Folge 103 – TNG – Der schüchterne Reginald

Wohlan Ehrenmänner und Ehrendamen,

lernt mit uns zusammen die Göttin der sinnlichen Freuden kennen. Es wird ein wahres Fest voller Haare, Michael Jackson und einer Darstellung exzessiver Fan-Fantasien.

Lasset es Euch munden!

8 Gedanken zu „Folge 103 – TNG – Der schüchterne Reginald“

  1. Hallo Anja und Chris!

    Bei der Bewertung von “Der schüchterne Reginald” bin ich eurer Meinung. Ein paar Anmerkungen möchte ich trotzdem loswerden. Ihr sagt selbst, dass La Forge in dieser Folge nicht gut wegkommt. Das trifft aber auch auf andere Charaktere zu.

    Riker ist der nächste Kandidat auf meiner Liste. Der “ewige erste Offizier”, dem schon mehrmals ein eigenes Kommando angeboten wurde, hat seinem Kurs zum Thema “Personalführung” wohl gepennt. Da übernimmt er einfach mal die Hänselei eines Kollegen und erzählt es brühwarm seinem Captain?! Riker hätte gefälligst Wesley zusammenscheißen müssen, als der mit seinem “Brokkoli” ankam! Als wäre das noch nicht genug, droht er Barclay… Ich muss leider sagen, dass mir der Umgang mit Barclay in dieser Folge gar nicht gefällt.

    Wesley ist zwar sehr intelligent und ehrgeizig, aber mit dem Wissen aus den späteren Staffeln finde ich, er sollte sich hier lieber nicht so aufspielen! Barclay hat immerhin die Sternenflottenakademie abgeschlossen und ein Offizierspatent erworben. Außerdem hat er es geschafft, auf das Flaggschiff versetzt zu werden. Sonya Gomez sagte schon, wie hart sie dafür arbeiten musste! Auch wenn Barclay Probleme hat, ist er dennoch ein fähiger Ingenieur und verdient darum den Respekt seiner Kollegen und Vorgesetzen. Als kleine Vorschau auf die späteren Staffeln kann ich schon sagen, dass Reginald Barclay mehr Charakterentwicklung bekommen wird als La Forge, Troi oder Dr. Crusher.

    Troi versagt als Psychologin/Psychotherapeutin leider vollkommen. Gerade sie müsste doch erkennen, welche Probleme Barclay hat und ihm entsprechende Hilfe anbieten! Wieso spürt sie während der Therapiesitzung nicht, dass er über beide Ohren in sie verknallt ist? In anderen Folgen wird uns gezeigt, wie sie bei allen möglichen Personen und Aliens Emotionen spüren kann, auch wenn diese Lebewesen weit entfernt sind. Beim Menschen Barclay, der sich im selben Raum befindet, klappt das aber nicht? Das ergibt für mich keinen Sinn! In einer späteren Episode verliert sie ihre Fähigkeiten und ist dadurch am Boden zerstört. Die Darstellung ihrer empathischen Kräfte ist doch wirklich seltsam: einmal so und einmal ganz anders… Das trägt nicht zur Charakterentwicklung bei! Einen guten Hinweis aus dem Trekcast muss ich hier noch erwähnen: Die “Göttin der sinnlichen Freuden” ist züchtiger angezogen als die echte Troi mit ihrem engen, tief ausgeschnitten Kleidchen! Darum finde ich es grotesk, dass sie sich über ihr holografisches Abbild ärgert.

    Nur Picard besitzt etwas Verstand, indem er Riker und La Forge befiehlt, Barclay zu unterstützen. Das hatte ich mir schon früher gewünscht. Übrigens gibt es über den guten Picard auch ein paar Worte zu sagen. Simon und Sebastian von “Trek am Dienstag” sprechen gern von Picards “Gottkomplex”. So weit gehe ich nicht, aber der Captain ist sehr darauf bedacht, für seine Kollegen/”Mitmenschen” unfehlbar zu wirken. Das haben wir schon mehrmals gesehen: Riker soll ihn seit dem Pilotfilm von Kindern fernhalten, er hat lange gebraucht, um Wesley zu akzeptieren und als Data Sarjenka auf die Brücke brachte, wurde er von Picard angeschnauzt. Er verspricht sich ja beim Treffen mit Barclay auch noch selbst, was gerade für den Captain unprofessionell wirkt.

