Folge 154 – TNG – Ein missglücktes Manöver

Wir hissen die Crossover-Flagge! Leider muss man das auch gleich wieder zum Teil zurücknehmen, weil ein gewisses halsbrecherisches Piloten-Ass, dass mit Sicherheit in Neuseeland landen wird, eben nicht den Wechsel auf die Voyager schafft. Ebenso wenig wie die Haare des Captains, die schon lange gegangen sind. Schon blöd, wenn ein dicke 100-jähriger Gärtner noch mehr davon hat. Deshalb ist ein Lieutenant aber nicht traurig. Weshalb er es aber ist und uns das so leid tut, erfahrt ihr nur hier. Viel Spaß mit unserem geglückten Manöver!

6 Gedanken zu „Folge 154 – TNG – Ein missglücktes Manöver“

  1. Hi Anja, Hi Chris!

    Bei der „ersten Pflicht“ eines Sternenflottenoffiziers bin ich anderer Meinung als Picard. Ich finde außerdem, dass sich die Serie an dieser Stelle widerspricht. Lorerunner hebt das in seinem Review hervor und ich stimme ihm zu:
    https://www.youtube.com/watch?v=DRh2arSi-WE

    Wieso sollte die erste Pflicht eines Sternenflottenangehörigen darin bestehen, immer und unter allen Umständen die Wahrheit zu sagen? Das trifft auf die Kadetten an der Akademie zu, weil sie noch „grün“ sind und sich ihren Status erst mühsam erarbeiten müssen. Sobald sie aber einen Stand haben, wird von ihnen verlangt werden, eigene Entscheidungen zu treffen. Wir haben schon Offiziere gesehen, die aus guten Gründen logen.
    Beispiele:
    – Kirk und Spock logen in „The City on the Edge of Forever“, um die Zeitlinie nicht zu beschädigen.
    – Riker und Troi logen in „Who watches the Watchers?“, um sich als Mintakaner auszugeben.
    – Data log in „Clues“, um die Paxaner zu schützen.
    – Riker log in „First Contact“, um sich als Malcorianer auszugeben.

    Die Gründe für diese Lügen finde ich ehrenhaft, nachvollziehbar und sie stehen meiner Meinung nach im Einklang mit den Statuten der Sternenflotte. Oft handelten die Charaktere sogar auf Befehl ihrer Captains. Auch in den späteren Serien wird es Offiziere geben, die lügen. Diese Charaktere sind wegen ihrer Lügen aber keineswegs schlechte Personen oder schlechte Offiziere! Es kommt immer auf die Intention an, die sie verfolgen. Lorerunner meint, die erste Pflicht eines Sternenflottenangehörigen bestünde darin, loyal gegenüber der Föderation zu sein. Diese Interpretation der „ersten Pflicht“ finde ich gut, weil sie im Gegensatz zur von Picard geforderten unbedingten Wahrheitsliebe sehr viel mehr Sinn ergibt.

    Die Sternenflotte muss sich zuweilen mit richtig fiesen Leuten herumschlagen, da wäre es ganz und gar falsch, grundsätzlich die Wahrheit zu sagen! Stellt euch mal vor, Mr. Wuff… ich meine natürlich WORF würde entführt werden. Jean-Luc findet heraus, wer die Entführer sind und muss jetzt mit ihnen verhandeln, um seinen Sicherheitschef zu befreien. Wäre es in dieser Situation sinnvoll, immer ehrlich zu sein? Nein, der Captain würde den Typen nur solange die Wahrheit sagen, wie er darin einen Vorteil sieht. Wenn er diesen Punkt überschreitet, wird er sie eiskalt belügen und täuschen, um sein Ziel zu erreichen und das ist auch richtig so! Die Darstellung ist hier wieder sehr verkürzt und vereinfacht, damit die Story in 45 Minuten passt.

    Chris, ich kann mir gut vorstellen, dass ein junger Mensch die von dir angesprochene Folge in der 6. Staffel nicht mag. Meine Sichtweise auf Star Trek und einzelne Episoden hat sich in den letzten Jahren auch verändert. Schöner Hinweis auf Michael Eddington! 😉

    Das Remake von „12 Angry Men“ wurde glaube ich in den späten 90igern gedreht. Ich habe es gerade auf imdb.com überprüft: „12 Angry Men“ von 1997. Neben Edward James Olmos fand ich dort auch William Petersen („To Live and Die in L.A.“, „Manhunter“, „CSI: Vegas“), James Gandolfini („Crimson Tide“, „The Sopranos“, möge er in Frieden ruhen!) und Armin Mueller-Stahl super.

