kam. Leider wurde nichts draus gemacht, aber das ist ein anderes Thema.

    In diesem Artikel des Guardian
    https://www.theguardian.com/tv-and-radio/2012/aug/29/tv-review-who-do-you-think-you-are
    berichtet die Journalistin Lucy Mangan über eine Episode der BBC-Dokumentarserie „Who Do You Think You Are?“, die von Alfred Stewart handelt. Er wurde durch seine Kriegserlebnisse schwer traumatisiert, was nach seiner Heimkehr zu wiederholten Gewaltausbrüchen gegenüber der eigenen Familie führte. Darum engagiert sich Patrick bis heute mit der „Domestic Violence Charity Refuge“ gegen häusliche Gewalt:
    https://www.refuge.org.uk/our-story/ambassadors/

    Durch einen Krieg können die Menschen, die den Krieg selbst erleben, aber auch ihre Kinder traumatisiert werden, obwohl sie vom Krieg selbst nichts oder wenig mitbekommen. Furchtbar! Über traumatisierende Kriegserlebnisse werden wir uns in anderen Star Trek-Serien auch nochmal unterhalten. In TNG hatte ja „nur“ Miles O’Brien solche Erlebnisse.

    Patrick Stewart sagt über seinen Vater:
    „My father was a very potent individual, a very powerful man, who got what he wanted. It was said that when he strode onto the parade ground, birds stopped singing. It was many, many years before I realised how my father inserted himself into my work. I’ve grown a moustache for Macbeth. My father didn’t have one, but when I looked in the mirror just before I went on stage I saw my father’s face staring straight back at me.“
    (Quelle: https://en.wikipedia.org/wiki/Patrick_Stewart#Early_life_and_education)

    Ich erwähne das, weil Sir Patrick Stewart mit Jean-Luc Picard einen Charakter spielt, der selbst mehrfach extremer und traumatisierender Gewalt ausgesetzt ist (Entführung und Assimilierung durch die Borg, Gefangennahme und Folter durch die Cardassianer). Was ging in ihm vor, als er solche Szenen spielte? Erinnerte er sich dabei an die Gewalt, die er als Kind durch seinen Vater erlitt? Wo hört das Schauspiel auf und wo fängt die tatsächliche, echte Prägung durch seine eigenen Gewalterfahrungen an? Man könnte auch fragen: Wo hört Picard auf und wo fängt Patrick Stewart an (oder umgekehrt)? Patrick blendet seine Erinnerungen und Erlebnisse nicht aus, sondern arbeitet damit. Bringt er sie mit seinem Schauspiel in Bahnen, die ihm die Verarbeitung erleichtern? Seine Zitate „…when I looked in the mirror just before I went on stage I saw my father’s face staring straight back at me.“ und „…I realised how my father inserted himself into my work.“ deuten meiner Meinung nach darauf hin. Das sind Fragen, die ich mir dabei stelle. Diese Hintergrundgeschichte wirft finde ich ein anderes Licht auf den Charakter Jean-Luc Picard.

    Zur Episode „Chain of Command“:
    Diese „geheime Mission auf Celtris III“ verstehe ich nicht so ganz. Die Parallelen zu realen Konflikten sind unverkennbar:
    Laut den Erkenntnissen des Sternenflottengeheimdienstes arbeiten die Cardassianer an der Entwicklung einer biologischen Massenvernichtungswaffe, die ähnlich wie eine Neutronenbombe alles auf einem Planeten zerstört, aber die Infrastruktur intakt lässt, damit sie von den eigenen Truppen erobert und eingenommen werden kann.

    Dazu habe ich Fragen:
    1) Ist es für einen Eroberer erstrebenswert, das komplette Ökosystem eines Planeten zu vernichten?
    Immerhin sorgt es dafür, dass dort überhaupt jemand leben kann! Möglicherweise denken die Cardassianer einfach auf diese Weise. Ihre Motivation für die Entwicklung der Waffe ist meiner Meinung nach vergleichbar mit der von echten Regierungen auf der Erde, die Massenvernichtungswaffen entwickeln und herstellen lassen. Regierungen von Ländern wie Indien und Nordkorea leisten sich ein teures Atomprogramm zum Bau von Nuklearwaffen, obwohl ein Großteil der eigenen Bevölkerung in Armut lebt. Die Story erinnert mich auch an das iranische Atomprogramm mit Spionage und Sabotageakten („Stuxnet“).

