Folge 110 – Star Trek V – Am Rande des Universums

Taucht ein mit uns in ein verrücktes Abenteuer! Es geht um “zentrale” Fragen nach dem Paradies, um Einhörner und laszive Nackttänze. Außerdem reden wir im wahrsten Sinne des Wortes über Gott und die Welt. Ein durchaus strittiges Thema.

Viel Spaß und geht nur aufs Klo, wenn das Schiff  bereits abgehoben hat!

4 Gedanken zu „Folge 110 – Star Trek V – Am Rande des Universums“

  1. Hi Anja, Hi Chris!

    Ich kann “STAR TREK V” leider nicht besser bewerten als ihr, möchte aber zuerst etwas Positives über den Film sagen, denn davon gibt es nicht viel. Sybock ist für mich in der Eröffnungsszene tatsächlich ein interessanter Antagonist, weil er kein fieser Typ wie Khan oder Kruge ist. Die beiden wollten nur Rache oder Macht. Sybock glaubt aber wirklich, anderen helfen zu können.

    Eure Meinung zur Kameraarbeit finde ich interessant, weil Simon und Sebastian bei “Trek am Dienstag” das genaue Gegenteil sagten! Ich stimme ihnen zu. Besonders die Actionszenen wirken auf mich wie Elemente eines TV-Films. Die angesprochenen Low Angles finde ich auch unpassend. Bei Sybocks Eroberung von Paradise City kommen z.B. die Größe der Stadt oder die Wucht des Angriffs überhaupt nicht raus. Es hat keine Epik und wirkt wie eine TV-Folge.

    Spocks Raketenstiefel erinnern mich an “Flash Gordon”, da passt so was auch viel besser hin. Und ja, sie sind bescheuert.

    Eine STAR WARS-Cantina gab es schon in “The Search For Spock”, aber diese Bar ist die Trash-Version davon.

    “Totall Recall” kam am 1. Juni 1990 in die US-Kinos, also fast auf den Tag genau ein Jahr nach “Star Trek V” (9. Juni 1989). Es ist nicht nur der bessere Film, sondern enthält auch einen indirekten Auftritt eines späteren Star Trek-Schauspielers! Die “Johnny Cabs” mit der absichtlich albernen Puppe haben nämlich das Gesicht und die Stimme von Robert Picardo. Das habe ich erst im letztem Jahr erfahren.

    Im Podcast “Second Unit” erfuhr ich, dass Sulu und Chekov eigentlich in den Black Hills (eine Region in South Dakota und Wyoming) unterwegs sein sollten. Dort liegt auch der berühmte Mount Rushmore.

    Kirks “Vision” oder wie man das nennen möchte von seinem einsamen Tod sollten wir im Hinterkopf behalten, weil es später noch wichtig werden wird!

    Nach der Rückkehr des Triumvirats auf die Enterprise sind mir die vielen, kleinen Flaschen aufgefallen, die Kirk an seinem Rucksack mit sich herumschleppt.

    Scotty ärgert sich über seine Gehilfen und droht ihnen mit einem großen Schraubenschlüssel oder was das für ein Ding war:
    “Wie oft habe ich euch schon gesagt, dass ihr für jede Arbeit das richtige Werkzeug verwenden sollt?!”
    Er ist in diesem Abenteuer aber auch keine Leuchte!

    Spocks lakonisches “Ja.” im Turbolift finde ich auch toll! Ein kleiner Lichtblick in einem bekloppten Film

    Melanie Shatner wurde in den Credits zur TOS-Folge “Miri / Miri, ein Kleinling” fälschlicherweise genannt, obwohl sie nicht mitspielte.

    Uhuras Tanz auf dem Hügel ist auch für mich DIE oder zumindest eine der schlechtesten und schlimmsten Szene des Films. Ich glaube, David erklärte in der Second Unit die “Entstehungsgeschichte” dieser Szene.

    Wie sah Sybocks Plan eigentlich aus? Wann und warum flog er nach Nimbus III? Er kann Menschen, Romulaner, Klingonen und wahrscheinlich auch andere Spezies zu seinem „Glauben“ „bekehren“. Er hätte also auf Vulkan oder einem anderen Föderations-Planeten bleiben und dort fleißig Anhänger um sich scharen können. Danach hätte er sich ein Raumschiff besorgt und wäre ganz einfach „legal“, d.h. ohne die Entführung der Enterprise, ins Zentrum der Galaxis geflogen. Sybocks Überzeugung besteht doch darin, dass die „Undurchdringlichkeit“ der Energiebarriere ein Mythos ist und man nur fest genug an sich glauben muss, um sie zu überwinden. Darum wäre jedes andere Raumschiff außer der kaputten Enterprise genauso gut für diese Reise geeignet gewesen. Außerdem: Wenn es so schwierig ist, von Nimbus III wegzukommen, dass Sybock erst Paradise City erobern und die drei Botschafter gefangennehmen muss, wie ist er denn selbst zum Planeten geflogen?