    Zu Nick Locarno/Tom Paris muss ich sagen: Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, dass er ein und derselbe Charakter ist! Locarno ist nach seinem Rauswurf aus der Sternenflotte „fertig mit der Welt“ und sollte, wie ihr richtig sagt, vor ein Zivilgericht gestellt werden. Er wird wahrscheinlich die nächsten Jahre seines Lebens mit einer Gefängnisstrafe und diversen Resozialisierungsprogrammen verbringen. Danach darf er vielleicht irgendeinen minderwertigen Job ausüben. Mit dem Pilotendasein hat Locarno jedenfalls nichts mehr am Hut! Tom Paris hat seine Pilotenausbildung an der Sternenflottenakademie abgeschlossen und DANACH Scheiße gebaut, weshalb er im Knast landete. Darum kann Captain Janeway im VOYAGER-Pilotfilm sagen: „Ich brauche einen guten Piloten mit diesen und jenen Kentnissen. Tom Paris ist der Richtige!“ und ihn aus dem Gefängnis holen. Sie hätte aber keinen Grund, den Akademie-Abbrecher und Möchtegern-Piloten Locarno, der nie eine Pilotenlizenz, geschweigedenn ein Offizierspatent, erworben hat und jetzt nach der Verbüßung seiner Haftstrafe irgendwo dahinvegetiert, während er seine Bewährungsauflagen einhält, als Piloten auf ihr Raumschiff zu holen!

    LL&P
    2Voq

    P.S.: Lwaxana im Schlammbad! Oh Shit, wie komme ich jetzt nur auf auf DIESEN absurden Gedanken?!? Na ja, wir werden sehen…

    1. Hi 2Voq!

      Ich glaube nicht, dass diese Form des Wahrheitsagens gemeint ist, also „unbedingte Offenheit“, wie eine Folge aus PICARD suggeriert 😉
      Ich denke da eher an die Wahrhaftigkeit, daran mit Anstand, Ehre und Pflichtgefühl hocherhobenen Hauptes zu wissen, was das Richtige ist. Wesley sollte deshalb die Wahrheit sagen, weil es das Richtige ist. Ich würde das auch übertragen auf den allgemeinen Dienst auf Schiffen verstehen. Natürlich flunkert man sich mit den Pakleds ordentlich was zurecht wie in „Samaritan Snare“, damit man Geordi da wieder rausbekommt. Pakleds anlügen, weil ich das Richtige ist, sonst kann man direkt umkehren oder das Schiff abballern. Du hast schon recht, immer komplett offen reden ist kaum ratsam, sagen auch Psychologie-Experten. Jeder Mensch lügt in winzigen Kleinigkeiten, und seien es nur leichte Übertreibungen, wenn jemand von einer krassen Situation erzählt. Wenn man wissen will, was passiert, wenn man gar nicht mehr lügt, selbst die kleinen „höflichen“ Alltagsflunker, der gucke die Komödie „Liar Liar“ (dt. Der Dummschwätzer) mit Jim Carrey. Wäre auch witzig für eine Folge von Lower Decks, wenn Boimler und Mariner Brückendienst schieben müssten und dabei mit einem Anti-Lügen-Virus infiziert werden. In einer Real-Star Trek-Serie brauche ich sowas nicht.

      Deine Anmerkungen zu Locarno sind richtig. Ich habe mich damit lange nicht en detail beschäftigt, will das aber noch etwas ausarbeiten für die Trivias zum Voyager-Piloten. Aber ja, sie haben selbstverständlich zwar den selben Darsteller gecastet, aber die Rolle deutlich umangepasst, so dass Paris bestenfalls das Grundgerüst von Locarno enthält. Ein kleiner morderner Touch, entgegen Roddenberrys Saubermann-Image für Offiziere, um einen befleckten Sternenflottler zu zeigen. Auch im 24. Jhd. machen Menschen und andere Aliens noch Fehler.

      Auf Lwaxana und auch Worf im Schlammbad freuen wir uns auch schon. Freitag isses so weit!

      LG
      Chris

      1. Hi Chris!

        Wo du es gerade ansprichst: Was haltet ihr bisher von „Lower Decks“? Ich habe mir die ersten fünf Episoden angeschaut. Meistens finde ich es unterhaltsam, aber nur die dritte Folge habe ich als wirklich lustig empfunden. Generell ist die Serie überdreht und hektisch. Und die vielen Kanon-Referenzen… na ja, wahrscheinlich gehört das einfach dazu. Ich hoffe, dass ähnlich wie in „The Orville“ auch ernste Themen angesprochen werden und es nicht nur bei der Comedy bleibt.