    Insgesamt sind Barclays Kollegen und Vorgesetze bei Weitem nicht so kompetent, wie sie sich selbst sehen. Ja, Barclays Verhalten und seine Holodeck-Sucht sind sehr stark zugespitzt. Trotzdem verstehe ich nicht, wieso ausgerechnet er hier fertig gemacht wird. Wie wir in den späteren Staffeln noch sehen werden, schießen auch Andere mal einen Bock, kriegen dafür aber KEINEN Einlauf ihrer Vorgesetzen.

    Zum Thema “Holodeck”:
    Die Technik an sich ist spannend, wird aber leider viel zu inkonsequent behandelt und kaum erklärt. Es kommt mir oft wie eine Art “Wundermaschine” vor, die unglaublich toll und hoch entwickelt ist, aber in den entscheidenden Momenten trotzdem versagt und die Crew in Gefahr bringt. Für die Autoren war und ist es ein Kniff, um Geschichten zu erzählen, die eigentlich nicht zu dieser Serie an Bord eines Raumschiffes passen. Die Szenarien, die man dort sieht, beziehen sich meistens auf die Erde und die Geschichte/Kultur der Menschen. Ich frage mich, ob andere Spezies das Holodeck ebenfalls nutzen und wie ihre Programme/Holoromane aussehen.
    Als Therapieform kann ich es mir gut vorstellen, zumal die sogenannte “Virtual reality therapy” in verschiedenen Formen schon heute zur Behandlung von Patienten benutzt wird, z.B. bei Autismus oder einer posttraumatischen Belastungsstörung. Allerdings frage ich mich, wie man den Nutzen dieser Technik gegen die Gefahren abwägen kann. Der Suchtfaktor bzw. das Risiko einer Sucht bei Anwendung des Holodecks ist wie schon erwähnt sehr hoch. In unserer heutigen Welt würde es definitiv ausufern und müsste vielleicht sogar mit “harten” Drogen wie Heroin gleichgesetzt und verboten werden. Das Drogen-Thema möchte ich aber hier nicht aufs Tapet bringen.

    Es gibt eine interessante Parallele zwischen “Der schüchterne Reginald” und “Unbedingte Offenheit”, der aktuellen Folge von PICARD. Ersteres zeigt ein Holodeck-Programm, in dem die Charaktere Rollen aus dem Roman “Die drei Musketiere” einnehmen, in Letzterem schenkt Picard dem romulanischen Jungen Elnor eben diesen Roman. Sowohl eurer Podcast als auch die PICARD-Folge wurden am selben Tag veröffentlicht! Zufall oder Fügung des Schicksals? Haben die Q etwas damit zu tun? 😉

    LL&P

    2Voq

    1. Der vorletzte Satz in meinem Kommentar hätte eigentlich lauten sollen
      “Sowohl eurer Podcast als auch die PICARD-Folge wurden am Freitag veröffentlicht!”

    2. Hi 2Voq,

      WIR sind die Q, also, ja, haben sie ihre Finger im Spiel 😉

      Deine Beobachtungen zur Folge sind absolut treffend. Es beschämt mich fast nicht selbst auf einiges zu kommen, aber dafür kannst du uns so gut ergänzen, danke Dir.
      Ich bin mal en detail gespannt über Barclays weitere Entwicklung und auch der Umgang mit ihm durch die anderen Crewmitglieder, die sich dann bitte mal wieder etwas trekkiger verhalten.
      Lustig: Troi als Göttin der sinnlichen Freuden ist züchtiger angezogen, als sie selbst – stimmt, ja. Ich lach mich tot.

