Folge 089 – Star Trek IV – Zurück in die Gegenwart

Heute wird’s bunt… oder besser gesagt tierisch! Scotty hat Computerprobleme, ein riesige Zigarre lädt ein über die Umwelt und den Umgang mit Tieren nachzudenken, es gibt feinste Musikunterhaltung mit friedvollen Texten und obendrein erfahren wir, dass Spock walisch sprechen kann. All dies und vieles mehr in Star Trek IV – Zurück in die Zukunft… aus der Zukunft… in der Vergangenheit aus der Zukunft… ach, “The Voyage Home” passt eh so viel besser. Viel Spaß!!!

Ein Gedanke zu „Folge 089 – Star Trek IV – Zurück in die Gegenwart“

  1. Hi Anja und Chris!

    Ihr habt mit euren Diskussionen zu den ersten vier Star Trek-Filmen fast 13 Stunden verbracht! Alle Achtung und vielen Dank für die Erwähnung meines Kommentars zu “Der Zorn des Khan”.

    Zum Thema “Genesis”:
    Probleme wie Überbevölkerung und Ressourcenknappheit sind poltitischer bzw. gesellschaftlicher Natur. Man kann sie darum nur auf dieser Ebene lösen! Genesis ist aber der Versuch, dafür eine rein technische Lösung zu finden. Hier finde ich die Zukunftsvision von Star Trek überhaupt nicht utopisch, sondern eher technokratisch: jedes anfallende Problem soll auf technischem Weg gelöst werden. Diese Herangehensweise ist viel zu kurzsichtig, weil sie nicht darauf abzielt, dass die Menschen (Vulkanier, Andorianer, etc.) ihr Verhalten überdenken und evtl. ändern. Bei diesem Thema KANN ich deshalb nur auf Pilles Seite sein und das ganze Projekt aufs Schärfste kritisieren. Ich bringe es auch mit den genetisch veränderten Menschen in “Die jungen Greise” zusammen. Sie werden als “in jeder Beziehung perfekt” beschrieben. Wenn ich mir vorstelle, dass sich diese Art der “Fortpflanzung” in der Föderation durchsetzt und sie außerdem massenhaft Genesis-Torpedos bauen, um damit neue Planeten zu erschließen… das wäre der blanke Horror!

    Zum Thema “künstlerische Freiheit”:
    Ich gebe dir recht, Anja. Es ist auch vollkommen legitim, dass Filmstudios mit allen ihren Mitarbeitern Filme produzieren, um damit Geld zu verdienen. Diese Filme müssen bei den Fans gut ankommen und darum versucht man ihre Wünsche zu erfüllen. Ich mag die ersten sechs Star Trek-Filme ja trotz (oder gerade wegen) meiner Kritik – mit einigen Abstrichen – immer noch gerne. Bei den restlichen Filmen ist das anders, aber dazu kommt ihr auch noch irgendwann. Ansonsten unterschreibe ich alles, was ihr zum Foto mit der TOS-Crew in BEYOND, zu DISCOVERY und zu PICARD gesagt habt. Ich fände es z.B. richtig toll, wenn sie einen Weg finden würden, um Aron Eisenberg in PICARD zu ehren. Vielleicht können sie wie bei Leonard Nimoy wieder ein Foto oder ein digital bearbeitetes Vido einfügen, die moderne Technik macht ja buchstäblich unmögliches möglich. Es würde die Brücke zu DS9 schlagen und einen verstorbenen Schauspieler ins Gedächtnis rufen. Ich wäre jedenfalls sofort Feuer und Flamme für so was!

    Meine Meinung zu “Star Trek IV: Zurück in die Gegenwart”
    Der englische Orginaltitel ist wirklich besser, oder? Er ist mehrdeutig. Er enthält das Wort “Heimat” und erzeugt schon allein dadurch angenehme Gefühle. Er verät auch nichts von der Zeitreise in die Vergangenheit. Naja, am Ende war es wahrscheinlich ein Versuch, sich an “Zurück in die Zukunft” anzulehnen. Auf den Filmplakaten war der Star Trek-Schriftzug zudem sehr klein. Für mich ist “Zurück in die Gegenwart” derjenige Kinofilm mit der TOS-Crew, der sich am stärksten an die Serie anlehnt. Dafür gibt es mehrere Gründe.

