Folge 151 – TNG – Die Operation

An einem ganz gewöhnlichen Tag an Bord der Enterprise passiert das Unfassbare: Worf wird dazu gebracht über Ehre und Tradition nachzudenken. Wir denken da eher an Feigheit und übereiltem Handeln. Riker denkt erstmal an sich, dann an einen Freund und Troi denkt an den kleinen Alexander.

Heute werden ganz heiße Eisen angefasst, es geht um Moral, Ethik, Medizin und inhumane Praktiken. Und über all dem gehts um nichts Geringeres als den vermeintlichen Tod eines Crewmitglieds. Mal sehen, ob die heutige Folge dem gewachsen ist. Viel Spaß!

2 Gedanken zu „Folge 151 – TNG – Die Operation“

  1. Hallo Anja, Hallo Chris!

    Chris, wie schön, dass du „Robocop“ erwähnst! 😁 Ronny Cox ist ein toller Schauspieler und es kann sogar sein, dass wir in in Star Trek sehen werden! 😉

    „It’s just a glitch.“

    Wieso sind die Kanonen des zweibeinigen Panzers „ED-209“ in einer Vorstandssitzung eigentlich mit scharfer Munition geladen? Vielleicht aus demselben Grund, aus dem in dieser Vorstandssitzung eine geladene Pistole einfach so herumliegt.

    Kurtwood Smith alias Clarence Boddicker finde ich super. Er ist mal ein richtig fieses Arschloch! Die „Kreuzigung“, bei der er Murphy die Hand wegschießt, vergißt man nicht so schnell! Sein Spruch danach ist Weltklasse:
    „Well, give the man an hand!“

    Auch ihn wird man eines Tages vielleicht sogar in Star Trek bewundern dürfen… 😜

    Überhaupt ist „Robocop“ ein grandioser Film mit denkwürdigen Zitaten:
    „I’d buy that for a dollar!“
    „Dead or alive, you’re coming with me!“
    „Bitches leave!“

    Kennt ihr dieses Video?
    https://www.youtube.com/watch?v=i-9MbhK4tt8
    Als ich es mir zum ersten Mal angeschaut habe, lag ich ungelogen vor Lachen am Boden! 🤣🤣🤣
    Die haben das soooo toll gemacht! 😍 Da steckt eine ganze Menge Herzblut drin und das muss ich einfach würdigen.

    Wenn ihr „Robocop“ mögt, empfehle ich euch einen weiteren 80er-Actionfilm, nämlich „Blue Thunder“ von 1983 mit Roy Scheider. Der vier Jahre jüngere „Robocop“ weist einige interessante Parallelen mit „Blue Thunder“ auf: Roy Scheiders Charakter heißt Frank Murphy, ist Polizist und deckt in seiner Behörde eine Verschwörung auf. Außerdem geht es auch dort schon um moderne Waffentechnik, die eher fürs Militär geeignet ist und von Polizisten eingesetzt werden soll. Von der Realität ist das gar nicht so weit entfernt. Die Polizei in den USA wurde mit den Jahren ja wirklich immer militärischer.

    „Ja, medizinischer Fortschritt entstand auch durch teilweise inhumane Praktiken.“
    So leicht kann man in einem Podcast den Titel einer VOYAGER-Folge fallen lassen (Neudeutsch: „droppen“).

    Wow, Anja und Chris! 10/10 Punkten finde ich beeindruckend. Am Anfang, als ihr zu Recht über Dr. Russel hergezogen seid, dachte ich: „Wird das eine Bewertung von 1 oder 2 Punkten?“. Eure emotionale Hingabe kann ich nachvollziehen, jedoch stören mich v.a. in der ersten Hälfte der Episode einige Dinge sehr.

    Da ist erst mal der Unfall, bei dem Worf lebensgefährlich verletzt wird. OK, Unfälle können überall passieren, wo gearbeitet wird. Trotzdem finde ich es unglaubwürdig, dass ein Container einfach so herunterfällt und jemanden beinahe erschlägt. So ein Unfall ist selbst im Jahr 2021 in einer modernen Fabrik oder einer Forschungseinrichtung schwer vorstellbar. Die Mitarbeiter dort müssten im Vorfeld SEHR viel falsch machen, damit so was möglich ist! An Bord der Enterprise wird aber mit Hochtechnologie wie Antimaterie, Plasma, etc. gearbeitet. Da MUSS es sehr strenge Vorschriften zur Arbeitssicherheit geben, ansonsten wäre der Betrieb eines solchen Schiffes gar nicht möglich. Außerdem wissen wir, dass nur die Elite der Sternenflotte auf die Enterprise versetzt wird. Wieso werden diese Container nicht befestigt, damit sie an Ort und Stelle bleiben? Jede(r) LKW-FahrerInnen muss die Ladung im Fahrzeug gegen Verrutschen oder Herunterfallen sichern!

