Folge 092 – TNG – Mutterliebe & Die Energiefalle

In unserer neuen Folge reden wir einerseits über Worf, der auf unerwartete Weise seine Familie vergrößert, während andererseits unser Chefingenieur daran scheitert, die seine zu vergrößern. Der Gute findet leider nicht so richtig Anschluss. Armer Geordi.

Viel Spaß!

3 Gedanken zu „Folge 092 – TNG – Mutterliebe & Die Energiefalle“

  1. Hi Anja und Chris!

    Zu “Mutterliebe”:
    Die ersten 20 Minuten dieser Folge finde ich interessant. Eine Archäologin der Enterprise stirbt während einer Außenmission einen sinnlosen Tod. Die ganze Crew und besonders ihr Sohn versuchen den Verlust zu verarbeiten. Daraus hätte man eine schöne Story stricken können, in der die Science Fiction Nebensache ist und die Charaktere im Vordergrund stehen. Ich beklage ja gerne, dass man sich in Star Trek zu selten mit dem Tod auseinandersetzt und hier tut die Mannschaft der Enterprise genau das.

    Leider begehen die Autoren denselben dummen Fehler wie in “Die schwarze Seele”: Anstatt sich auf die Figuren, ihre Gefühle und die Aufarbeitung des tragischen Geschehens zu konzentrieren, bauen sie eine Handlung mit dem “Energiewesen der Woche” ein. Das gab es schon zur Genüge und so sehr ich Star Trek auch mag, wird es doch irgendwann langweilig. Dieses Alien (ich nenne es einfach mal “Marla-Wesen”) ist in seinem Verhalten das Spiegelbild zu Armus: Armus wollte Böses tun, um sich Vergnügen zu verschaffen. Er schien stark und mächtig zu sein, war aber nur ein armes Würstchen und wurde am Ende auf dem Planeten “eingesperrt”. Das Marla-Wesen möchte Jeremy helfen, verhindert aber damit die Verarbeitung des Todes seiner Mutter. Letztlich erkennt es seinen Fehler und zieht sich freiwillig zurück. Die Gemeinsamkeit beider Wesen besteht darin, dass sie von uralten Spezies vor langer Zeit erschaffen wurden und auf dem Planeten blieben.

    Beim Anschauen der Episode kam mir der Gedanke noch nicht, aber während eurer Besprechung fragte ich mich, warum das keine Holodeck-Folge ist. Warum versucht Jeremy nicht, seine tote Mutter, das Haus und seine vertraute Umgebung virtuell zu erschaffen, um in dieser Traumwelt weiterzuleben? Wie gesagt werden wir in dieser Staffel einen Charakter kennenlernen, der auf dem Holodeck Fantasiewelten erzeugt. In der großartigen DS9-Folge “It’s only a Paper Moon” flüchtet Nog vor seinem Kriegstrauma. In den bisherigen TNG-Episoden war das Holodeck immer dann gefährlich, wenn es irgendeine Fehlfunktion hatte. Die Gefahr kann aber auch von Personen ausgehen, wenn sie diese Technik falsch anwenden. Wie ihr schon richtig sagt, hätte man bei dieser Story mehr Aspekte ansprechen können. Picard stellt dem Marla-Wesen ja genau die richtige Frage: Welchen Grund hätte Jeremy, in dieser Fantasie zu leben? Welchen Grund hat Nog, in Vic’s Holoprogramm zu leben? Ich finde die Alien-Story unnötig. Es ist wie in “Die schwarze Seele” und “Die Überlebenden auf Rana IV” wieder eine Story, in der ein außerirdisches Volk vor vielen Jahrhunderten oder Jahrtausenden Dinge tat. Das ist klassische SciFi und in einer Folge wie “Griff in die Geschichte” hat das seine Berechtigung. Es ist aber nicht jede Story so gut wie die um den zeitreisenden Pille, der aus Versehen die Vergangenheit verändert.

    Die Dialoge sind größtenteils gelungen, z.B. die Gespräche zwischen Wesley – Beverly, Wesley – Picard, Jeremy – Worf. Die Auflösung wirkt auf mich aber sehr bemüht und gewollt. Das fremde Wesen muss die Enterprise natürlich verlassen, alle haben etwas gelernt und die Crew ist eine große Familie. Aus die Maus! Von mir bekommt die Episode “Mutterliebe” 3 von 5 Ruinen auf einem verlassenen Planeten.

    Zu “Die Energiefalle”:
    Von der Sprengfalle in der Vorgängerfolge kommen wir nun zur Energiefalle. Man sollte den Vorspann abändern: “Space… the final frontier. It’s freakin dangerous out there, so please stay at home!”