    Dass die Story im Prinzip dieselbe ist wie in “The Motion Picture” wurde im TREKcast schon erwähnt. Dort fiel es mir zum ersten Mal auf, obwohl ich die Filme vorher auch schon öfter gesehen hatte. Wahrscheinlich ist der Vorrat an mysteriösen Sonden, die im All rumfliegen und für Chaos sorgen nach “Ich heiße Nomad”, “Star Trek: Der Film” und “Zurück in die Gegenwart” jetzt endgültig aufgebraucht. Die zweite Gemeinsamkeit zu TOS ist die Zeitreise. Zu Serienzeiten bediente man sich einer Zeitreise-Story, um das Budget zu schonen. Insofern ist die Zeitreise hier eine gelungene Homage an TOS. Die dritte Parallele ist in meinen Augen das Fehlen eines Antagonisten. Zwar könnte man die seltsame Sonde als Gegner bezeichnen, aber sie spielt im Film ja fast keine Rolle. Ihr einziger Zweck besteht darin, die Ausgangslage zu schaffen. So ergibt sich eine Situation, die in vielen guten TOS-Episoden anzutreffen war: Es gibt keinen Feind, den man einfach nur töten muss, um den Tag zu retten. Dazu gehören “Morgen ist Gestern”, “Horta rettet ihre Kinder”, “Epigonen”, “Das Zeitportal” und einige weitere Folgen, die z.T. als Klassiker gelten. Hinzu kommt noch der Humor, welcher durch die Beziehungen der Charaktere seine Wirkung entfaltet und bei mir wieder einmal funktioniert hat.

    Die schon angesprochenen Themen (Alien-Sonde, Zeitreise) kann man natürlich auch negativ auslegen und sagen: “Die sind doch zu faul, um sich endlich mal was Neues auszudenken!”. Das hemmungslose Herumpfuschen in der Vergangenheit zählt auch dazu. In den Zeitreisen bei TOS bestand das Ziel noch darin, die Zeitlinie so wenig wie möglich zu beeinflussen oder begangene Fehler geradezubiegen. Ja, ich kann die Kritik verstehen. Die Story ist eben sehr einfach gestrickt. Man fragt sich, wieso Zeitreisen nicht öfter genutzt werden, um Dinge geradezubiegen. Dafür muss doch nur ein Raumschiff mit Warpgeschwindigkeit um einen Stern herumfliegen! Was den Film für mich am Ende gut macht, ist nicht zuletzt seine Ausrichtung als Komödie. Wenn ich weiß, dass der ganze Plot sowieso nicht ernst gemeint ist, fällt es mir viel leichter über solche Dinge hinwegzusehen. In anderen Filmen oder Serien stören mich Logiklöcher, bei “The Voyage Home” lache ich darüber. Mission erfüllt! Es kommt eben auch darauf an, wie eine Story verpackt wird.

    Bei Spocks Entwicklung hätte ich mir mehr Szenen gewünscht. Immerhin erlebte er vor drei Monaten seinen eigenen Tod und kurz darauf die Wiederauferstehung! Es kann doch nicht ausreichen, dass er sich auf Vulkan zuerst reines Wissen ins Gehirn prügelt, um dann eine weitere Mission mit seinen Freunden zu unternehmen. In diesem Film verhält er sich meiner Meinung nach ganz ähnlich wie in TOS und den ersten beiden Filmen. Der erste ist eine Ausnahme, aber da wurde er gegen Ende ja auch schon sehr menschlich. Spock darf wieder mal super-komplexe Berechnungen durchführen (Warp-Flug um die Sonne = Zeitreise), sarkastische Bemerkungen machen (Luftverschmutzung im 20. Jahrhundert) und seine vulkanischen Ohren verstecken, um “nicht aufzufallen”… ja, is klar! Dasselbe tat er schon in “Griff in die Geschichte” und “Epigonen”, trotzdem war er jedesmal so auffällig wie man nur sein kann. Ich denke, er weiß sehr gut, was die Menschen mit Aussagen wie “Schlagen Sie sich das aus dem Kopf!” meinen. Spock spielt mit ihnen, so wie er es schon seit Jahren mit Pille tut. Ich finde es schön, wie er “nach Hause” kommt, aber etwas mehr Entwicklung hätte mich gefreut. Diese Erlebnisse müssen ihn doch nachhaltig verändert haben! Am Ende dieses Films ist er wieder derselbe wie am Anfang von “Der Zorn des Khan”.