    Ich hätte es besser gefunden, wenn Worf auf einer Außenmission schwer verletzt und danach auf der Krankenstation behandelt werden würde. Bei Marla Aster war das ähnlich. Das muss man nicht zeigen, weil es in der Serie schon viele Außenmissionen gab. In einer späteren Folge der Staffel wird ein Charakter bei einer Außenmission verletzt und anschließend auf die Krankenstation gebracht. Dort ist das ausreichend und hier hätte es mir auch gereicht. Alternativ hätten sich die Autoren einen glaubwürdigeren Unfall an Bord der Enterprise ausdenken können. Data wird bei einem Experiment mal von einem Energiestrahl getroffen, das kann ich mir allemal besser erklären als diesen herunterfallenden Container.

    Der zweite Punkt, der mich ärgert, ist Worfs Resignation. Ihr sagt es selbst: Seine Art, einfach so aufzugeben, passt nicht zu ihm und da stimme ich euch hundertprozentig zu! Er möchte zwar „der klingonischste aller Klingonen“ sein und hält die Traditionen hoch. Seinen eigenen Sohn, der im Jahr zuvor (2367) seine Mutter auf die brutalste mögliche Art verlor, danach mal hierhin, mal dorthin geschickt wurde und nirgendwo zuhause war, jetzt auch noch den Vater wegzunehmen, ist aber dermaßen feige und nicht-worfig, dass ich das einfach unglaubwürdig finde. Ich mag es nicht, wenn die Charaktere so extrem und weit weg von ihren eigentlichen Eigenschaften dargestellt werden. Das ärgert mich genauso, wie mich Picards Verhalten in der nach ihm benannten Serie ärgert.

    Meiner Ansicht nach dient es nur dazu, den Dialog zwischen Worf und Riker vorzubereiten. Riker weigert sich, ihm beim rituellen Suizid (ich benutzte bewusst DIESEN Begriff, die Begründung folgt später) zu helfen und redet ihm ins Gewissen. „Worf, möchtest du wirklich deinem Sohn Alexander diese Last aufbürden?“ Nein, das möchte er nicht und findet prompt eine fadenscheinige Ausrede. Darauf hätte Worf aber selbst kommen müssen! Das hätte der Szene auch keinen Abbruch getan. Stellt euch mal vor, Worf lässt sich aus seinem Quartier alte Bücher und rituelle Gegenstände bringen. Er geht das Hegh’bat in Gedanken durch und wird sich urplötzlich darüber bewusst, was das für Alexander bedeuten würde. In einem persönlichen Gespräch mit seinem Freund Riker erzählt Worf davon und bricht in Tränen aus, weil er seinem Sohn das nicht antun kann, Tradition hin oder her. Das hätte meiner Meinung nach super funktioniert und Worf besser dastehen lassen als das, was wir in der Folge sehen.

    Mein dritter Punkt ist Dr. Russell. Zu ihr habt ihr eigentlich schon alles gesagt. Ich finde es komplett unglaubwürdig, dass so eine Person an Bord der Enterprise arbeiten darf. Nachdem sie ihren Patienten durch Verabreichung von Borathium getötet hat, müsste diese Frau umgehend eingesperrt werden. Alles andere ist großer Blödsinn, tut mir leid. Im Roman „A Time for War, A Time for Peace“ (ja, Romane sind i.d.R. nicht kanonisch) dient sie an Bord der Enterprise-E, dass heißt: Russel kommt mit dem Mord, den hier begangen hat, einfach so davon! Das akzeptiere ich nicht, mag die Folge auch so emotional sein wie sie will. Es gibt bestimmte Dinge, die ich in Star Trek nicht sehen möchte und eine Mörderin laufen zu lassen gehört dazu.

