Folge 099 – TNG – Die Sünden des Vaters

Klingonen und Shakespeare haben eine lange Tradition – vielleicht ist diese Folge nur ein (weiterer) Pflasterstein auf einem langen Weg. Außerdem thematisieren wir, wie viele Klingonen nötig sind, bis man einen von ihnen in Unterwäsche sehen würde (kleiner Spoiler – bei 22 ist Schluss)!

Dies und noch viel mehr in unserer 99. Folge. Viel Spaß!

3 Gedanken zu „Folge 099 – TNG – Die Sünden des Vaters“

  1. Hallo Anja und Chris!

    Das Highligt der Episode ist die Vertiefung der Beziehung zwischen Worf und Picard, die bisher wenig miteinander zu tun hatten. Ich hätte auch erwartet, Riker in der Rolle des cha’DIch zu sehen, weil er sich schon mit den Klingonen und ihrer Kultur beschäftigt hat. Allgemein wurden in den ersten drei Staffeln diejenigen Story Arcs begonnen, die über die gesamte Serie bis zu DS9 und den TNG-Kinofilmen weitergehen. Das Aufbauen von Verbindungen zwischen sehr verschiedenen Charakteren finde ich toll: Tasha und Guinan (die sich eigentlich nie begegnet sind), Picard und Guinan, Picard und Worf, Picard und Data, Guinan und Data. Schön ist auch, wie die verschiedenen Story Arcs miteinader verknüpft werden. Das war Anfang der 90ger noch nicht selbstverständlich, was mit Sicherheit an der mangelnden Verfügbarkeit lag: Entweder man schaute es sich im TV an, zeichnete es mit einem VHS-Recorder auf (leere Kassetten + Recorder kaufen, Recorder programmieren, Kasetten archivieren und beschriften) oder besorgte sich die Kaufkassetten, die z.T. sehr teuer waren. Oft genug wurden die Episoden mehrfach kopiert, was der Qualität von Bild und Ton abträglich war. Wer eine Schlüsselfolge wie z.B. “Die Sünden des Vaters” verpasst hatte, kam mit den darauf aufbauenden Geschichten nicht klar. Dieses Problem hatte ich bei “Babylon 5”. In der irrigen Annahme, es handele sich um eine Serie wie TOS oder “The Outer Limits”, schaute ich nur ab und zu rein. Am Ende gefiel sie mir nicht, “weil da immer komische Dinge passieren”… naja! Im Zeitalter von Blu-ray und Streaming ist das schwer vorstellbar.

    Ich stelle mir bei der Episode drei Fragen:
    1. Kurn und Picard wurden von klingonischen Meuchelmördern attackiert und überlebten den Angriff. In der zweiten Szene konnten Picard (ein Mensch in der “Uniform eines Kindes”) und eine alte Frau die Mörder überwältigen! Warum sind alle klingonischen Attentäter so inkompetent? Die Klingonen müssen ihre Attentäter-Ausbildung drigend reformieren!
    2. Woher wusste Kahlest von Worfs drohender Entehrung und der Rolle, die Picard dabei spielte? Wurde die Verhandlung in der Halle des Hohen Rates im TV übertragen? Sie war doch bestimmt erstmal sehr überrascht, dass der kleine Worf den Angriff vor 20 Jahren überlebt hatte! Jetzt nimmt sie die neuen Entwicklungen ziemlich gelassen hin. Übrigens kann sie als “tote Frau” sehr gut mit dem Messer umgehen.
    3. Wie funktioniert eine Entehrung? Im Prinzip müssten alle Klingonen im ganzen Reich und auf sämtlichen Raumschiffen zeitnah von der Entehrung einer Person erfahren. In späteren Episoden ist Worfs Entehrung gesetzt und für jeden Klingonen selbstverständlich. Gibt es im Klingonischen Reich soziale Medien, die solche Nachrichten blitzschnell verbreiten? Ich stelle mir gerade vor, wie Klingonen eifrig auf ihren Smartphones herumtippen, um auf der Website von “Qo’noS Today” die aktuellen Entehrungen nachzusehen.

    Macht’s gut und Carry on Spocking!

