Folge 088 – Star Trek III – Auf der Suche nach Mr. Spock

Halbzeit in unserer Filmreihe – mit Star Trek III präsentieren wir den Mittelteil der Genesis-Trilogie und damit um die Frage, wie spannend ein Film mit diesem Titel werden kann und was das alles mit Back To The Future zu tun hat. Außerdem dabei die vielen Gesichter des Mr. Spock.

Lasst Euch von uns zurück nach Genesis führen, viel Spaß!

2 Gedanken zu „Folge 088 – Star Trek III – Auf der Suche nach Mr. Spock“

  1. Hi Anja und Chris!

    In 79 Folgen TOS, 26 Folgen TAS, 2 Kinofilmen und einigen Romanen erlebte Spock eine Charakterentwicklung vom stoischen Halbvulkanier zu einem sehr menschlichen Kollegen und Freund. Sein Heldentod am Ende des 2. Films hätte in meinen Augen das Ende seiner Geschichte sein sollen. Der Tod wird in Star Trek viel zu selten behandelt, weil kaum Hauptcharaktere sterben. Sie sind aber letztendlich alle menschlich und die Sterblichkeit gehört zum Menschsein dazu. Gerade wegen meiner Wertschätzung für Spock finde ich, dass sein Tod permanent hätte sein sollen. Die Szene mit ihm und Kirk im Maschinenraum ist herzzerreißend und er bekam eine wunderbare, bewegende Trauerfeier. Was will man mehr? Diese Figur kann jetzt nichts mehr erreichen, weil sie schon alles erreicht hat! Deshalb hat Spock am Ende des 3. Kinofilms in meinen Augen kein Ziel, auf das er hinarbeiten kann, er wird sich also nicht weiterentwickeln. Ein Charakter, der sich nicht entwickelt, ist langweilig. Spock ist schlicht und ergreifend auserzählt! Ihr habt in eurer letzten Diskussion überlegt, ob man vielleicht nach seinem Vermächtnis suchen wird. DAS hätte man bei diesem Film umsetzen sollen, anstatt ihn einfach zurückzuholen, nur weil die Fans es wollten. Leider geht durch seine “magische” Wiederbelebung die Schwere seines Todes im Vorgängerfilm verloren und das ärgert mich. Was wäre, wenn bei Tasha Yar plötzlich wieder um die Ecke kommen und ihre Kollegen breit grinsend mit “Hi, wie geht’s euch?” begrüßen würde?

    Man könnte jetzt erwarten, dass Spock ein anderer Charakter ist als vorher und er sich mit dieser wirklich prägenden Erfahrung auseinandersetzt. Er starb heldenhaft und Genesis sorgte für seine Wiederauferstehung, das ist ein krasses Erlebnis! Möglicherweise ist ein Teil von Pilles Persönlichkeit auf ihn übergegangen, das kann ich mir zumindest gut vorstellen. So einen Einschnitt werden die Autoren hoffentlich nicht einfach übergehen und im nächsten Film sagen: “Guckt mal, unser Spock ist wieder da! Er ist ganz der Alte und erlebt noch mehr Abenteuer mit seinen Freunden.” oder doch…?

    Ich hatte es bereits geschrieben: Genesis stellt für mich ein Problem dar. In “Der Zorn des Khan” konnte ich es noch akzeptieren, aber hier läuft es völlig aus dem Ruder. Schon im Vorgängerfilm wurde nicht erklärt, wie dieses fantastische Gerät funktioniert und hier wird Spocks toter Körper mal eben wiederbelebt. Die Terraforming-Idee war noch spannend, aber das ist mir zu fantasy-artig! Im Trekcast wurde die folgende Frage gestellt:
    David benutzte beim Bau des Genesis-Torpedos Protomaterie. Darum war der Planet instabil und explodierte. Wenn Spocks neuer Körper durch Genesis erzeugt wurde, müsste er dann nicht auch instabil sein und explodieren oder in sich zusammenfallen? Das treibt mich um und würde mir definitiv Sorgen bereiten!

    Die Problematik mit dem Katra habt ihr angesprochen und ich sehe es genauso. Der Titel macht sofort klar, wie der Film ausgehen wird und in einigen Szenen hatte ich den Eindruck, dass die Charaktere das Drehbuch gelesen haben müssen. Letztendlich läuft auf Spocks Rückkehr hinaus. Ich finde das zwar insgesamt unterhaltsam, dennoch hat es den schalen Beigeschmack von “Arbeit”. Die Crew (vor und hinter der Kamera) handelt nach dem Motto: “Wir haben Spock sterben lassen und jetzt müssen wir ihn zurückholen. Packen wir’s an!” Im 2. Kinofilm war klar, dass Khan Rache nehmen würde, aber Spocks Tod war keinesfalls vorhersehbar oder unausweichlich. Die Story hätte auch anders ausgehen können und wäre trotzdem glaubwürdig gewesen.

