Folge 091 – TNG – Die Überlebenden auf Rana IV & Der Gott der Mintakaner

Heute wird uns so einiges in den Kopf gepflanzt: Einerseits die quälendste Ausprägung eines Ohrwurms (schon großer Mist, wenn man nicht mal weiß, wo der her kommt), andererseits die fixe Idee, seinem Gott gegenübergetreten zu sein. Wollte Picard eigentlich schon immer einen Kult um sich scharen?!

Viel Spaß bei einer Besprechung, die um ein Haar eine Sonderfolge hervorgebracht hätte.

5 Gedanken zu „Folge 091 – TNG – Die Überlebenden auf Rana IV & Der Gott der Mintakaner“

  1. Hallo Anja und Chris!

    Zu “Die Überlebenden von Rana IV”:
    Deanna Troi wird von den Autoren oft schlecht behandelt, so auch hier. Sie ist fast die ganze Zeit über eine gepeinigte, hilflose und bemitleidenswerte Frau. Insofern erinnert sie mich ein wenig an Riker in… der Folge, deren Titel nicht genannt werden darf. Picard befand sich in “Die Schlacht von Maxia” in einer ähnlichen Situation. Der Unterschied besteht darin, dass Troi in der Serie (bis jetzt) keine starke Anführerin ist, sondern immer diejenige, die irgendwelche Dinge spürt und damit eine typisch weibliche Rolle einnimmt. Es ärgert mich sehr, wie ihr Charakter in dieser Folge so geschrieben wurde und finde es vollkommen unnötig. OK, Kevin wollte verhindern, dass sie ihn enttarnt. Darum musste sie aus dem Spiel genommen werden. Das ist aber in erster Linie ein durchschaubarer Trick der Autoren und keine gut erzählte Geschichte.

    Kevins Absichten verstehe ich auch nicht. Er weigerte sich zu kämpfen und zu töten, als die Kolonie bedroht wurde. Mit seinen Fähigkeiten hätte er aber durchaus etwas gegen die fremden Angreifer (von denen wir wenig mehr als ihren Namen erfahren) ausrichten können! Ist es aus seiner Sicht moralisch, nicht zu kämpfen und damit 11.000 Menschen in den Tod zu schicken? Das ist eine merkwürdige Art von Pazifismus! Er lässt zwei Mal das Raumschiff auftauchen, um die Enterprise zu vertreiben oder wegzulocken. Beim dritten Mal zerstört das Schiff das Haus des Ehepaares und Worf stellt fest, dass es keine Überlebenden gibt. Am Ende taucht das Haus mit seinen Bewohnern einfach wieder auf. Wenn Kevin in Ruhe gelassen werden möchte, wieso hat er dann nicht von Anfang an die Illusion erzeugt, dass alle Menschen auf dem Planeten getötet wurden? Warum erzeugt er stattdessen den Eindruck, ein einziges Haus mit seinen beiden Bewohnern hätte die Zerstörung der kompletten Kolonie unbeschadet überstanden? Hätte er nicht auf die Idee kommen müssen, dass jemand misstrauisch werden könnte? Schließlich gibt er zu, ein Massenmörder zu sein. Picards Aussage nach diesem Geständnis kapiere ich nicht. In der Föderation gibt es keine Strafe für Völkermord?! Wahrscheinlich können sie Kevin oder wie immer er sich nennt nicht gegen seinen Willen gefangenhalten geschweigedenn töten. Und darum tut man einfach gar nichts?

    Die von euch angesprochene fehlende Zusammenarbeit in der Crew ist ein weiterer Kritikpunkt. Picard weiß, dass Troi irgendwie telepathisch angegriffen wird und sie in ihrem Geist ständig eine Musik hört. Er weiß auch, dass diese Musik einsetzte, als das Außenteam auf dem Planeten war. Und da kommt der Captain nicht mal auf den Trichter, bei den Mitglieder des Außenteams nachzufragen? Vielleicht haben die ja irgendwas gesehen, was mit Musik zusammenhängt! Vielleicht kann man Deanna sogar helfen, wenn die Quelle dieser seltsamen Musik bekannt ist! Von den anderen sagt auch niemand etwas über die Spieluhr! In anderen Episoden wird die kleinste Kleinigkeit analysiert, man arbeitet zusammen und zieht messerscharfe Schlüsse. Ich habe den Eindruck, dass die ganze Crew hier auf den IQ der Pakled heruntergestuft wurde. In diesem Zustand traue ich ihnen nicht zu, irgendein Problem zu lösen. Wehe, wenn jetzt die Borg an die Tür klopfen…