    2) Wissen andere Völker, z. B. die Klingonen und die Romulaner von dieser angeblichen cardassianischen Massenvernichtungswaffe?
    Warum versucht nur die Sternenflotte, die Waffe zu zerstören? Der romulanische Tal Shiar ist sehr aktiv und müsste eigentlich auch auf den Trichter gekommen sein, dass die Cardassianer da irgendwas Neues, Gefährliches entwickeln! Bei den Klingonen ist es genauso. Wir erfahren zwar nichts von einem klingonischen Geheimdienst, aber so was muss es eigentlich auch geben.

    3) Wieso nimmt ausgerechnet Picard an der Mission teil?
    Er begründet seine Teilnahme mit Forschungen, die er als Captain der Stargazer durchführte:
    „When I was on the Stargazer, we conducted extensive tests using theta band carrier waves. One of the reasons I was selected for this mission is my familiarity with the methods used for generating them.“
    Das ist aber schon ein paar Tage her, oder? Wir schreiben aktuell das Jahr 2369. Picard diente 2333 als Brückenoffizier auf der Stargazer und blieb dort mindestens bis 2354. Erstens finde ich es krass, dass er 21 Jahre lang auf demselben Raumschiff diente, aber das akzeptiere ich einfach mal. Zweitens liegt seine Arbeit mit Theta-Band-Wellen nun schon 15 Jahre zurück! Wir hören davon jetzt zum ersten Mal, das wirkt doch sehr aus dem Hut gezaubert. Außerdem stellt sich die Frage, wieso es in der RIESIGEN Sternenflotte, die über Raumschiffe, Raumstationen, Außenposten, Kolonien, die Akademie und das berühmte Daystrom-Institut verfügt, nur DREI Personen gibt, die sich mit dieser Strahlung auskennen, von denen zwei schon im Ruhestand sind. D-R-E-I!?! Wenn diese Strahlung als Trägersystem von Massenvernichtungswaffen geeignet ist, dann sollte sich ein ganzes Heer von Physiker*innen und Ingeneur*innen damit beschäftigen! Selbst im kleinen Deutschland findet man an Unis, Forschungseinrichtungen und in der Bundewehr garantiert mehr als drei Expert*innen für biologische Waffen!

    Die Herleitung ist wirklich nicht so gelungen. Aber das, was darauf folgt, ist es. Und das mag ich eben: Sie erzählen mir Quatsch, aber wenn ich den einfach mal akzeptiere, werde ich belohnt. Schlimm ist, wenn ich NICHT belohnt werde! 😅

    Picard ist Forscher, Politiker, Diplomat und Philosoph. Bisher haben wir in zwei großen Kampfeinsätzen gesehen: „The Best of Both Worlds“, wo er selbst entführt, assimiliert und gerettet wurde und „Redemption“, wo er eine Flotte befehligte, um die Beteiligung der Romulaner am klingonischen Bürgerkrieg aufzudecken. An der Schlacht von Wolf 359 war die Enterprise nicht beteiligt und im ersten Teil von „The Best of Both Worlds“ wurde Picard während des 4. Aktes entführt, so dass er den Kampf gegen die Borg zuerst als Locutus und später im Labor mitbekam, wo Dr. Crusher, La Forge und Data ihn vom Kollektiv trennten. Als Kommandant war er darum nicht mehr involviert. Für mich ist Picard nicht in erster Linie ein militärischer Anführer, ganz im Gegensatz zu Jelico. Da prallen zwei Welten aufeinander, weil sich die Führungsstile so krass unterscheiden.
    Wir hatten schon mal eine Folge, in der ein anderer Captain auf der Enterprise das Kommando übernahm, nämlich „Sins of the Father / Die Sünden des Vaters“ in der 3. Staffel. Damals führte Worfs Bruder Kurn als Captain die Crew an und auch dort beschwerten sich Wesley und La Forge über dessen harschen Kommandostil. Jetzt ist es bei Jelico wieder so. OK, Kurn ist Klingone und Jelico übertreibt, aber müsste die Crew damit nicht besser klarkommen, auch wenn die Enteprise kein Kriegsschiff ist?

