Folge 141 – TNG – Katastrophe auf der Enterprise

In dieser Woche steht uns ein Katastrophen-Triller ins Haus! Wir ergründen das Geheimnis mancher Chartstürmer, machen uns Gedanken zu Kinderliedern im 24. Jahrhundert und machen uns Sorgen um einen kleinen Jungen, der sehr düstere Gedanken hat.

Außerdem darf ein etwas stiefmütterlich behandelter Charakter mal zeigen, was für Qualitäten in ihr stecken, während die neu hinzugezogene Ro weiter ihrem eigenen Ruf als Kratzbürste alle Ehre macht.

Viel Spaß und nehmt, aus allgemeiner Gesundheit, nächstes Mal die Treppe, wenn ihr könnt!

4 Gedanken zu „Folge 141 – TNG – Katastrophe auf der Enterprise“

  1. Hi Anja, Hi Chris!

    Hallo Anja, Hallo Chris!

    Bei eurer Erwähnung von “Gilbert and Sullivan” musste ich sofort an einen Star Trek-Film denken, in dem ein anderer Charakter ein Lied der beiden singt (Chris weiß, was ich meine).

    Mit Leuten, die man nicht mag, im Fahrstuhl stecken bleiben? Da kommt mir spontan der Film “Abwärts” von 1984 mit Götz George und dem jungen Hannes Jaenicke in den Sinn. Ich habe ihn vor Kurzem geschaut und fand ihn recht gut.

    Den Dialog zwischen Jay Gordon und Jean-Luc finde ich interessant:
    JAY GORDON: We’re going to die, too.
    PICARD: We most certainly are not.
    Hier muss ich Picard widersprechen, denn der Junge hat recht! Sie WERDEN alle sterben. Sie werden hoffentlich alle eines Tages, nach einem langen, erfüllten und zufriedenen Leben in Frieden sterben, aber sie werden sterben. An Picards Stelle hätte ich etwas wie “Not today!” geantwortet.

    Ihr erwähnt ab und zu “Stargate”. Dort gab es auch Folgen, in denen die Charaktere in Gruppen aufgeteilt sind und durch eine Katastrophe voneinander getrennt wurden.

    Trois Schockzustand kann ich nicht nachvollziehen. Sie fing 2364 in “Encounter at Farpoint” als Lieutenant Commander an Bord der Enterprise-D an. Damit bekleidet sie denselben Rang wie Data und La Forge und steht im Dienstgrad nur eine Stufe unter dem Ersten Offizier Riker! Folglich ist Troi einer der höchstrangigen Offiziere der Enterprise-D und muss schon ein entsprechendes Kommandotraining absolviert haben. Dabei geht es nicht in erster Linie um eine wissenschaftlich-technische Ausbildung, sondern um Skills wie Führungsqualitäten, Entscheidungsfindung, Durchsetzungsvermögen, Selbstsicherheit, Stressbewältigung usw.! Durch ihre Ausbildung zum Counselor und Lieutenant Commander müsste Troi in diesen Bereichen eigentlich geschult sein, auch wenn sie noch nie mit einer derartigen Katastrophe konfrontiert war. Darum nehme ich der Folge ihre anfängliche Hilflosigkeit nicht ab. Data, La Forge oder Worf würden an ihrer Stelle nicht so reagieren, oder? Könnt ihr euch vorstellen, dass Worf oder La Forge als Acting Captain erstmal ratlos ist und nicht weiß, wie er auf eine neue Situation reagieren soll? Ich kann mir das nicht vorstellen! Wieso wird ausgerechnet Troi so dargestellt? Nur weil sie Counselor ist? Warum macht das einen Unterschied?

    Ich habe mir bei TNG immer gewünscht, dass Troi genau wie Worf und La Forge ihren eigenen Stab besitzt, der aus Psychologen/Therapeuten besteht. Eine Besatzung von über 1.000 Personen braucht doch mehr als eine einzige Therapeutin! Nach tragischen Ereignissen wie in “Q Who” und “The Best of Both Worlds” gibt es bestimmt viele Crewmen, die eine ensprechende Betreuung benötigen. In der Bundeswehr und anderen Armeen existieren Einrichtungen wie die Militärseelsorge, die einen Beitrag zur seelsorgerischen Betreuung der Besatzungsmitglieder und ihrer Familien leisten. So etwas muss es in der Sternenflotte auch geben.