    Ich habe den Film auch auf Deutsch gesehen und hatte bei jedem Satz von Sulu das Gefühl, dass hier ein gewisser Melmakianer auf der Enterprise zugegen ist! Na ja, ALF steht ja für “Alien Life Form” und es gibt da ja wirklich ein paar Außerirdische!

    Der 2. TOS-Pilotfim war “Where No Man Has Gone Before / Die Spitze des Eisberges”. Dort kämpft Kirk gegen seinen ehemaligen Kumpel Mitchell. “Where No One Has Gone Before / Der Reisende” ist die sechste Folge der ersten TNG-Staffel. Ich verwechsle die Titel auch gerne, wollte es aber nicht unkommentiert lassen.

    In “Q Who? / Zeitsprung mit Q” wird die Enterprise-D 7.000 Lichtjahre weit in unbekanntes Territorium geschleudert. Data stellt daraufhin fest, dass sie mit maximum Warp zwei Jahre, sieben Monate, drei Tage und 18 Stunden brauchen werden, um die nächstgelegene Sternbasis zu erreichen. Wir brauchen nicht auf VOYAGER vorzugreifen, die Reise von der Erde nach Nimbus III und danach ins Zentrum der Galaxis innerhalb von wenigen Stunden war schon 1989 in-universe großer Blödsinn!

    Scottys Befreiung von Kirk, Spock und Pille finde ich auch doof. Zuerst fummeln sie an der Deckenverkleidung rum, was zu nichts führt und albern wirkt, aber wieder lustig sein soll. Danach hören sie die Klopfgeräusche und merken: Es ist ein Morsecode! “Aus… der… Bahn… AUS DER BAHN!” KA-WUMMM! Der Humor ist den Drehbuchautoren im krassen Gegensatz zum Vorgängerfilm gar nicht gelungen.

    Kirk sagt über Sybocks Vorhaben zum Flug durch die “große Barriere” ins Zentrum der Galaxis:
    “But the center of the Galaxy can’t be reached. No ship has ever gone into the Great Barrier. No probe has ever returned.”
    Die kaputte, schrottreife Enterprise und ein Bird of Prey können die Barriere ohne Probleme durchqueren, aber kein Schiff und keine Sonde zuvor hat es geschafft? Bei diesem Film dachte ich mir so oft “Die wollen mich verarschen!”, dass ich irgendwann mit dem Zählen aufgehört habe. Das tötet zusammen mit den vielen anderen Schwächen wirklich den Film! Es gibt meiner Auffassung nach ein paar Dinge, die kein Film tun sollte. Dazu gehört z.B. die Zuschauer nicht zu langweilen und sie nicht für dumm zu verkaufen. Eigentlich dachte ich, in Hollywood hätte sich das bis zum Jahr 1989 herumgesprochen.

    “Do not use while in spacedock.” Vielleicht ist es ganz gut, dass ausgerechnet in DIESEM Film die erste Toilette gezeigt wird. Er ist nämlich ziemlich scheiße!

    Dieser Versorgungsschacht, in dem sie danach unterwegs sind, ist doch absichtlich so konstruiert worden, dass man hinfällt und sich verletzt, oder? Kann man da nicht mal ein paar Holzplanken einbauen, um den Crewmen das Gehen zu erleichtern? Wieso müssen sie alle paar Meter über Rohre und Verstrebungen hinwegsteigen? Ja, Scotty wird in diesem Film leider zur Witzfigur degradiert. Erstmal kriegt er es nicht hin, die Enterprise auf Vordermann zu bringen, obwohl seine technischen Fähigkeiten seit TOS legendär sind. Dann hat er eine Liebelei mit Uhura, die vollkommen aus dem Nichts auftaucht. Jetzt stößt er sich in dem Schiff, das er “wie seine Westentasche” kennt, den Kopf und bleibt mit einer blutenden Platzwunde an der Stirn bewusstlos am Boden liegen. *seufz* Da fällt mir echt nichts mehr ein! Auf Scottys Tipp hin stehen Spock, Kirk und Pille danach im Turboliftschacht. Spock verlässt den Schacht und kommt kurze Zeit später mit seinen Raketenstiefeln wieder. Ist er gerade seelenruhig in sein Quartier gelatscht, um die Raketenstiefel zu holen, während das Schiff von Sybock und seinen Kumpels kontrolliert wird?