    Ich finde es sehr unbefriedigend, dass solche großen und furchtbaren Ereignisse wie die Zerstörung der Kolonie mit 11.000 Bewohnern und der Völkermord an den 50 Milliarden Husnock nicht dargestellt werden, man erzählt uns nur davon. Genauso verhält es sich mit dem außerirdischen, unglaublich mächtigen und uralten Wesen aus einer fernen Galaxie, das sich seit 50 Jahren als Mensch ausgibt. Ein häufig benutzer Terminus aus Ratgebern für Autoren lautet: “Show, don’t tell” (Zeigen, nicht erklären). Wenn man von solchen Konzepte einfach nur berichtet, anstatt sie zu zeigen, dann wirkt das auf mich überambitioniert und langweilig. Die Autoren möchten eine ganz schlimme und tragische Geschichte erzählen, haben aber nur noch fünf Minuten Zeit. Darum wird alles in einem kurzen Dialog abgehandelt und die Folge ist vorbei. Dann können sie es auch bleiben lassen!

    Das Szenario erinnert mich an “Der Käfig”: Ein mächtiges außerirdisches Wesen nutzt Illusionen, um einem Menschen (der eigentlich schon tot ist) ein angenehmes Leben zu ermöglichen. Die Enterprise-Crew durchschaut die Täuschung und nimmt Kontakt zu dem Wesen auf. Am Ende findet man eine friedliche Übereinkunft. Da gefällt mir das Ganze aber viel besser als in dieser Episode. Meiner Meinung nach ergibt die Story von “Die Überlebenden auf Rana IV” hinten und vorne keinen Sinn. Ich frage mich, welche Charaktere im Vordergrund stehen sollen. Es müssen Picard und Kevin sein. Der außerirdische, übermächtige Kevin in Gestalt eines Menschen wird mir aber überhaupt nicht nahe gebracht. Ich verstehe seine Motivation nicht und weiß, dass er trotz seiner Verbrechen nicht zur Verantwortung gezogen werden wird. Mit Picards Abschlussrede versucht man, der Episode eine Tragik und Schwere zu geben, die sie in meinen Augen in keinster Weise hat. Mir hat diese Episode nicht gefallen und sie hat nur wenig Positives zu bieten. Worf mag ich, weil er ein paar schöne Szenen und einen tollen Einzeiler (“Good tea. Nice house.”) hat. Auch die Szene, in der Riker in die Schlinge tritt und am Mast hängt, is lustig. Picards Unnachgiebigkeit passt zu ihm, aber am Ende lässt er den Massenmörder einfach laufen. Ich finde die Folge stellenweise ganz unterhaltsam, aber in erster Linie nervig und unlogisch. Von mir kann es nur den Daumen runter geben.

    Zu “Der Gott der Mintakaner”:

    Den Stern Mintaka gibt es wirklich. Er wird auch “Delta Orionis” genannt und ist der rechte der drei Gürtelsterne im Sternbild Orion. 380 Parsec (ca. 1.240 Lichtjahre) liegen zwischen der Erde und Mintaka. Wenn ihr wieder einmal zum Orion hinaufschaut, dann sucht Mintaka und erinnert euch an eine schöne Star Trek-Folge! 😉

    Für alle Astronomie-Fans habe ich hier zwei Links zu Artikeln, die sich mit Mintaka beschäftigen:
    https://www.deutschlandfunk.de/der-stern-delta-orionis-wegweiser-zur-interstellaren-materie.732.de.html?dram:article_id=408274
    https://www.nasa.gov/mission_pages/chandra/more-than-meets-the-eye-delta-orionis-in-orions-belt.html