    Ich finde, die Enterprise wird uns hier einmal mehr als die „Insel der Seeligen“ dargestellt, wo alles toll ist und wenn jemand mal Unruhe stiftet, dann kommt sie/er IMMER von außen. So war es in der 1. Staffel mit Dexter Remmick, in der 2. Staffel mit Bruce Maddox, in der 3. Staffel mit Admiral Haftel, in der 4. Staffel mit Admiral Norah Satie und in der 5. Staffel mit Ensign Ro und Admiral Kennelly. Auf allen anderen Raumschiffen der Flotte gibt es dauernd Stress, nur die Enterprise-Crew schwebt in anderen Sphären und bekommt davon meistens nichts mit. Ich finde das unglaubwürdig! Ich hätte mir gewünscht, dass es auch innerhalb der Crew manchmal zu Konflikten kommt, so wie es in späteren Serien der Fall sein wird. Gründe dafür gäbe es genug: Borg, Klingonen, Cardassianer, gefährliche Missionen, ethische Dilemmata etc. Da kann man sich schon mal streiten! 😀 Es soll aber bitte glaubwürdiger sein als in „The Quality of Life / Datas Hypothese“, denn das hat mir nicht gefallen.

    Vielleicht ist es bei Jelico wie bei Donald Trump: Ich halte ihn zwar ganz persönlich für eine Arschgeige, aber der Erfolg gibt ihm recht, denn seine Anhänger sind ihm treu ergeben und er hat sein Ziel erreicht (Verhindern eines Krieges gegen die Cardassianer / Wahl zum US-Präsidenten). Gerade im Vergleich zu anderen Sternenflottencaptains finde ich Jelico gar nicht so schlecht. Ich halte ihn auch nicht für einen Kriegstreiber. Ja, er hätte mehr mit seiner Crew kommunizieren müssen und eine Hintergrundgeschichte für ihn wäre auch angebracht gewesen. Ja, seine Methoden sind falsch. Ich möchte am Ende von DS9 nochmal auf „Chain of Command“ zurückblicken und ihn dann bewerten! 😉 „Chain of Command“ ist eigentlich keine TNG-Folge, sondern eine waschechte DS9-Folge und in diesem Kontext betrachte ich sie. Wir dürfen nicht vergessen, dass Nechayev den guten Jelico dort eingesetzt hat, d. h.: das Oberkommando hat versagt und ist bereit, Picard zu opfern. Der Fisch stinkt vom Kopf!

    Bei aller berechtigten Kritik an Jelico halte ich ihm zugute, dass er Troi dazu bringt, jetzt endlich – wie alle anderen Führungsoffiziere auch! – eine Uniform zu tragen. Außerdem sieht Marina Sirtis in der Uniform einfach super aus. Für mich ist ihre Uniform eines der besten Outfits, die sie in der Serie trägt und es ist einer Offizierin und eines Lieutenant Commanders der Sternenflotte würdig. Chris, die Story mit dem langen, blauen Kleid hast du schon mal erzählt und Marina wird nicht die letzte Darstellerin sein, die sich mit einem sehr unbequemen und, wie ich finde, auch ungesunden Kostüm herumschlagen muss. Mehr dazu ihn einigen Jahren!

    Bei den Folterszenen war ich voll im Roman „1984“ von Eric Arthur Blair (Pseudonym: „George Orwell“). Da geht es auch darum, einen Menschen vollständig zu brechen, nicht um Informationsgewinnung. Ich hatte mir in den 2000ern eine Ausgabe dieses Romans vom Ullstein-Verlag als sogenanntes „Sparbuch“ für 4 € oder so gekauft, mit billiger Verarbeitung und schlichtem Kartoneinband. Seitdem habe ich es ein paar Mal gelesen, aber die Story ist extrem düster und bedrückend und wirklich nicht geeignet, mir gute Laune zu machen. Man sollte es aber wie ich finde gelesen haben. Ein Hauptcharakter in der Story heißt übrigens mit Familiennamen O’Brien. Ich wiederhole mich nur ungern, aber… „Chain of Command“ ist durch und durch eine DS9-Folge! XD Die kommenden DS9-Staffeln werfen ihre Schatten voraus und dort gibt es sehr viele, sehr dunkle Schatten.