    Geil! Nach 45 Minuten erfahre ich, worum es in der ganzen Chose eigentlich geht, nämlich um die Suche nach Gott! Kurz vor Schluss wird mir erzählt, alle Völker und Spezies im Universum hätten dieselbe Religion. Im Finale stellt sich der selbsternannte “Gott” schließlich als generisches, böses Energiewesen heraus. Kirk verkündet feierlich, dass Gott nicht irgendwo dort draußen ist, sondern in unseren Herzen wohnt. Ohhh, wie schön! Das hätte meine Religionslehrerin in der ersten Klasse auch gesagt. Dafür braucht man aber keine 106 Minuten! Wozu war das jetzt alles gut? Ich weiß es nicht! Wenn wir schon im Jahr 1989 sind, lohnt sich ein Blick auf andere andere Filme dieses Jahres. Darunter befinden sich einige Klassiker im Bereich Fantasy/Comicverfilmung/SciFi, die alle besser sind als “Star Trek V – The Final Frontier”. Als da wären:
    – “Bill & Ted’s Excellent Adventure”
    – “Batman”
    – “Back to the Future Part II”
    – “Indiana Jones and the Last Crusade”
    Ich mag alle diese Filme, obwohl ich kein Batman-Fan bin und einige Aspekte in den anderen Filmen nicht so gelungen sind. Trotzdem sind alle um Längen besser als “Star Trek V”!

    Die Klingonen stellen hier ja mal überhaupt keine Bedrohung dar. Klaa verfolgt die Enterprise, greift aber nicht an, sondern schießt nur vorbei. Am Ende lässt er sich vom geschassten General Koord, der nichts mehr zu melden hat, zum Friedensschluss mit Kirk überreden und prostet ihm auf der Abschlussparty auch noch zu. Wo sind den plötzlich die großen Krieger, die kämpfen und erobern wollen? Kruge war kein vielschichtiger Charakter, aber ihm nehme ich den Klingonen weit mehr ab als diesem Weichei Klaa!

    Ich hatte zuvor schon geschrieben, dass Frauen hier nicht gut wegkommen. Das Finale zeigt diesen Umstand noch einmal deutlich: Die junge, hübsche romulanische Botschafterin Caithlin Dar (gespielt von Cynthia Gouw, die bei den Dreharbeiten 25 Jahre alt war) verliebt sich urplötzlich in den heruntergekommenen, versoffenen John Talbot (gespielt von David Warner, er war bei den Dreharbeiten 48 Jahre alt), der eben mal locker doppelt so alt ist wie sie. Klaas Offizierin Vixis (Spice Williams-Crosby) darf im ganzen Film elf Sätze sagen (ich habe im Transscript des Films auf http://chakoteya.net nachgezählt). Am Ende starren ihr Chekov und Sulu auf den Hintern und geilen sich dran auf, ohne dass jemand sie zurechtweist. Zusammen mit Uhuras Striptease-Tanzeinlage auf dem Hügel ergibt sich da ein ganz mieses Bild, das Star Trek schon lange abgelegt haben sollte und in keinster Weise ins Jahr 1989 passt, in dem Actionheldinnen wie Leia Organa und Ellen Ripley oder Whoopie Goldberg mit “The Color Purple” und “Jumpin’ Jack Flash” die Leinwände erobert hatten. Nicht nur die visuellen Spezialeffekte des Films sind von Vor-Vor-Vorgestern, sondern auch das Frauenbild. Das ist bitter! Ganz, ganz bitter. Star Trek war mal progessiv, was ist denn daraus geworden?

    Chris, dein Vergleich von Sybock mit einem Prediger passt sehr gut, denn der Charakter wurde als Parodie bzw. Anspielung auf Fernsehprediger geschrieben. Ich finde diese Fernsehprediger und Wunderheiler auch schlimm, habe aber ansonsten keinen Bezug zu diesem Thema. Vielleicht komme ich auch deswegen nicht in diese Story rein.

    Trotz aller berechtigter Kritik wird der Film von seinen Fans leidenschaftlich verteidigt. Auf imdb.com liest man in Reviews Sätze wie z.B. “I cannot understand how is it possible for people who call themselves Star Trek fans, not to like this film.”, “This is such a fun, adventurous and highly humorous Star Trek movie (I mean the humurous part in the best way).” oder “Star Trek V is perhaps the greatest science fiction film to ever grace the silver screen, indeed, to ever grace the earth.” Na sowas, das Fandom war also schon ein paar Jahrzehnte vor dem Start von DISCOVERY gespalten! Ja, die Meinungen gehen weit auseinander. DISCOVERY und PICARD werden mit derselben Inbrunst geliebt wie “Star Trek V” und das verstehe ich genauso wenig. Ich finde den Film anstrengend und blöd. Die paar schönen Crew-Momente mit dem Triumvirat reißen es leider nicht raus. Es ist in meinen Augen nicht der schlechteste aller STAR TREK-Filme, denn er tut mir nicht “weh”. Richtig scheiße wäre er nur, wenn z.B. ein Hauptcharakter sterben würde, das steht uns in Zukunft leider auch noch bevor. Ich kann “Star Trek V: The Final Frontier” ohne Probleme weglassen und verpasse nichts. Ich gebe ihm zwei von zehn Fehlfunktionen auf der Enterprise.