    Die Gefährlichkeit der Katastrophe kommt nicht so gut rüber, weil es Comedy-Elemente wie Worf als Hebamme und Picard mit einer Crew aus Kindern gibt. Man kann eben schlecht zeigen, dass hunderte Besatzungsmitglieder gestorben sind und das halbe Schiff zerstört wurde und die Episode mit einer Szene beenden, in der Riker und Marissa auf Picards Befehl “You have the Bridge, Number One.” simultan mit “Aye, Sir!” antworten. Das würde einfach nicht zueinander passen. Das hätte sich ähnlich falsch angefühlt wie die berühmt-berüchtigten “Abschlusswitze” in TOS. Mein Lieblingsbeispiel ist “The Changeling”, wo Nomad vier Milliarden Menschen tötet. Am Ende macht Kirk einen Witz und alles ist wieder in Butter.

    “Disaster” ist definitiv eine gute Folge und ich gebe ihr 8 von 10 Wissenschaftswettbewerben.

    Zum Thema “Katastrophenfilme”:
    Ich gucke mir auch ganz gerne mal einen dieser Filme an. Was ich darin wie in jedem anderen Film sehen möchte, ist eine gut geschriebene, gespielte und inszenierte Charakterstory. Außerdem möchte ich das Gezeigte bis zu einem gewissen Grad glauben können. Hier kommt die berühmte “Suspension of Disbelief” zum Tragen.

    “Abwärts” habe ich schon erwähnt und das ist eine Art Katastrophenfilm, in dem die Katastrophe nicht die ganze Welt betrifft, sondern nur die vier Eingeschlossen in der Fahrstuhlkabine und ein paar Leute, die versuchen, sie zu retten. Diese Reduzierung gefällt mir sehr gut. Ein weiteres Beispiel ist “Runaway Train” von 1985 mit Jon Voight und Eric Roberts. Auch dort stehen die Figuren und ihre Entwicklung im Vordergrund. “Dante’s Peak” mit Pierce Bronsan und Linda Hamilton fand ich nett.

    “The Core” mag ich z.B. nicht, weil er mir zu comichaft und abgefahren ist. Der mit Abstand beste “Asteroid bzw. Komet auf Kollisionskurs mit der Erde”-Filme ist meiner Meinung nach “Deep Impact” und NICHT “Armageddon”. Letzterer ist mir zu pathetisch/patriotisch aufgeladen und viel zu unplausibel. Arbeiter einer Bohrinsel werden zu Astronauten ausgebildet?!? Wieso können NASA-Astronauten keine Bohrer bedienen? Sind die zu doof für sowas? Außerdem ballert ein Typ auf einer Bohrinsel mit einer Shotgun rum, weil er den neuen Freund seiner Tochter unsympathisch findet… jaaa, klar! “Titanic” mag ich wegen seiner kitschigen Love Story nicht.

    Zombiefilme haben auch einen Katastrophenaspekt. Abgesehen von dem ganzen “Resident Evil”-Quatsch mag ich einige sehr gerne, z.B. den Klassiker “Night of the Living Dead”, “28 Days Later” und “Train to Busan”. Besonders spannend finde ich dabei wieder, wie die Menschen auf die Katastrophe reagieren und sich gegenüber ihren Mitmenschen verhalten.

    Ich schaue mir also nicht jeden Katastrophenfilm an, kann ihnen aber generell schon etwas abgewinnen.

