Folge 090 – TNG – Die Macht der Naniten & Die Macht der Paragraphen

Heute wird die Macht mit uns sein! Nein, nicht die Macht aus Star Wars, aber wenn wir zum einen uns fragen, was Guinan wohl mit Dr. Frankenstein zu tun hat und andererseits Dr. Sheldon Cooper erschnüffeln können, dann ist Crossover-Zeit! Warum dann nicht auch das Franchise mit den Lichtschwertern?!

Viel Spaß beim Entdecken einiger Verbindungen!

4 Gedanken zu „Folge 090 – TNG – Die Macht der Naniten & Die Macht der Paragraphen“

  1. Hi Anja und Chris!

    Zu “Die Macht der Naniten”:
    Eurer Aufforderung zum Hinweisen auf Logiklöcher komme ich gerne nach! 😉 Ich habe nämlich ein Problem mit der Naniten-Story. OK, dröseln wir das Ganze mal Stück für Stück auf. Wesley arbeitet an einem wissenschaftlichen Projekt, das freut mich. More power to Wesley! Bei diesem Projekt geht es um Naniten, das sind mikroskopisch kleine Roboter, über die ja auch in der realen Welt diskutiert wird. Wesley beschäftigt sich also mit einer wissenschaftlich-technischen Aufgabe, die einen Bezug zur Wirklichkeit hat. Bis jetzt habe ich nichts zu beanstanden! Vielleicht habe ich nur etwas übersehen oder falsch verstanden, aber für mich fängt die Story nun an, unlogisch zu werden.

    Meine erste Frage lautet: Wenn Riker für Wesleys Ausbildung verantwortlich ist, wieso werkelt der Fähnrich ehrenhalber dann allein an den Naniten herum und wird nicht von einem höherrangigen, erfahrenen Offizier betreut? Wir hatten ja schon eine Folge, in der er ein eigenes Team zusammenstellen durfte, um ein Projekt zu bearbeiten. Warum war das nicht auch hier so? Bei der Sternenflotte muss man doch tagtäglich mit anderen Leuten zusammenarbeiten, das sollte auch schon in Wesleys Ausbildung der Fall sein. Niemand ist eine Insel, erst recht nicht an Bord eines Raumschiffes mit über 1.000 Besatzungsmitgliedern!

    Meine zweite Frage betrifft die Naniten an sich. Leider erfahren wir nicht, worum es bei dem Projekt genau ging oder welche Tests/Experimente/Messungen/was-auch-immer Wesley geplant hatte. Klar ist aber: Er hantiert mit programmierbaren, hochentwickelten Nanomaschinen. Diese Maschinen sind so winzig, dass sie in einer Menge von vielen Millionen oder Milliarden Einheiten wahrscheinlich als eine Art Feinstaub erscheinen. Wegen ihrer geringen Masse genügt ein schwacher Lufthauch, um sie fortzutragen. Somit könnten sie durch das Lüftungssystem über das gesamte Schiff verbreitet und von Menschen eingeatmet werden. Wie wirken sich die Naniten auf Organismen aus? Selbst wenn sie inaktiv sind, möchte ich mir nicht vorstellen, was diese Dinger in meiner Blutbahn anstellen können! Die Naniten sind für die Besatzung vielleicht genauso gefährlich wie die Bakterien und Viren, mit denen Beverly in ihrem medizinischen Labor arbeitet. Darum frage ich mich ernsthaft, warum hier nicht schon im Voraus umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen getroffen wurden. Warum bewahrt Wesley die Naniten in einer Schachtel auf? Das wäre so, als würde er einen Sack mit Flöhen in seinem Quartier lagern und sich denken “Da wird schon nichts passieren!”. Wenn ich vorhätte, mit Naniten zu arbeiten, dann würde ich das unter kontrollierten Bedingungen in einem Labor mit verschiedensten Sicherheitssperren tun. Ich kann mir z.B. vorstellen, dass die Naniten in einem speziellen Behälter mit einem Magnetfeld gefangengehalten werden. Dieser Behälter befindet sich in einem Kraftfeld. Falls einige Naniten das Magnetfeld verlassen sollten, sind sie trotzdem im Kraftfeld gefangen. Außerdem werden sie von Sensoren rund um die Uhr überwacht, es gibt Sicherheitsprotokolle und für den Notfall ist der Transporter so programmiert, das er die ganze Versuchsandordnung in den Weltraum beamt. Man muss doch auch bei exotischen Haustieren wie Spinnen und Ameisen peinlich genau darauf achten, dass sie nicht aus ihrem Terrarium entkommen. Der Umgang mit den Naniten ist fahrlässig, und zwar nicht nur von Wesley, sondern von der gesamten Crew.