    LL&P
    2Voq

    1. Hi 2Voq,

      vielen Dank für deine ganzen Ergänzungen zu dem Film und somit auch zu unserem Podcast! Auch, dass du nochmal auf den luschigen Klingonen Klaa eingegangen bist und das Frauenbild wiedergegeben hast. Ich stimme da sehr mit dir überein!
      Es ist schon gruselig, wenn so ein Film von irgendwem als “vielleicht das beste, was jemals die Erde gesehen hat” bezeichnet wird – aber jeder darf gern seine Meinung haben, wie er es möchte! Kann für Star Trek nur positiv sein, wenn selbst so ein Machwerk geliebt wird, dass von vielen völlig verrissen wird.

      Was Uhuras Tanz anging: wenn ich mich recht erinnere, war es so von Anfang an gedacht, allerdings wollte man ein Körperdouble verwenden! Das ließ aber Nichelle Nichols nicht auf sich sitzen und spielte es dann selbst – mit einem String! Und den Federn. Außerdem war vereinbart, dass Nichelle diesen Sirenengesang selbst singen sollte – so war es von ihrem langjährigen Freund und Musikproduzenten Jim Meechan zusammen mit dem Produzenten des Films Harve Bennett vereinbart. Mit dieser Zusicherung machte Nichelle auch Werbung bei den Fans, die sich auf ihren Gesang (zuletzt in TOS gehört) freuten, leider wurde dies aber auch gestrichen bzw. der Gesang schließlich von wem anders nachsynchronisiert. Nichelle ist dort quasi nackt und tanzend zu sehen, aber nicht singend zu hören. Zumindest die Sache, dass Nichelle Nichols selbst zu sehen war (zunächst nachts in der Eiseskälte im Death Valley gefilmt, später dann noch im Studio nachgedreht), soll wohl dem guten Herrn Roddenberry nochmals das Blut gehörig in den Adern zum Kochen gebracht haben, der Jahre zuvor eine Affäre mit ihr hatte. Ich hoffe, ich habe das richtig wiedergegeben – ist ein Gedächtnisprotokoll aus der Nichelle Nichols-Biografie, die ich vor einiger Zeit gelesen habe (kann man gut empfehlen).

      LG
      Chris

      1. Hi Chris!

        Ja, der gute Gene hat nichts ausgelassen. Majel Barrett spielte in TOS Christine Chapel und heiratete später den ausführenden Produzenten der Serie, an der sie selbst beteiligt war. Mit wie vielen Frauen er außer Nichelle Nichols noch Affären hatte, möchte ich gar nicht wissen. Er hat wohl öfter “den Lurch versteckt”.

        Habt ihr vor, mal über Dokus oder Sachbücher zu Star Trek zu sprechen? Gene Roddenberry verstarb am 24.10.1991, also während der 5. TNG-Staffel. Auf Amazon Prime Video gibt es mehrere Dokus, u.a. “Chaos on the Bridge”. Außerdem wurden zahlreiche Bücher wie “The Fifty-Year Mission” veröffentlicht. Von denen habe ich ehrlich gesagt noch keines gelesen, aber der Blick hinter die Kulissen ist spannend.

        LG
        2Voq

        1. Hi 2Voq,

          Wir hatten über das Besprechen von “Bonusmaterial” schon mal vorsichtig gesprochen, ist aber schon einige Zeit her. Anja kennt bereits “Chaos on the Bridge” und den ersten Teil von Trekkies. Bislang haben wir nichts weiter an Hirnschmalz in die Sache gesteckt, weil man bei Dokus nicht so schön durch die Handlung gehen kann, wie bei einer Einzelfolgen-Besprechung. Vielleicht kommt uns da nochmal eine Idee, die wir dann gut in einem unserer Specials einbauen können.
          Zumindest sei gesagt, über Bücher, insbesondere Romane werden wir eher keine Podcasts machen, das wird ein zu weites Feld und die Vorbereitung auf jeweils einen Cast ist unlängst aufwändiger. Aber der gute Kurtzman verfotzt unser liebes Franchise ja in Zukunft immer mehr mit neuen (leeren) Inhalten über die wir noch viele Jahre zu sprechen haben. Insofern… naja… Ich wollte mich nicht wieder aufregen, dafür scheint die Sonne viel zu schön.

          LG
          Chris

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