        LG
        2Voq

        1. Hi 2Voq,

          Ja. auch ich hatte nach 2 bis 3 Episoden etwas Bedenken, dass es nur so abgedreht bleibt, oder wirklich etwas beitragen möchte. Ich selbst mag Rick & Morty sehr gern, eine Serie, für die Mike McMahan, Showrunner bei Lower Decks viel gearbeitet hat. Insofern bin ich recht positiv auf „LD“ zu sprechen gekommen. Sowohl ich als auch Anja sind der Ansicht, dass die Serie sich im Laufe der 10 Folgen von Staffel 1 kontinuierlich bessert und auch einige ernstere Anklänge drin hat, allerdings immer mit Humor, teils auch etwas derber. Das zündet nicht immer, aber das uns beide nicht gestört, dass es nicht immer ein Kracher ist. Insgesamt mögen wir „LD“ sehr gern und freuen uns sehr, dass wir von drei neuen Serien, die uns in jüngster Zeit beschert wurden eine gefunden haben, die uns ohne Bauchschmerzen und gröbere Fehler unterhalten konnte. Endlich mal eine neue ST-Serie, die gerne schon bald mit einer weiteren Staffel um die Ecke kommen kann – bei PICARD und DISCO hält sich meine Vorfreude über neue Abenteuer doch arg in Grenzen.
          Ich würde „LD“ insgesamt eine sehr solide 7 von 10 Fake-Logbucheinträgen geben mit leichter Tendenz in Richtung 8. Ich glaube Anja stimmt da weitgehend überein.
          Wir haben es übrigens fast komplett am Erscheinungstag gebinged, nur am folgenden Wochenende mussten wir zwei Folgen noch nachziehen.

          LG
          Chris

          1. Hi Chris!

            Mich stört z.B., dass die Serie „Lower Decks“ heißt, es (zumindest bisher) aber wieder um Offiziere geht. Die Unteroffiziere und Mannschaften werden erneut ausgeblendet. Ich möchte gern mehr Crewmen First Class wie Simon Tarses kennenlernen! Die Sternenflotte wird gern mit den US-Streitkräften (vornehmlich mit der US Navy) verglichen. Wenn ich diese Statistik
            https://www.statista.com/statistics/239383/total-military-personnel-of-the-us-army-by-grade/
            richtig verstehe, dienten im Jahr 2019 504.802 Menschen in der US Army (Total End Strength). Davon waren 99.033 Offiziere (Total Officer Personnel). Der Anteil der Offiziere lag also bei ca. 20%. In der Sternenflotte stelle ich mir das ähnlich vor, schließlich können nicht alle Besatzungsmitglieder Offiziere sein! Außerdem haben wir schon ein paar „Zivilangestellte“ an Bord der Enterprise-D kennengelernt, nämlich die Bartenderin und „Kummertante“ Guinan, die Botanikerin Keiko O’Brien und den Friseur Mr. Mot. In einer Serie mit diesem Titel wünsche ich mehr mehr von solchen Charakteren. Natürlich bewerte ich LD nicht aufgrund der ersten fünf oder zehn Episoden, aber sie bietet sich im Gegensatz zu den „Flagschiff-Serien“ DISCOVERY und PICARD an, um andere Wege zu beschreiten. Das Verhältnis zwischen Offizieren und Nicht-Offizieren an Bord eines Raumschiffs hat immerhin viel Potential für gute Storys. Beispielsweise könnte sich eine Rekrutin bzw. ein Rekrut nach einiger Zeit an Bord der Cerritos entscheiden, die Akademie zu besuchen und eine Offizierslaufbahn einzuschlagen. Ich fände das superspannend!

            Übrigens ist es eine Zäsur, dass nach TOS, TNG, DSN (bzw. DS9), VOY, ENT, DSC und PIC der Titel einer Star Trek-Serie mit ZWEI (zum Mitschreiben: Z W E I) Buchstaben abgekürzt wird. Wir gehen neuen Zeiten entgegen.

            LL&P
            2Voq

          2. Hi 2Voq!

            Ja, da hast du schon recht, ich könnte mir eine gut gemachte, dramatische Serie über das Leben auf einem großen Schiff aus der Sicht von Zivilisten, tatsächlichen Unterdecklern oder (veraltet) Yeomans gut vorstellen. Das Scheitern auf dem Weg die Karriereleiter hoch oder einfach wie schwer es ist, sich hochzuarbeiten. Vielleicht eine Freundegruppe, ähnlich wie in TNGs Folge gleichen namens („Lower Decks“) nur als Serie. Allerdings, da kommt mein Aber, wäre das interessant als Real-Serie – hier in diesem Format finde ich den kleinen Zeitvertreib sehr launig und passend und stelle gar keine weiteren Ansprüche. Hier und da kann man geschickter mit dem Humor und der Charakterführung umgehen und vielleicht nicht immer völlig irre Gaga-Missionen zeigen, aber so im großen und ganzen komme ich mit LD (als wäre es ne neue Droge und kein Serienkürzel) sehr gut zurecht.
            Ich bin mir aktuell auch nicht sicher, inwiefern Anja und ich später mal darüber Reviews machen werden. Geht wahrscheinlich ähnliche Wege wie einst bei TAS, bei der wir eine Sonderfolge zum Jahresende über die komplette Serie gemacht haben. Aber das ist ja noch Zukunftsmusik.

            LG
            Chris

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