    Zur angesprochenen Ähnlichkeit zwischen Vulkaniern und Mintakanern:
    Wir wissen über die Geschichte dieser beiden Völker nur sehr wenig. Es gibt bestimmte Unterschiede, aber man kann eben auch wichtige Gemeinsamkeiten feststellen. Die Vulkanier waren mal sehr kriegerisch und hätten sich beinahe selbst ausgelöscht. Wann genau diese kriegerische Phase stattfand, wissen wir nicht. Ich halte es für plausibel, dass die Vulkanier in “ihrer” Bronzezeit ein friedliches Verhalten pflegten, so wie die Mintakaner es im 24. Jahrhundert tun. Wodurch die Gewaltexzesse auf Vulkan zustande kamen, ist auch unbekannt. Vielleicht führten Klimaveränderungen zu Missernten, Hungersnöten, Seuchen und Kriegen. Man hätte die Parallelen besser herausarbeiten können, anstatt sie nur auf das logische Denken und das ähnliche Aussehen zu beschränken. Einen grundsätzlichen Widerspruch sehe ich aber nicht.

    Chris, zu deinem Einwand, die Crew würde den Teufel an die Wand malen:
    Du hast natürlich recht: die Anzahl der Mintakaner, die aktuell an “den Picard” glauben, ist verschwindend gering. Ich gebe zu bedenken, dass Reiche, Religionen, Glaubensvorstellungen usw. IMMER klein anfangen. Es gibt ja auch den Glauben an Wunderheilungen, Marienerscheinungen, blutende oder weinende Heiligenstatuen und ähnliches. Davon halte ich als rational denkender Mensch zwar nichts. Trotzdem gibt es genug Leute, die weite Reisen auf sich nehmen, um diese Orte zu besuchen und Geld dafür ausgeben. Ich denke, dass hier schon die Saat für eine künftige Religion gesetzt wurde. Auch wenn jetzt nur zehn Mintakaner an “den Picard” glauben, werden sie diesen Glauben an ihre Nachkommen weitergeben, die ihn wiederum an ihre Kinder und Kindeskinder weiterreichen. Vielleicht entwickelt sich diese Enklave zu einem Dorf und später zu einer großen und mächtigen Stadt, in der Picard als Gott verehrt wird. Jemand hat eine Idee und gibt sie weiter. Andere finden sie gut und geben sie ihrerseits weiter. So entsteht ein Schneeballeffekt, der in der Zukunft große Auswirkungen haben kann. Es wäre fahrlässig, hier einfach nichts zu unternehmen und den Dingen ihren Lauf zu lassen.

    Zum Vergleich Picard-Sisko:
    Ben Sisko ist in “Der Abgesante” zuerst sehr ablehnend. Er will den Posten auf DS9 nicht annehmen, er hasst Picard wegen der Ereignisse bei Wolf 359 und er möchte sogar seinen Dienst quittieren. Erst nachdem Ben im Wurmloch den Propheten begegnet und sie eine Gesprächstherapie mit ihm durchführen, erkennt der Commander, dass sein Platz jetzt auf DS9 ist. Danach begreift Sisko den religiösen Status, dem die Bajoraner ihm geben und lehnt diese Rolle für lange Zeit ab. Seine Vorgesetzen bei der Sternenflotte sind darüber auch nicht gerade begeistert. Erst nach und nach freundet sich Sisko mit dem Status des Abgesandten an. Gegen Ende der 4. Staffel stellt er das wieder in Frage. Die Propheten nennen Ben übrigens “den Sisko”, so wie die Mintakaner Picard als “den Picard” bezeichnen. Ich möchte damit nur deutlich machen, dass Sisko eine lange Entwicklung erlebt hat, bevor er seinen Status als Abgesandter vollständig akzeptieren konnte. Ich finde es unpassend, die Story einer TNG-Folge mit vier Staffeln DS9 zu vergleichen. Ja, der Abgesandte Sisko IST menschlich und greifbar, aber er musste erst in einem langen Prozess zu dieser Rolle finden.

