Folge 164 – TNG – Der unmoralische Friedensvermittler

Wenn ein anfangs ödipal veranlagt erscheinender Kerl angeblich wichtige Verhandlungen in Angriff nimmt, den Tod seiner „Mutter“ nur deshalb betrauert, weil sie sein Gefäß für schlimme Gedanken und Gefühle war, drängen sich Erinnerungen an Armus und Botschafter Sarek auf. War da nicht auch von Leuten die Rede, die andere Leute dafür herhalten ließen, sich emotional zu reinigen und besser zu fühlen?

Schon schlimm, was man da draußen alles für Typen treffen kann. Da sieht am Ende nicht nur die Troi alt aus, es lässt auch manchen Podcaster ergrauen. Brrr! Habt dennoch viel Spaß mit unserer moralischen Besprechung einer ansonsten unmoralischen Episode!

2 Gedanken zu „Folge 164 – TNG – Der unmoralische Friedensvermittler“

  1. Hallo Anja, Hallo Chris!

    In „Der unmoralische Friedensvermittler“ werden meiner Meinung nach auf ganz billige Weise Storys benutzt, die wir schon aus anderen Episoden kennen. Ihr habt „Botschafter Sarek“ erwähnt, an die ich nicht dachte. Aber ihr habt recht, das „Abladen“ negativer Emotionen auf eine andere Person kam dort auch schon vor. Odan aus „Odan, der Sonderbotschafter“ war wie Alkar ein Friedensvermittler, der auf die Enterprise kommt und ein Geheimnis verbirgt. Ich frage mich, welche Personen die Föderation als Friedensvermittler beschäftigt. Informiert sich niemand über diese Leute? Holt man einfach irgendwen, der gerade zur Verfügung steht? Wieso können sie so lange essentielle Details über ihre Physiologie (wie bei Odan) oder ihr Verhalten (wie bei Alkan) verbergen, ohne dass ihnen jemand auf die Schliche kommt?

    Schlimm finde ich, dass Deanna wie in „Das kosmische Band“ und „Geistige Gewalt“ erneut einer für sie schmerzhaften und entwürdigenden Situation ausgesetzt ist, sich nicht selbst helfen kann und gerettet werden muss. Den Status der „Damsel in Distress“ haben die Autor*innen bis jetzt beibehalten, was mich richtig ärgert. In den ersten beiden Staffeln war sie manchmal nur Stichwortgeberin, fühlte Dinge („Oh Captain, ich fühle etwas…“), wurde ignoriert oder tauchte gar nicht auf.

    Deanna Troi ist eigentlich ein sehr spannender Charakter, wenn ich ihre Herkunft, ihre Fähigkeiten und Aufgaben an Bord betrachte. Trotzdem wird sie immer wieder in ein schlechtes Licht gerückt! Wieso? Sie ist zwar Psychologin/Therapeutin, aber wir sehen in der ganzen Serie nur ganz wenige ihrer Therapiesitzungen! Und wenn dann mal eine Therapiesitzung gezeigt wird, versagt Deanna auf ganzer Linie, weil es so im Drehbuch steht: In „Das kosmische Band“ verliert sie zuerst ihre empathischen Fähigkeiten, danach ihr Selbstvertrauen und möchte sogar den Dienst quittieren. In „Der schüchterne Reginald“ kriegt sie trotz ihrer Fähigkeiten nicht mit, dass Barclay in sie verliebt ist. In „Die imaginäre Freundin“ kann sie mit Clara Sutter nicht umgehen und behandelte sie von oben herab. Und in „Der unmoralische Friedensvermittler“ macht sie eine Patientin während einer Sitzung fertig. Liebes Autorenteam, warum schreibt ihr sowas? Das ist für mich ein ganz dicker Minuspunkt an TNG!

    Ich hatte in der letzten Woche geschrieben, dass ich der Folge „Der unmoralische Friedensvermittler“ nichts abgewinnen kann. Das ist nicht ganz richtig. Sie hat tatsächlich drei Vorteile:
    1) Sie endet.
    2) Ihr habt sie besprochen.
    3) Marina Sirtis „Alters-Makeup“ ist gut, obwohl es ihr schlimme Probleme machte.

    Macht’s gut,
    2Voq

    1. Hi 2Voq,

      Ja, ich stimme dir zu, was das Schreiben für Troi angeht. Da bin ich sehr gespannt drauf, wenn wir nach dem Ende von Staffel 7 mal kurz Fazit ziehen von den Figuren!

      Besonders der zweite Punkt deiner Vorteilpunkte hat unser Herz gewärmt. Das ging runter wie Öl (würde ein anderer Podcast jetzt sagen) 😉

      LLAP
      Chris

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