    Auch bei Russel denke ich, dass sie und ihre wirklich furchtbare, abscheuliche Einstellung einem bestimmten Zweck dient. Das wird gemacht, damit man in 45 Minuten diese Story erzählen und dabei möglichst starke Emotionen bei mir auslösen kann. Ja, es ist eine Fernsehserie der frühen 90iger, die noch nicht so sehr auf Story Arcs setzte wie heutige Serien es tun, das erkenne ich an. Trotzdem glaube ich, dass die Autoren hier eine bessere Lösung hätten finden können und müssen.

    „Ethics“ ist eine Episode, die an Grenzen geht. An einigen Stellen geht sie für mich an die Grenzen des Erträglichen und an mindestens einer Stelle überschreitet sie diese Grenze. Darum ist es in meinen Augen eine gute, aber nicht herausragende Folge. Ich gebe ihr 7 von 10 Synapsen.

    Wieso spreche ich von Suizid und nicht von „Selbstmord“? Diese Website liefert die Begründung, der ich voll und ganz zustimme:
    https://www.suizidpraevention-zh.ch/ich-bin-in-der-krise/erwachsene/wie-kann-ich-mir-helfen/gespraechstipps/zur-wortwahl/

    Zitat:
    „Denn im Wort Selbstmord, schwingt die Bedeutung eines kriminellen Aktes (Mord) mit und das Wort Freitod lässt vermuten, Menschen die sich das Leben nehmen, täten dies überlegt und aus freiem Willen. Beides ist falsch: Suizide sind keine kriminellen Akte und die meisten Menschen, die ihr Leben selbst beenden, wollen überhaupt nicht sterben. Sie wollen ihr Leiden beenden und sind in einer so starken Krise mit derart hohem Leidensdruck, dass sie keinen anderen Ausweg mehr erkennen können. Es ist oft diese innere Not, die ihnen keine andere Möglichkeit mehr erscheinen lässt, als sich selbst das Leben zu nehmen.“

    Ein Suizidversuch ist nach deutschem Recht straffrei und darum kein Verbrechen. Ich finde, dass man bei solchen schwierigen Themen wirklich genau hinschauen und auf die Wortwahl achten muss. Das ist kein Vorwurf an euch, erklärt aber meine Vermeidung des veralteten Begriffes „Selbstmord“.

    LL&P 🖖 👋
    2Voq

    1. Hi 2Voq,

      erstmal danke für den Link zu dem Video, absolut zum Totlachen, habe mich köstlich amüsiert.
      Danke für deine Schilderungen aus der bekannten „A Time to…“-Buchreihe. Leider habe ich die Reihe nie gelesen, aber die aktuellen Romane beziehen sich gern darauf. Ich las gerade einen, der handelt von der Krise auf Tezwa, bei der Picard zu leicht unflottigen Mitteln gezwungen wurde. Wie dem auch sei, es ist schade, dass die Bücher es nie nach Deutschland geschafft haben, zumindest nicht im Deutschen. Ich hielt einige der Titel bereits in Händen, weil sie im Original auf einer Convention feilgeboten wurden, aber ließ sie liegen, weil ich noch so viel anderes in meiner Muttersprache zu lesen hatte. Jedenfalls ist es krass zu hören, dass dieser Charakter Dr. Russell wieder bemüht wurde für diese Romane und sogar Dienst auf dem Flaggschiff tut! Das findet ich, wie du, einfach nicht korrekt.

      Deine Bewertung der Folge finde ich nachvollziehbar und das ist auch das Gute daran, dass es so unterschiedliche Meinungen geben kann. Den Link zu der Wortdefinition werde ich noch lesen, aber ich finde es gut und wichtig, dass du uns auch noch mal diese erweiterten Informationen zu solchen Themen gibst. Das finde ich immer sehr interessant. Danke auch dafür. Ich finde es wichtig, Dinge sich auch nochmal zu vergegenwärtigen, die einem so als selbstverständlich in Fleisch und BLut übergegangen sind. Es gibt auch Begrifflichkeiten, die andere Menschen verletzen, auch wenn man selbst nicht vorhat, jemandem weh zu tun. Es tut mir immer Leid, wenn ich jemanden unabsichtlich beleidigt habe, durch alltäglichen Gebrauch eines Wortes oder Begriffes, der, wenn man mal genau nachdenkt, nicht sehr „flottig“ oder einfach inkorrekt ist.

      LG
      Chris

      PS: Ich werde wohl öfters mal verstecktes Namedropping einbauen, das macht Spaß!

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