    Bei der dritten und letzten Frage geht es um die Kommunikation an Bord der Enterprise. Warum wissen die Führungsoffiziere La Forge, Worf, Riker und Picard nichts von diesem Experiment? Wesleys Naniten sind gefährlich und das waren sie schon zu Beginn des Experimentes. Ein Virus stellt ja auch grundsätzlich eine Gefahr dar und nicht erst, nachdem es einen Menschen infiziert hat! Elektrischer Strom und elektrische Leitungen sind an sich gefährlich und nicht erst, nachdem ein Mensch durch elektrischen Strom verletzt wurde! Picard sagt, dass die Sicherheit der Crew an erster Stelle steht. Dann soll er sich doch mal darüber informieren, was auf seinem Schiff so abgeht!

    Dr. Stubbs fand ich ziemlich nervig und ich bezweifle, dass er aus dieser Geschichte etwas gelernt hat. Er ist einer der Forscher, die total in ihrer Arbeit aufgehen, dabei aber völlig den Kontakt zur Wirklichkeit und ihren Mitmenschen verlieren. Dasselbe trifft auf den “Experten” Kozinsky, Dr. Ira Graves und die TOS-Nebencharaktere Dr. Roger Korby und John Gill zu. Interessanterweise sind es nur Männer, die große Pläne schmieden, aber irgendwann komplett am Rad drehen…

    Ich möchte die Episode nicht schlecht reden, sie hat ja auch gute Aspekte, die ihr schon erwähnt habt. Dennoch finde ich, dass man bei den Naniten viel akzeptieren muss.

    Zu “Die Macht der Paragraphen”:
    “Die Macht der Paragraphen” hat mir besser gefallen. Vielleicht liegt es an der Autorin Melinda M. Snodgrass oder an Data, der wieder einmal im Vordergrund steht. Ard’rians Verliebtheit in Data finde ich total süß und seine Reaktion bzw. Zurückhaltung passt zu ihm. Den unlogischen Vertrag mit den Sheliak habt ihr schon besprochen. Hier fällt mir etwas auf: Picard, Riker, Worf und Troi durchforsten den Vertragstext und suchen nach einer Lösung. Plötzlich bemerkt Picard, dass es in diesem komplizierten, ellenlangen Vertrag eine Lücke gibt, die er ausnutzen kann. In “Wem gehört Data?” sagte unser lieber Jean-Luc noch, er käme mit den juristischen Texten der Föderation nicht klar. Er kann es doch, wenn er nur will! 😉 Insgesamt hat die Folge viele tolle Szenen, die zu den Charakteren passen. Das gefällt mir immer und darum gibt es von mir den Daumen hoch.