    Eure philosophischen Diskussionen sind sehr spannend! Es gibt die Theorie, dass das Phänomen, das wir als “Zeit” bezeichnen, nur eine Illusion ist. Der menschliche Verstand erzeugt diese Illusion, um die Welt um ihn herum verständlich zu machen. So wie Albert Einstein die Relativität der Zeit bewiesen hat, wird möglicherweise ein neuer Einstein die Nicht-Existenz der Zeit beweisen. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sind eins. Vor Jahren habe ich im Internet einen Artikel gelesen, in dem ein Physiker sagte, das zu begreifen wäre die größte intellektuelle Herausforderung der Menschheit.

    Troi finde ich auch richtig toll. Sie kommt mir im Vergleich zur vorherigen Episode wie ausgewechselt vor. DAS ist die Frau, die eben noch die ganze Zeit hilflos in ihrem Bett lag und von einer mysteriösen Musik geplagt wurde?! Die Autoren können ihr also auch etwas zu tun geben, sie müssen es nur wollen! Ich wünschte, sie hätte viel mehr Auftritte dieser Art.

    Der schönste Teil der Folge beginnt für mich in der Szene, in der Picard Nuria an Bord beamt. Die musikalische Untermalung fügt sich perfekt ein und trägt zur Atmosphäre sehr viel bei. Ich musste an den Titel eines Romans der beiden russischen SciFi-Autoren Arkadi und Boris Strugazki denken: “Es ist nicht leicht, ein Gott zu sein”. Auf Picard angewendet müsste ich sagen: “Es ist nicht leicht, als Gott verehrt zu werden”. Picard ist bereit, sein eigenes Leben zu opfern, um die Mintakaner von ihrem Irrglauben zu lösen. Indem Picard ihnen beweist, dass er KEIN Gott ist, wird er zu ihrem Befreier oder “Messias”. Well played, Mr. Picard. Ich finde es auch nicht schlimm, dass es auf den Tod als Extrem hinausläuft, weil der Tod von Likos Frau und Ojis Mutter am Anfang erwähnt wird. Das Thema der Folge ist die Religion und in allen mir bekannten Religionen spielt der Tod eine Rolle, sei es in Form von Jenseitsvorstellungen, Wiedergeburt oder Ähnlichem.

    Bei DS9 wurde die Religion aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet, aber dort hatte man auch lange Story Arcs zur Verfügung. In einer Einzelepisode nutzt man gerne solche Extremsituationen, damit die Botschaft klar wird. DS9 ist in meiner Wahrnehmung eine Weiterentwicklung von TNG und das schlägt sich auch in der Erzählweise nieder.

    In meinen Augen ist und bleibt es eine der besten TNG-Folgen. Sie holt mich emotional total ab und reißt mich mit wie kaum eine andere. “Wem gehört Data” ist sehr gut, aber das hier funktioniert für mich um eine ganze Ecke besser. Es kommen noch hervorragende Episoden und auch starke Storys für Picard. Trotzdem hat die Serie hier einen ihrer Höhepunkte erreicht. Es geht immer um den Kern der Story und die Werte, die Star Trek vermittelt. Das klappt nur sehr, sehr selten so gut wie in der besprochenen Episode. Über die vielen Parallelen zu DS9, zu einer Voyager-Folge und zum 8. und 9. Kinofilm kann man ja verweisen wenn ihr es besprecht.

    Ich finde, Picard ist zu diesem Zeitpunkt der Serie schon sehr gut ausgearbeitet. Im Hinblick auf PICARD wird hier aber auch die Fallhöhe deutlich. Wenn die Autoren es vermasseln, werden sie bei den Trekkies RICHTIG viel teures Porzellan zerschlagen… vielleicht noch mehr als DISCOVERY es bisher getan hat. Schließlich sind viele Fans mit TNG aufgewachsen und sie lieben ihren Jean-Luc über alles. Obwohl TOS meine erste Serie war, zähle ich mich selbst auch dazu.

    Bei Star Trek liegen buchstäblich Licht und Schatten nah beieinander – eine Folge finde ich schlecht, die nächste lässt mein Fan-Herz höher schlagen.