    Die Art, wie Gul Madred mit seiner Tochter umgeht, ist einer der gruseligsten und schrecklichsten Aspekte in der Folge. Ich habe das Buch „12 Years a Slave“ von Solomon Northrup gelesen. Nortrup beschreibt dort, wie einer sein „Master“, also ein reicher Plantagenbesitzer, der ihn auf dem Sklavenmarkt gekauft hat, seinen kleinen Sohn erzieht. Dabei bringt er ihn gleich „auf Linie“, im Sinne von „Die Schwarzen sind keine Menschen und wir müssen sie richtig (mit der Peitsche) behandeln, damit sie gut für uns arbeiten. Das war schon immer so und wird auch so bleiben.“ Das ist eins zu eins das Verhalten von Madred gegenüber seiner Tochter! Außerdem erinnert es natürlich an Nazi-Verbrecher, die privat ganz liebe Familienväter waren, aber im Krieg die grausamsten Verbrechen gegen die Menschlichkeit begingen. Da schüttelt es mich richtig! 🙁 Ich glaube, Star Trek war noch nie so düster und das liegt nicht an der spärlichen Beleuchtung in Madreds Folterkeller. Wir müssen begreifen, dass die Anwender von Folter und ihre Hintermänner sich selbst erniedrigen, indem sie versuchen, andere Menschen zu erniedrigen. Hier ziehe ich eine Parallele zum NS-Regime, das exakt diese Taktik anwendete. Jüdinnen und Juden wurden in der Propaganda entmenschlicht und als dreckig, verlaust und verwahrlost dargestellt. Damit das „wirklich“ „zutrifft“, wurden Menschen im Warschauer Ghetto eingepfercht, wo sie unter unmenschlichen Bedingungen dahinvegitierten. Zu diesem Thema empfehle ich die Autobiografie von Marcel Reich-Ranicki („Mein Leben“ von Marcel Reich-Ranicki), in dem er sein Erleben und Überleben des Warschauer Ghettos sehr eindrücklich schildert und den Dokumentarfilm „Geheimsache Ghettofilm“.

    Die Folter ist bei Weitem der beste Teil dieser Doppelfolge. Mit Patrick Stewart und David Warner sehen wir ein Spitzenduell zweier Superstars, das auf derselben Stufe steht wie das Duell zwischen Picard und Norah Satie in „The Drumhead“ und… einer anderen Folge in einer späteren Trek-Serie, der Diner-Szene mit Robert DeNiro und Al Pacino in „Heat“, das Verhör zwischen dem Joker und Batman in „The Dark Knight“, Spencer Tracy und Frederic March in „Inherit the Wind“ usw. ihr wisst, was ich meine. Wenn ich so was sehe, dann geht mir bildlich gesprochen „einer ab“ und darum finde ich es geil und erwarte das auch von Star Trek. Wenn Star Trek mir das aber nicht bietet, habe ich wahrscheinlich ein Problem damit und vermisse etwas.

    Chris, die „Aufzucht“ von Kindern auf Cardassia (bei 2 Stunden und 38 Minuten)?! Ich würde eher von der Erziehung von Kindern auf Cardassia sprechen! Ich stimme euch aber zu, die Cardassianer sind als Gesellschaft und Zivilisation kaputt.

    Anja, „Du existierst nicht.“ bzw. „Sie existieren nicht.“ ist ein Zitat aus „1984“! Genau darum geht es hier, um totale Entmenschlichung.

    Die Cardassianer waren vielleicht mal ein Volk wie die Vulkanier: kulturell und gesellschaftlich hochentwickelt, mit einer gerechten und fairen Gesellschaft usw., entwickelten sich aber in eine sehr finstere, faschistoide Richtung. Mich erinnert das auch an die Darstellung der Föderation im Film „Starship Troopers“. Gibt es in der cardiassianischen Union auch Propagandafilme? „Would You Like To Know More?“

    Oh, wie nett! Picard bekommt ein „Überraschungsei“ geschenkt! 🤣

    Ist Bill der einzige gute Pilot an Bord des Flaggschiffs der Sternenflotte mit über 1.000 Besatzungsmitgliedern? Nein, nein, gute Piloten gibt es viele, aber einen echten „Teufelskerl“ von einem Piloten gibt es NUR EIN EINZIGES MAL! 😁 Die Captains Sisko und Janeway kacken sich gerade ein, weil sie sich mit den mittelmäßigen bis guten Piloten begnügen müssen. Das ist so wie mit Biowaffen und Strahlung, damit kennen sich auch nur drei Leute aus. Der erste ist im Urlaub, der zweite ist krankgeschrieben und der dritte geht einfach nicht ans Telefon. Scheibenkleister! 😁

    Picard musste Folter erleiden, aber ich kann mir leicht sehr viel schlimmere Folter vorstellen. Man muss sich nur mal die Berichte über den Abu-Ghuraib-Folterskandal oder die Folter im Gefangenenlager Guantanamo durchlesen. Es gibt moderne Foltermethoden, die zur sogenannten „Weißen Folter“ gezählt werden. Dabei versucht man, die Psyche des Opfers zu schädigen oder dauerhaft zu zerstören, ohne das körperliche Gewalt mit sichtbaren Spuren zum Einsatz kommt. In der Bush-Regierung wurde das mit dem Euphemismus „Erweiterte Verhörtechniken“ zusammengefasst. Dabei leiden die Folteropfer und ihre Angehörigen, aber mit den Folterern macht das auch etwas. Es stellt sich außerdem die Frage, wie eine Gesellschaft beschaffen sein muss, um solche Verbrechen zu verüben oder zuzulassen, dass sie verübt werden. Da wird die Grenze zu autokratischen und totalitären Regimen deutlich überschritten. Sowas möchte ich in Star Trek nicht sehen, aber die Vorstellung existiert trotzdem durch reale Ereignisse und die Berichterstattung. Das auch noch zu rechtfertigen oder zu beschönigen finde ich krank!