    Miles ist einer meiner Lieblinge bei Star Trek, v.a. weil er in TNG “behutsam” vorgestellt wird und auf DS9 Chefingenieur wird. Gab es nicht sogar ein Konzept namens “O’Brien must suffer”, durch das die Autoren dem guten Miles ein Mal pro Staffel den Tag verdorben haben? Er macht ja schon so einiges mit…

    P.S.: Ich hatte erwartet, dass “Der Gott der Mintakaner” eine Sonderfolge bekommen würde. Aber gut, Sonderfolgen sind etwas besonderes und sollen es auch bleiben. Darum tippe ich jetzt auf eine Sonderfolge zu “Die alte Enterprise”! 😀

    MfG

    2Voq

    1. Hi 2Voq,

      deine Überlegungen zu den Naniten und Wesley im Allgemeinen finde ich sehr interessant und stimme dem zu. Man hat in “Brieffreunde” ihm schon mehr gegeben, warum dies nicht weiter ausbauen?! Größere Story-Arcs waren ja leider zu der ZEit noch nicht “hip”, schade eigentlich.

      Ja, dieses O-Brien-Konzept gibt es wirklich. ALlerdings weiß ich nicht ob das beabsichtigt war oder nur eine genauere Fanbeobachtung. Ich glaube nicht, dass man diesen Charakter speziell “auf den Kieker” hatte, aber da O’Brien ein Jedermann man ist, eine TOP-Identifikationsfigur, hat man wohl gern auf ihn gegriffen, weil viele Fans ihn mochten und er so authentisch wirkte. So erkläre ich es mir jedenfalls. Es tut mir sehr leid für ihn, als Fan freut es mich natürlich, ihm in diesen Folgen zuzusehen. Sie sind fast immer Garant für gute Unterhaltung.

      In der Tat wollte ich ursprünglich, dass wir “Der Gott der Mintakaner” als Special auskoppeln und wenn man die Laufzeit für diese Woche Freitag ansieht (wir haben unlängst die Aufnahme abgeschlossen), wäre das sicherlich nicht das Verkehrteste gewesen, aber so isses nunmal. Zumindest hast du einen ganz guten Riecher, denn wir besprechen “Die alte Enterprise” als Special. Bis dahin dauert es aber noch ein Weilchen, wird wohl, laut meiner Zählung, erst Anfang Januar etwas werden.

      LG
      Chris

      1. Hi Chris!

        Die 3. Staffel hat gute, sehr gute, hervorragende und 2 bis 3 legendäre Folgen. Weil ich mittlerweile deinen Geschmack kenne, hatte ich “Der Gott der Mintakaner”, “Die alte Enterprise” und “In den Händen der Borg, Teil I” als Highlights identifiziert. Ein Special zum 1. Teil eines Cliffhangers ergibt aber keinen Sinn, darum bleiben nur noch die ersten beiden übrig. Eine Sonderfolge zu einer anderen schönen Episode wie z.B. “Der Überläufer” wäre für mich zwar etwas überraschend, mit einer guten Begründung aber durchaus nachvollziehbar gewesen.
        Euer Special zu “Die alte Enterprise” wird glorreich! Ich freue mich schon jetzt auf Anfang Januar. Ich bin mir auch schon jetzt relativ sicher, dass ihr diese Staffel als die bisher beste in der Serie bewerten werdet.

        LL&P

        2Voq

        1. Hi 2Voq,
          ja, du kannst mich ganz gut einschätzen, hehe. “The Best of both Worlds” wird natürlich als Doppelfolge im Ganzen besprochen, ähnlich wie wir die Spielfilme besprechen. So machen wir das mit allen Doppelfolgen. Außerdem plane ich bereits weiter im Voraus, denn gerade auch andere Serien, Deep Space Nine da ganz besonders, hat hier und da einige mehr oder weniger versteckte Mehrteiler, die sich geradezu als Sonderfolge anbieten würden (ich denke mal, du weisst was ich meine 😉 ).
          Ich bin mir auch sicher, Season 3 wird da deutlich herausstechen, vielleicht sogar im Vergleich zu allen bisher von uns besprochenen Staffeln (egal ob TOS, TAS, TNG oder DS9 Staffel 1). Wir werden sehen bzw. hören.

          LG
          Chris

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