    LL&P

    2Voq

    1. Hi 2Voq,

      Vielen Dank für die sehr informativen Links. Ich habe mich da mal reingelesen und beschlossen, noch mehr zu recherchieren für die Folgen! Hätte ich mich damit noch tiefer befasst, wäre die Folge “Der Gott der Mintakaner” wirklich als Sonderfolge ausgekoppelt worden.
      Vielen Dank auch für deine Gedanken zu beiden Folgen. Zu “Survivors” (ich nehme den englischen Titel, da ich gerade zu faul war, den deutschen zu schreiben) kann man nicht mehr viel hinzufügen, du hast es ziemlich gut auf den Punkt gebracht.
      Zu deinen Gedanken zur zweiten Folge: du hast recht, es hätte hier ein Lauffeuer geben können, dass sich schnell ausbreitet. Wird es nun vielleicht trotzdem geben, aber nicht mit dem Picard als Gottheit sondern dem Picard als erster Besucher einer fremden Welt. Im Prinzip, um es positiv auszudrücken, gibt Picard ihnen somit die Chance nach vorn zu blicken (zu den Sternen) und nicht nach hinten (zu alten Zeiten). Schöne Sache.
      Ich bin beim Podcasten, glaube ich, immer etwas kritischer, als wenn ich jetzt, Tage später, milder gestimmt bin, v. a. im Ausstausch mit dir oder möglichen anderen Kommentatoren. Ich glaube, damit gebe ich der Folge noch mehr Aufmerksamkeit. Ich bin gerne bei einer Folge wie dieser, oder Wem gehört Data und weiteren Perlen, die noch kommen, kritischer und haue mehr in kleine Kerben, weil ich denke, die halten das schon aus. Der Gott der Mintakaner ist eine wahnsinnig starke Folge, die hält problemlos ein kritisches Auge aus. Du sagst, hier muss eine Stunde eine Entwicklung zeigen, die andere Serien (DS9) langsam aufbauen können, diesen Luxus hat eine einzelne Folge nicht, also muss kompirimiert und anhand von Beispielen etwas gezeigt werden. Und das ist absolut richtig, das habe ich so nicht weiter bedacht. So zeigt sich, wie gut die Folge diese Kritik aushalten kann, weil es nicht schwer fällt, das Potenzial zu erkennen, was für wertvolle Dinge in dieser Geschichte stecken, die selbst mit der Lupe betrachtet noch besser und nicht schlechter werden.
      Ich bin gerade extrem auf unserer Staffelfazit gespannt, das Ranking der TOP-Folgen, denn beim schnellen Blättern durch den Episodenführer sehen ich meine Favouriten schnell, aber das wird extrem schwer. Könnte eine faszinierende Diskussion werden, leider dauert das noch etwas bis dahin.

      Kurz noch zu PICARD und DISCOVERY allgemein: Ich habe große Angst um PICARD und sehe DISCO sehr gelassen, habe ich an anderer Stelle auch mal ausgeführt, glaube ich. DISCO muss sich in meinen Augen noch beweisen, dass sie eine verdammt gute Geschichte zu erzählen hat. Bisher war das bunte, hochwertige und teure Popcorn-Unterhaltung, aber ich warte noch auf intelligente Stories. Im Einzelfall gibt es die auch (Saru meistens), aber da die Serie einen Arc aufbauen will, sollte der mich auch mal begeistern. Vielleicht schafft es ja die 3. Staffel, auch wenn ich eher befürchte, dass die sich mit der Zukunft außen vor nehmen und man es nicht mehr so ernst nehmen muss. Das ist sehr schade. PICARD macht mir Angst. Wie du schon sagst, hier könnte teures Porzellan zerschlagen werden. Die Fallhöhe ist extrem, die Erwartungen sind höher denn je, weit mehr als bei JJ-Trek, ENTERPRISE und natürlich auch bei DISCO. Ich möchte nicht die schwere Aufgabe haben, einen gelungenen Balanceakt zwischen Fanservice und richtig guter, wertiger Erzählung zu finden. Das klingt fast unmöglich zu meistern, aber ich vertraue Sir Patrick und auch Brent Spiner, der früher immer gesagt hat, nie wieder das MakeUp tragen zu wollen. Ich traue ihnen, dass sie es nicht tun würden, wenn es nicht verdammt gut wird. Januar wird dann mein zweites Weihnachten als alter TNG-Liebhaber und das muss legendär werden. Deshalb meine Angst. TNG wird es mir aber nicht nehmen können, immerhin.
      Soviel erstmal zu meinen zwei Cents.