    Die Tatsache, dass eine Komödie beim Publikum gut ankam, zeugt in meinen Augen von der Vielfalt dieses SciFi-Universums. “Star Trek: Der Film” ist visuell beeindruckend und bietet als Story die Sinnsuche (Spock sucht nach der absoluten Logik, V’Ger sucht seinen Schöpfer). “Der Zorn des Khan” ist ein Action-Abenteuer mit einer Rachegeschichte. “Auf der Suche nach Mr. Spock” greift die Ereignisse des Vorgängers auf und bietet der Crew Szenen, in denen sie toll zusammenspielen. Bei “Zurück in die Gegenwart” setzte man vollständig auf Comedy ohne Bösewicht und weitgehendem Verzicht auf Gewaltdarstellungen. Das beweißt die Kreativität und den Mut der Filmschaffenden. Damals war man noch bereit, in viele verschiedene Richtungen zu denken. Auch die Botschaft mit Tier- und Umweltschutz finde ich spannend. Ja, es ist stark vereinfacht und teilweise übertrieben. Trotzdem zählt für mich, dass es überhaupt in einem Star Trek-Kinofilm seinen Platz fand. Genau das vermisse ich bei den späteren Filmen schmerzlich. Da gibt es nur noch Geballer und fiese Typen. Wegen dem 5. Kinofilm mache ich mir etwas Sorgen, weil ich den noch nie mochte. Wir werden sehen!

    Ein paar Ergänzungen zu eurer Diskussion:
    1. Die Challenger war keine Rakete, sondern ein Space Shuttle.
    2. Die Sonne hat einen Äquatordurchmesser von ca. 1,4 Millionen Kilometern.
    3. “Ist es wirklich möglich, sich mit einem Buckelwal zu unterhalten?” Wenn es möglich ist, sich mit Horta und Nomad zu unterhalten, warum dann nicht auch mit einem Buckelwal?
    4. Die Sache mit dem transparenten Aluminium habe ich auch nicht verstanden. In den Kommentaren zu TaD wurde eine plausible Erklärung angeboten:
    Kirks Crew hat durch den Verkauf seiner kaputten Brille nur 100$ eingenommen. Das ist viel zu wenig, um die Plexiglaswand für den Tank in der Bounty zu bezahlen. Darum bietet Scotty dem Plexicorp-Chef als Gegenleistung für das Plexiglas die Formel für transparentes Aluminium an. Dieser akzeptiert natürlich bereitwillig. Somit baut die Crew in die Bounty KEIN transparentes Aluminium ein, sondern herkömmliches Plexiglas mit der entsprechenden Wandstärke.

    Die Ideen zu Wal-Astronauten finde ich spannend! Wir kennen leider keine andere Spezies, die Raumschiffe baut, darum gibt es für uns kein Vergleichsmodell und ich bin in dieser Hinsicht voreingenommen. Trotzdem frage ich mich, auf welchem Weg die außerirdischen Wale (falls es sie gibt) diese Entwicklungsstufe erreichen können. Wenn ich voraussetze, dass sie sich ähnlich entwickeln wie irdische Wale, dann leben sie in Gemeinschaften zusammen, das ist schon mal ein erster Schritt. Danach bräuchten die Alien-Wale Fähigkeiten im Gebrauch von Werkzeugen, mit denen sie ihre Umgebung verändern zu können. Das dürfte schwierig sein, es sei denn ihre Flossen entwickeln sich zu Händen. Auch dann kämen sie wahrscheinlich nicht so weit, Techniken wie die Eisenerzverhüttung zu erfinden oder das Phänomen der Elektrizität zu erforschen. Elektrischer Strom in einer Sauerstoff-Stickstoff-Atmosphäre ist bei entsprechenden Stromstärken und Spannungen gefährlich, unter Wasser jedoch… einen Michael Faraday werden sie wohl nicht haben! Ohne Elektrotechnik und Elektronik können sie keine Computer und komplexen Maschinen bauen, ganz zu schweigen von Raumschiffen. Bei ENTERPRISE gibt es ein Volk, das als “Aquarianer” bezeichnet wird. Die sind soweit ich mich erinnere tatsächlich eine Wal-artige Spezies und fliegen mit Raumschiffen durchs All. Hier weiß ich aber nicht, ob die Schiffe von den Aquarianern selbst oder von anderen Spezies gebaut werden.

    LL&P

    2Voq

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