    LL&P
    2Voq

    1. Hi 2Voq,

      ich stimme deiner Kritik von Troi in einem Punkt sehr zu: sie sollte ihren eigenen Stab haben! Sie ist eine Führungsoffizierin und sollte auch als solche dargestellt werden. So gesehen ist es schade, dass sie immer nur hübsch brav dasitzt und ab und zu mal einen mehr oder minder klugen Rat rauslässt. Dass sie mal in irgendeiner Angelegenheit führt, sieht man hingegen nie bzw. dann nur in so einer Folge wie hier. Deshalb fanden wir das wohl direkt so gut, weil es endlich mal berücksichtigt wurde. Sonst wird dieser Charakter oft sehr stiefmütterlich genutzt. Ich wüsste nicht, ob ich das sieben lange Jahre als Schauspielerin aushalten würde, ob Festgehalt hin oder her.

      Katastrophenfilme:
      Dante’s Peak fand ich nur aufgrund des Themas Vulkane ganz ok, aber sonst hat der Film mich gelangweilt. Deep Impact und Armageddon mag ich beide, bei der Umsetzung muss ich dir allerdings zustimmen, da punktet Deep Impact mehr.
      Einen eigenen Podcast zu diesem Thema könnte ich mir im Leben nicht vorstellen, merke ich gerade, weil ich dann zunächst viel recherchieren müsste, was physikalisch alles davon möglich ist und was kompletter Unfug ist. Außerdem müsste ich wahrscheinlich oft sagen, dass Effekte meist toll sind, Wissenschaft im besten Fall akzeptabel, Schauspieler zun ihr Bestes um das ganze glaubwürdig darzustellen, und vergebe am Ende 7/10, weil ich meinen großen Spaß hatte, dennoch Pathos, Amerikanismus, Unglaubwürdigkeit und holzschnittartige Charaktere sehe, die aber ignorieren könnte. Viel Arbeit dafür, dass ich oft zum selben Ergebnis komme. Dann lieber Horrorfilme 😉

      LG
      Chris

  2. Dass die Kostüme der Darsteller häufig Einteiler sind, hat folgende Bewandtnis: laut Gene Roddenberry lässt sich Kleidung in der Zukunft nahtlos zusammenfügen und wieder auseinandernehmen. Dadurch kann Ensign Ro auch ihre „Jacke“ ausziehen. Außerdem knittert Stoff im 24. Jahrhundert nicht, weshalb die Kostüme Gummibänder an den Säumen haben, die unter die Schuhsohlen gezogen werden. Achtet mal darauf, dass in TOS, TNG, DS9 und VOY die Kostüme weder Knöpfe noch Reißverschlüsse haben, außer bei weniger fortschrittlichen Völkern oder Kolonien. Bei „Enterprise“ gibt es diese Technologie noch nicht und bei Kurtzman-Trek wird sie ignoriert. Ich wurde darauf aufmerksam gemacht in dem Buch „The Nitpicker‘s Guide for Next Generation Trekkers“ von Phil Farrand.

    1. Hi Martok,

      Naja, dass mit den Klamotten, die keine Falten haben sollten, war nie direkt eine klare Ansage und wurde, zumindest für die Stammcrew aus TNG, ab Staffel 3 aufgegeben, weil sich die Schauspieler beschwert haben, dass die extrem eng anliegenden Spandex-Anzüge Rückenschmerzen verursachten. Jonathan Frakes war da ganz vorn dabei. Auch in späteren Serien saßen die Uniformen deutlich bequemer, bestanden zumeist aus Zweiteilern und waren vorn zu öffnen.
      Meine Beobachtung bzgl. Ro war ein produktionstechnischer Fehler, da Michelle Forbes in der Tat zuerst einen Jumsuit trug, dann aber plötzlich zu zweiteilig wechselte und vorn öffnen konnte. das war eine Sonderanfertigung, da die Kostüme entweder (bei Einteilern) hinten aufgingen mittels versteckten Zippern, oder bei anderen Uniformen (so auch bei den TOS-Oberteilen bereits) unter dem Arm an der Seite verlaufend, immer schön versteckt um, wie du schon sagst, futuristischer auszusehen. Es waren weder normale Jacken, noch Pullis. Aber das war ja bereits aus der Episode “Ensign Ro”.

      LG
      Chris

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