      LG
      Chris

  2. Hallo Anja und Chris!

    Ich habe einen Kommentar geschrieben, er wurde mir auch in der Vorschau angezeigt. Jetzt ist er aber verschwunden. Woran kann das liegen?

    MfG

    2Voq

    1. Hi 2Voq,
      das liegt an den Links, die musste ich manuell freigeben, ist hiermit erledigt und dein Kommentar sollte uneingeschränkt zu sehen sein. Bitte entschuldige diese Verzögerung, zu deinem Kommentar melde ich mich noch, wenn ich mir die Zeit zum Lesen genommen habe – das mache ich ungern zwischen Tür und Angel, das verdient bessere Aufmerksamkeit 😉

      LG
      Chris

  3. Hallo,
    Vielen Dank fuer eure interessante Folgenbesprechung!

    Ich moechte nur kurz etwas zum Disput Wissenschaft vs. Religion anmerken. Die Naturwissenschaften sind eine reine beschreibende Wissenschaft. Es wird mit Hilfe von Theorien versucht, dies oder jenes im Universum zu beschreiben. Warum die Dinge aber so sind wie sie sind, beantworten die Naturwissenschaften nicht. In dem Sinne gibt es auch keinen Widerspruch zur Religion, denn die kann eventuell die Warumfrage beantworten.

    Ein Naturwissenschaftler glaubt auch nicht, das die Dinge so sind, wie die Theorien vorhersagen. Die Theorien werden laufend getestet anhand von Daten/Beobachtungen. Wenn eine Theorie nicht funktioniert, d. h. sie kann die Daten nicht beschreiben, dann wird sie verworfen oder modifiziert. Ziel ist es, dass Theorien auf moeglichst wenigen Grundannahmen fußen. Dass diese Grundannahmen richtig sind, kann man grundsaetzlich niemals beweisen! Man kann aber versuchen, Experimente zu finden, mit denen man nach Abweichungen von diesen Grundannahmen sucht. Ich wuerde sogar sagen, dass in der Grundlagenforschung die wesentliche Arbeit darin besteht, irgendetwas zu finden, dass die vorhandenen Theorien nicht beschreiben koennen, denn dann wird es interessant. Ich wuerde deshalb nicht sagen, dass Naturwissenschaftler im Sinne einer Religion glauben.

    In der Teilchenphysik ist es so, dass man sich einig ist, dass die vorhandene Theorie nicht richtig sein kann, denn diese Theorie funktioniert z. B. nicht, wenn man die fruehe Phase des Universums nach dem Urknall beschreiben moechte. Gravitation kann von ihr auch nicht beschrieben werden. Es muss also eine bessere Theorie geben, zumindest dann, wenn uns die Natur nicht veräppeln will. In der momentanen Theorie werden Teilchen z. B. als punktfoermig angenommen. Sie haben also keinerlei Ausdehnung. Nun hat man sich ueberlegt, was passiert, wenn man von eindimensionalen statt punktfoermigen Teilchen ausgeht. Man muss dann die Rechenregel anpassen. Eindimensionale Teilchen sind dann die Strings. Eventuell kann man mit der Stringtheorie einige der Probleme der momentanen Theorie loesen. Dass dem so ist, hat die Stringtheorie bis heute aber nicht belegen koennen. Fraglich ist, ob sie es jemals wird.

    Damit die Menschen entstehen konnten, mussten, wie ihr richtig erlaeutert habt, viele Dinge so sein, wie sie in unserem Universum sind. Soweit ich weiß, ist es aber noch nicht klar, wie wahrscheinlich oder unwahrscheinlich das letztendlich wirklich ist. Man kann aber sagen, dass sich niemand darueber Gedanken machen wuerde, wenn das Universum kein Leben hervorgebracht haette. Das nennt man das Anthropische Prinzip. Oder vielleicht gibt es unzaehlige Universen, in denen die Naturgesetze unterschiedlich sind?

    Viele Grüße
    Nebelkerze

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