      LG
      Chris

      1. Hi Chris!

        Ich freue mich schon auf Edward Jellico, weil er
        1. von Ronny Cox gespielt wird, den ich in einigen Rollen super finde
        2. Deanna Troi befiehlt, eine Uniform zu tragen

        Jellico ist zwar nicht der sympathischste Typ des Universums, aber hey! Nach SEINEM Auftritt trägt Lieutenant Commander (!) Troi endlich mal – wie alle anderen Offiziere auch – eine UNIFORM! Ich kann ihm diesen Verdienst gar nicht hoch genug anrechnen. Das allein macht ihn für mich zu einem fantastischen Menschen.

        LG

        2Voq

        1. Hi 2Voq,

          Ja, ich finde Ronny Cox auch immer wieder sehr fantastisch! Außerdem hat dieses Drehbuch Marina Sirtis endlich einen kleinen Wunsch erfüllt, nämlich auch eine Uniform tragen zu dürfen um endlich dazuzugehören. Sie selbst hat diese ganzen Kleider immer sehr gehasst, besonders das blaue. Mehr dazu im Trivia der entsprechenden Folge, sonst wird hier genug gespoilert für Anja, hehe. Die durfe durch die neueste PICARD-Folge erfahren, dass Data ne Katze haben wird, bevor sie das selbst bald herausfinden wird. Naja, zum Glück nur ein kleines Detail 😉

          LG
          Chris

          1. Hi Chris!

            Wo du die aktuelle PICARD-Folge schon ansprichst, muss ich gleich mal nachfragen:
            1. Wie fandet ihr das alberne “Borg-Ritual”?
            2. Sieht Narissa im anschließenden, sexuell aufgeladenen Dialog mit Narek für euch auch aus wie die romulanische Version von Mirror-Georgiou?

            LG

            2Voq

          2. Hi 2Voq,

            zu 1: Ach du kacke, haben wir uns gedacht, soapiger geht’s nimmer! Ich war irgendwo bei Dirty Dancing, Save the last Dance, keine Ahnung. Auf jeden Fall ziemlich albern und es hatte was von Fremdschämen, dieses ach so romantische Rollschuh-Tächtelmächtel… nur um uns eine Szene zu zeigen, in der so ein bisschen eine Entfremdung zwischen den beiden lostritt, weil Narek zu sehr “in love” ist. Ich mag aktuell das meiste am Soji-Arc überhaupt nicht und es fasziniert mich nix daran.

            zu 2: An die Mirror-Georgiou hatte jetzt direkt keiner gedacht, aber die gute Dame wird immer klischeehafter gezeichnet, kann das sein?!
            Anja ist da sehr bei dir was das sexuell unterschwellige angeht, ich habe da weniger so ein Lennister-Ding gesehen, ich dachte eher, sie würde Sexuelles mit reinnehmen, um ihren Bruder damit seine eigenen Fehler Soji betreffend vorzuführen. Vielleicht will ich das aber auch nicht sehen 😉 Möglich, dass die keine echten Geschwister sind (auch wenn die Namen bewusst ähnlich sind) sondern die nennen sich in ihrer tollen Top Secret-Agency alle Brüder und Schwestern.
            Wir werden es sehen, hoffe, das wird noch gut. Wenn, dann will ich mehr über die Soji-/Dahj-Hintergründe wissen, mehr von den Borg, was da getrieben wird und wieso und mehr Hugh. Das Ding mit “Zerstörerin”, was Soji angeblich sein soll, klingt auch ganz interessant. Aber dieses merkwürdige Liebes-Dreieck… nä, bitte, weg damit. Was hälst du von der Storyline rund um Soji und das Rückgewinnungscenter?