    2Voq

    1. Hi 2Voq,

      Ich musste erst mit einem Turnus TNG auf Sat.1 gucken fertig werden, bis ich mit Aufzeichnungen auf VHS begann. Gerade im Bereich Filme, die im TV liefen (“normale” Filme, aber im Besonderen auch alle TOS-Filme) habe ich gesammelt und mir eine kleine Videothek angelegt. Natürlich versucht Werbung akkurat rauszuschneiden (hat selten wirklich gut geklappt) und sogar das Pappcover mit Papier beklebt und dann habe ich eigene Covers gemalt. Sehr schnell kamen aber die ganzen Doppelfolgen von TNG und auch Voyager auf VHS raus und die musste ich unbedingt alle haben – mit Covers vom Profi 😉

      Zu deinen Gedanken:
      Die klingonischen Attentäter werden bei den Sturmtrupplern ausgebildet, neben gekonntem Vorbeischießen bieten sie auch Nichtschwimmerkurse an – für die, die es noch beherrschen.
      Kahlest wusste davon, weil sie sich wöchentlich mit K’mpec trifft zum Kaffeetrinken und anderes. Er versucht ja auch immer noch bei ihr zu landen. Zumindest fließt dort auch ordentlich Blutwein, da kommt man schon bisschen in Plauderlaune.
      Wie eine Entehrung funktioniert ist in der Tat ne interessante Frage: Klingonen sind natürlich so ehrenhaft, ganz besonders wenn sie entehrt wurden, und verhalten sich entehrt, gehen also nur in dunklen Ecken, sitzen unter den Dielenböden in einer Taverne, oder hinten im Bus. Ich habe ehrlich keine Ahnung, wie die Schande zu einer wahren Schande wird, die nicht bloß theoretisch bzw. symbolisch durch dieses Wegdrehen erzeugt wird, sondern auch spürbar, erfahrbar ist. Wie der Verlust eines Jobs oder so. Vielleicht haben die ja auch so einen Online-Pranger (wie die USA für Sexualstraftäter, nur eben für die täglichen Entehrungen). Oder die haben im Tageblatt keine Seite mit Todesanzeigen sondern mit Entehrungsanzeigen. Die zahlen dann natürlich die Bürger selbst, dafür gibt es eine Art Entehrungs-GEZ.
      Vielleicht hatte ich zu viel Blutwein?!
      In den Romanen “Prey” sind die entehrten Klingonen quasi in ein Exil gegangen und bauten sich zeitweilig eine Art Kolonie auf. Und lebten dort sicher sehr unklingonisch, ohne Ehre, aber wen juckt’s wenn eh alle im selben Boot sitzen. Da machen sie es wie die Menschen frei nach dem Motto “Ist der Ruf erst ruiniert, lebt’s sich gänzlich ungeniert!”
      Wie dem auch sei, eine nicht ganz aufzugehende Sache diese Entehrungen.

      LG
      Chris

      1. Hi Chris!

        Wow, du warst ja sehr fleißig mit dem Aufzeichnen und Archivieren! Ich mochte STAR TREK immer, aber als Kind/Jugendlicher war es für mich nur eine von vielen Serien/Filmen bzw. Filmreihen, die ich sehen wollte. Jede aufgezeichnete Folge habe ich mir angeschaut und danach mit etwas anderem überspielt. Das Archivieren von Serien war nie mein Ziel, allein der finanzielle Aufwand wäre mir zu groß gewesen. Regale voller VHS-Kassetten wollte ich auch nicht haben, mir waren Bücher, Hörspiele und Musik wichtiger.

        Die Entehrung bei den Klingonen kommt mir allgemein etwas seltsam vor. Im ersten Moment erinnert es mich an den Ehrbegriff, der heute noch in einigen Kulturen anzutreffen ist, z.B. in muslimisch geprägten Ländern oder in Japan. Dabei geht es soweit ich weiß aber um die Ehre der Familie bzw. des Clans gegenüber den Bekannten, den Freunden, der Dorfgemeinschaft etc. Wenn jemand durch ein Ereignis entehrt wird, dann erfährt nicht sofort das ganze Land davon (wobei ich nicht weiß, wie sich das in Zeiten von Social Media verändert hat). Bei den Klingonen scheint es fast wie ein Fluch zu sein, der über mehrere Generationen auf einer Familie lastet. Es wirkt ähnlich wie die “Persona non grata” in der Diplomatie: ein Klingone wird zur “unerwünschten Person” erklärt und muss das Territorium des Reiches verlassen bzw. darf es nicht mehr betreten. Die Idee mit dem Exil finde ich spannend. Dabei frage ich mich aber auch, woher das ganze Reich weiß, wer gerade im Exil lebt. In der Romanserie “Dune” gibt es Adelsfamilien, die ihren Status verlieren oder freiwillig aufgeben, um auf den “Tupile-Planeten” (deren Positionen nur der geheimnisvollen Raumfahrergilde bekannt sind) im Exil zu leben. Da ist es eine Art “Untertauchen”, um der drohenden Ermordung durch politische Gegner zu entgehen. Wir werden wahrscheinlich nie erfahren, wie die Klingonen es damit halten.

        MfG

        2Voq

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