    Anja, Ich kann deinen Punkt mit dem Mobbing gut nachvollziehen, aber man sollte meiner Meinung nach die Unterschiede zur Folter betonen und aufrechterhalten. Wenn alles in einen Topf geworfen wird, verwischt das die eigentlichen Probleme und das Leid der Opfer. Stalking ist auch eine Straftat, die von Opfern als Folter empfunden werden kann. Folter, Mobbing, Stalking und andere Taten/Verbrechen sind grausam, furchtbar und nicht zu rechtfertigen. Das heißt aber nicht, dass man alles über einen Kamm scheren darf. Wenn ich die Art, wie andere Menschen mit mir umgehen, als unfair, verletzend und entwürdigend empfinde, ist das keine Folter. Ich würde mich damit auch selbst herabsetzen, indem ich sage: „Ich bin ein Opfer.“ Nein! Ich bin KEIN Opfer. Versteht ihr, was ich meine? 😉

    Vielen Dank dafür, dass ihr meine Gehörgänge mit diesem epischen Podcast gefüllt habt! 👍👌

    LL&P 🖖 👋
    2Voq

    1. Hi 2Voq!

      Vielen Dank, dass du unsere Augen mit deinem epischen Kommentar belohnt hast!
      Du hast uns erwischt, wir haben uns selbstredend mit Simon und Sebastian abgesprochen. Bald erscheinen unsere parallelen 12,5 Stunden-Podcasts zum Thema „Star Trek, oder wie ich lernte ein komplettes Franchise zu lieben“ 😉

      Wie immer sagen wir danke für die wunderbare Erweiterung deiner Beiträge zu unserer Ausgabe. Ich fand es sehr interessant, deinen Ausführungen zu P. Stewarts familiären Hintergrund zu folgen. Ein bisschen meine ich, wurde dazu erwähnt in der Doku „The Captains“, denn so grob habe ich das schon mal vernommen, aber nicht so im Detail. Und es stimmt, die Rolle des Picard lässt sich dadurch anders wahrnehmen, gerade wenn Picard mal wieder mit Themen der Gewalt, Krieg, Ungerechtigkeit usw. konfrontiert wird.
      Es ist auch sehr passend, dass die Folge so DS9-ig ist, gerade wenn der Cardassianer-Part dem Zuschauer die Spezies näherbringen soll, als kleine Hausaufgabe für den baldigen Start von Deep Space Nine (aus damaliger Sicht).
      Den Roman 1984 habe ich nie gelesen, aber ich sollte meinen Roman-Pile-of-shame mal wieder updaten. Dafür gern meinen Dank, ich liebe Input (wie ein geliebter Nova-Roboter der 80er Jahre sagen würde).

      Mich macht das erneute Auseinandersetzen mit der Folge, deinen Bezug zu DS9, den du damit hergestellt hast, und auch die allgemeine düstere (thematisch) Stimmung immer mehr heiß auf den DS9-Rewatch. Achja, dass dir bei Szenen, wie du sie weiter oben beschreibst, aus dieser Episode oder von dir angesprochenen Filmen, „einer abgeht“ – ich verstehe ganz genau, was du meinst! Mir geht es nicht anders, wenn ich einen Film/Serie sehe, den/die ich so oder so super finde und dann kommt noch eine extrem gut geschnittene Szene, eine perfekt ausgefeilte Dialogarbeit, schauspielerische Bestleistung und/oder ne wunderbare Choreographie aus allen – ich liebe es wenn ein Thema behandelt wird, dass dann aus meiner Sicht „on point“ war, v. a. auch wenn es dann emotional voll ins Schwarze trifft (und nicht nur auf technischer Ebene). Ich beschäftige mich in meiner Freizeit sehr gern mit dem Thema Filmemachen und verstehe auch so ein bisschen die Vorgänge Behind the scenes, und freue mich umso mehr, wenn ein Storyaufbau so wahnsinnig gut funktioniert, ein Drama-Climax so wohlverdient kommt, dass einem wahrlich „einer abgehen kann“.

      In diesem Sinne, lG.
      Chris

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