            LG
            Chris

  2. Hi Chris!

    Die Handlung auf dem Borg-Kubus ist bis jetzt der schwächste Teil von PICARD. Das finde ich v.a. deshalb schlimm, weil er ja eigentlich zentral und sehr wichtig ist! Dort laufen nämlich alle Handlungsstränge zusammen: Soji, Dahjs Zwillingsschwester, nach der Picard seit der Pilotfolge fahndet, wohnt und arbeitet dort. Die Romulaner, deren Heimat durch die Supernova zerstört wurde, sind dort vertreten. Narek, der Agent des Zhat Vash, der alle synthetischen Lebensformen vernichten möchte, hat sich dort eingeschlichen. Hugh, ein Ex-Borg, der eine sehr persönliche Beziehung zu Data und Picard hat, leitet dieses Projekt. Dazu kommt noch, dass Picard selbst Borg war. Seine Zeit als Locutus muss in der Serie auf jeden Fall aufgegriffen werden. Wenn Soji sich auf dem Kubus aufhält und Picard nach ihr sucht, dann wird er zwangsläufig früher oder später auf dem Kubus landen! Natürlich könnte sie den Kubus verlassen, aber das wird wohl nicht so schnell passieren, zumal sich in der 5. Folge “Stardust City Rag” eine Eskalation in der Dreiecksbeziehung Soji-Narek-Narissa abzeichnet. Picard und Soji werden sich treffen, das kann ich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sagen.

    Auf dem Kubus geht leider nichts voran, stattdessen werden immer mehr Fragen aufgeworfen. In der 2. Folge “Maps and Legends” fand ich das noch spannend. Wo befindet sich dieser Kubus? Wie kam Soji dorthin? Wie wurde der Kubus vom Kollektiv getrennt? Was genau wird dort “zurückgewonnen”? Geht es dabei um die Bergung von Technologie, die “De-Assimilierung” der Drohnen oder um beides? Wie steht es allgemein um das Borg-Kollektiv? Wurde es durch die Ereignisse im VOYAGER-Finale endgültig zerstört oder existiert es als Bedrohung weiter? Ist der Kubus eines der letzten Überbleibsel der Borg, das immer noch gefährlich ist? Wie wurde Hugh Leiter dieses Projektes? Seinen letzten Auftritt hatte er in der 7. TNG-Staffel. Was hat er in der Zwischenzeit erlebt? Wer hat ihn wie, wo, warum von seinen Borg-Implantaten befreit? Wie kam ER auf den Kubus? Was ist mit Ramdha und den anderen assimilierten Romulanern? Warum kollabierte der Kubus kurz nach ihrer Assimilierung? Warum nennt Ramdha Soji “die Zerstörerin”? Fragen über Fragen! Anstelle von Antworten sehen wir aber den immer gleichen Ablauf: Narek und Soji haben sich kennengelernt und sind zusammen in die Kiste gehüpft, was für meine Begriffe sehr schnell ging. Narek und Soji turteln miteinander. Narek möchte seine Mission als Zhat Vash-Agent ausführen, aber es wird nicht geklärt, worin die Mission genau besteht. Gleichzeitig verfolgt er eigene Pläne. Seine “Schwester”/Mit-Agentin Narissa geht ihm dabei auf den Sack. Turtelei zwischen Narek + Soji – Nareks geheime Mission – Narissa im schwarzen Lederoutfit – Turtelei zwischen Narek + Soji – Nareks geheime Mission – Narissa im schwarzen Lederoutfit – Turtelei zwischen Narek + Soji – Nareks geheime Mission – Narissa im schwarzen Lederoutfit… Mittlerweile wird es einfach sehr repetitiv und ermüdend. Die Fremdschäm-Szene beweist, dass den Autoren einfach nichts mehr einfällt. Warum schreibt irgendjemand so einen Blödsinn? Und warum wird das dann auch noch GEDREHT? Welche Mitarbeiter des Produktionsteams waren der Meinung, dass das eine gute Szene sein könnte? Ich hatte mich gerade vom DISCO-Desaster erholt und jetzt zeigen sie mir DAS?!?

    In der nächsten Folge wird es eine Menge bekloppter Kostüme geben, u.a. Picard mit Augenklappe… na ja, Fasching steht vor der Tür, da kann man sich schon mal als Pirat verkleiden! 😅 Nein, im Ernst: Die Autoren sollen die Story jetzt bitte glaubwürdig weiterentwickeln und so ein dummes Zeug weglassen.

    Bis bald!

    2Voq

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.