    Ich hatte es so in Erinnerung, dass Geordi absichtlich das Hologramm von Dr. Brahms erzeugt. Aber es ist der Computer, der wieder einmal eigenmächtig handelt und unerwartete Dinge tut, um den Plot voranzubringen. OK, er lädt ihre Persönlichkeit in das Hologramm, um… na ja, ich urteile zu Geordis Gunsten und sage: um besser mit ihr zusammenzuarbeiten. Ich finde, es wird richtig mit dem Holzhammer etabliert, wie gut sie sich auf Anhieb verstehen. Sie lächelt ihn an und im Hintergrund spielt die Musik. Es ist der perfekte Rückgriff auf den vorherigen Dialog zwischen ihm und Guinan. Geordi versucht, mit einer Frau eine Beziehung aufzubauen und scheitert, weil er es zu sehr will. Mit dem Hologramm von Dr. Brahms läuft es ganz anders, denn sie sind beide Ingenieure und arbeiten gemeinsam an der Lösung eines Problems. Außerdem werden Leahs Persönlichkeitsmerkmale wahrscheinlich so dargestellt, dass sie ihm sympathisch ist. Vielleicht gehört das zur erwähnten Fehlertoleranz von 9,37%. Ob die echte Dr. Brahms genauso reagieren würde, weiß man nicht. Für mich ist es eine krass übertriebene Szene. Hier wäre mehr Subtilität angebracht gewesen.

    NATÜRLICH müssen sie sich dann auch ordentlich in die Haare kriegen, denn so fängt jede klischeehafte Beziehung an. Hier frage ich mich, wie man sich mit einem Computerprogramm streiten kann. Es mag ja eine realistische Simulation der Person sein, aber am Ende besteht diese Figur doch bloß aus einem Code! Geordi könnte sich bestimmt an das Terminal setzen und sie nach seinen Wünschen umprogrammieren. Er hat zwar nicht genug Zeit dafür, aber die Möglichkeit besteht. Ich streite mich doch auch nicht mit meinem Bildbearbeitungsprogramm über den Filter, den ich gerade auf eine Grafik anwenden möchte.

    Die Dynamik zwischen Geordi und dem Brahms-Hologramm funktioniert für mich nicht. Ich finde die Szenen mit den beiden übertrieben, gekünselt und unglaubwürdig. Warum bandelt der Chefingenieur mit einem Hologramm an? “Die Energiefalle” kommt bei mir auf 3 von 5 Flaschenschiffen. In der 5. Staffel gibt es eine Folge mit ähnlicher Story, die meiner Meinung nach mehr Charakterhandlung zu bieten hat und mir darum besser gefällt.

    LL&P

    2Voq

    1. Hi 2Voq,

      vielen Dank für deine Eindrücke zu den Episoden! Die Parallele zu “Die schwarze Seele” habe ich gar nicht so wirklich gesehen, aber sie ist durchaus vorhanden. Ich stimme dir zu, dass ein “echtes” Auseinandersetzen mit dem Tod besser gewesen wäre, als dies hier. Im Trivia-Bereich erläutere ich, dass die Holodeck-Idee fallengelassen wurde (um später anders wieder aufgegriffen zu werden), was ich rückblickend auch schade finde. Segen und Fluch des Holodecks, nicht immer die irgendwann ausgelutschten Fehlfunktionen. Ich denke mal, Jeremy Angucken alter Videos ist von der Holodeck-Idee übriggeblieben.

      Zu die Energiefalle: Ich denke, wenn Geordi auf diese Weise, wie er Leah hier kennenlernte, also quasi bei der Arbeit, eine Frau kennenlernen würde, dann wäre das auch besser für ihn und würde besser funktionieren. Leah passt da nicht, sie ist nur ein Hologramm und entsprechend programmiert. Eine echte Frau wäre da ganz anders und er müsste sich bemühen, ohne sich zu bemühen. Hätte ich gern gesehen, denn Geordi tut uns nur leid. Ein Hologramm “als Notlösung” macht es indes nur trauriger. Das hat Geordi nicht verdient.

      Dein Bewertungssystem gefällt mir sehr gut und hat Anja und mich gut zum Lachen gebracht. Auch der neue Einleitungstext wäre fantastisch für eine neue Star Trek-Serie voller Angsthasen und Hosenscheißer! Wir haben herrlich gelacht und rumgeblödelt.

      LG
      Chris

      1. Hallo Chris,

        mein neues Bewertungssystem war ein spontaner Einfall. Daraus entstehen ja oft die besten Ideen! 😉 Freut mich, dass es euch gefällt. Ich habe es wohl vom BSG-Podcast “Zylonensender” abgeleitet. Dort wurde diskutiert, ob sie eine Episode z.B. mit “7 von 12 Zylonenmodellen” bewerten sollen. Bei Star Trek könnte man natürlich viele Gegenstände nehmen, z.B. Phaser, Tricorder, Warp-Spulen, etc. Das fände ich aber generisch, etwas episodenbezogenes ist spannender.

        Geordis Dating-Probleme sind ein Spiegelbild für die gesamte Crew. Letztendlich sind ALLE Hauptcharaktere von TNG Singles: Picard ist Captain und möchte sich nicht binden, Riker und Troi waren vor Jahren mal ein Paar, gehen jetzt aber getrennte Wege (wohin die führen, ist unbekannt). Worf ist als ausgestoßener Klingone auch allein. Beverly ging nach Jacks Tod keine neue Beziehung ein. Wesley war in der 1. Staffel verliebt und hat Verarbredungen, aber davon hört/sieht man nichts mehr. Data hat als Androide ohnehin Schwierigkeiten, einen Partner/eine Partnerin zu finden. Die Crew ist zwar eine große Familie und an Bord leben viele Familien mit Kindern, aber so richtig familiär geht es nur selten zu. Die Außnahmen sind Besuche von Trois Mutter, Rikers Vater usw. Auf Worfs Adoptiveltern freue ich mich schon, weil ich sie sehr sympathisch finde!

        LL&P

        2Voq

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