    Jeder Starfleet-Captain außer Kirk räumt entweder freiwillig für ihn das Feld, wird degradiert, umgebracht, begeht Selbstmord oder ist total inkompetent! In TOS gab es Decker, der sich opferte, um den Planetenkiller zu zerstören. Im 1. Kinofilm sägte Kirk dessen Sohn (laut Roddenberry) ab, um selbst die Enterprise zu kommandieren. Im 2. Film war Spock Captain der Enterprise, aber er überließ Kirk das Kommando. Tyrell saß nur kurz in seinem Captain’s Chair an Bord der Reliant und wurde gleich von Khan mit einem Ceti-Aal versorgt. Kurz danach fiel er dem Wahnsinn anheim und beging Selbstmord. Im 3. Film haben wir dasselbe Spiel: Der Grissom-Captain Esteban stirbt bei der Zerstörung seines Schiffes durch die Klingonen. Styles, seines Zeichens Captain der Excelsior, ist ein Lackaffe, der ständig mit seinem Marschallstab (so heißt das Ding nämlich) herumfuchtelt und die Enterprise nicht verfolgen kann, weil Scotty ihm die Flügel gestutzt hat. Hat Kirk eine Art “Aura”, die jeden irgendwie beeinflusst? Darf nur Kirk ein Raumschiff der Sternenflotte kommandieren und alle anderen sollten es lieber bleiben lassen? Als die Exelsior erfolglos versucht, ihren Antrieb zu starten, hätten sie den “Sad Trombone”-Soundeffekt einspielen sollen!

    In “Der Zorn des Khan” finde ich Saavik anfangs spannend. Sie spielt im Kobayashi-Maru-Test die Rolle des Captains, ist Spocks Schülerin und von vulkanischer Abstammung. An Bord der Enterprise gibt es eine nette Szene im Turbolift, in der sie mit offenen Haaren auftritt. Sie nervt Kirk mit ihrer Frage, wie er den Test bestehen konnte. Im Lauf der Handlung verliert sie zunehmend an Bedeutung. Am Ende ist sie nur noch anwesend, spielt aber keine wesentliche Rolle mehr. Dennoch hatte ich beim ersten Anschauen gehofft, Saavik noch einmal (vielleicht in einer größeren Rolle) zu sehen.

    “Auf der Suche nach Mr. Spock” gibt ihr in meinen Augen eine undankbare Rolle. Im Vorgängerfilm gehörte sie immerhin noch zur Besatzung der Enterprise und Spock war ihr Mentor. Hier dient sie an Bord der Grissom, von der wir so gut wie nichts sehen. Die einzige wichtige Information ist, dass sie im Orbit des Genesis-Planeten von Kruge zerstört wird. Saaviks Aufgabe als Vulkanierin besteht anschließend darin, den jungen Spock-Körper zu finden, zu beschützen und durch sein Pon Farr zu führen. Die Konstellation der Charaktere auf Genesis gefällt mir nicht: Zwei Nebencharaktere aus dem Vorgängerfilm, über die ich wenig weiß, suchen nach dem wiederauferstandenen Körper von Spock, der ohne sein Katra weder Erinnerungen noch Persönlichkeit besitzt, nicht sprechen kann, nur herumschreit und keinen Beitrag zur Handlung leisten kann. Hier fehlt ein Hauptcharakter wie z.B. Sulu oder Uhura. Damit wäre eine Verbindung zur Enterprise entstanden und es würde mich mehr mitnehmen. Beim Endkampf zwischen der Enterprise-Crew und den Klingonen opfert David für Spock sein Leben. Was tut die Sternenflottenoffizierin Saavik derweil? Sie steht herum und guckt sich alles an. Sie hätte eingreifen müssen! Ich habe nichts gegen Robin Curtis oder irgendeinen anderen Schauspieler des Films. Oft hört/liest man den Vorwurf, sie hätte ihre Rolle schlecht gespielt. Dieser Meinung bin ich nicht, aber ihr Charakter gibt wenig her und sie verhält sich am Ende nicht so, wie ich es von ihr erwarte.

    Die Szene am Anfang mit Kirk und Spock in Spocks Quartier finde ich gut, die ganze Sequenz von Kirks Gespräch mit dem Admiral bis zur Ankunft der Enterprise beim Genesis-Planeten und das Ende mit dem wiedervereinigten Triumvirat ist toll. Im 2. Kinofilm ergibt nicht alles Sinn, aber es gibt viele schöne Szenen mit den Charakteren, rote Uniformen, spannende Raumschlachten, coole Special Effects… da steckt einfach mehr drin als in der Fortsetzung! Khan ist trotz seiner Rachegelüste ein interessanterer Antagonist als Kruge, obwohl dieser sehr gut von Christopher Lloyd verkörpert wird. Weil die beiden Filme so eng zusammenhängen, drängt sich der Vergleich zwischen Ricardo Montalban und Christopher Lloyd auf, das ist wahrscheinlich unvermeidbar. “Auf der Suche nach Mr. Spock” ist insgesamt ein netter Film. Für mich gehört er ohne Zweifel zu Star Trek. Bei einigen späteren Filmen habe ich größere Probleme. Ich stimme euch zu, die Freundschaft der Crew kommt richtig gut zur Geltung. Es konzentriert sich aber wieder auf das “Dreigestirn” Jim, Spock und Pille. Scotty hat eine wichtige Rolle, weil er den Antrieb der Excelsior lahmlegt. Uhura, Sulu und Chekov sind wieder dabei, weil sie einfach dazugehören. Sie müssen auch gar nicht dazu überredet werden, bei Kirks Plan mitzumachen, was ich mag. Was macht beispielsweise die Freundschaft zwischen Uhura und Sulu oder zwischen Jim und Chekov aus? OK, sie sind Freunde, aber wieso? Sie arbeiten zwar schon lange zusammen, allein dadurch entsteht aber noch keine Freundschaft! Wenn ich das mit Jean und Will vergleiche, finde ich diese Freundschaft glaubwürdiger. Gut, TNG hatte auch sieben Staffeln Zeit und TOS nur drei. Bei den Filmen bin ich generell skeptischer als bei den Serien und bisher ist es keinem Star Trek-Kinofilm gelungen, mich zu begeistern. Nur die legendären Episoden und zwei oder drei Pilotfilme (die ich immer ein wenig als etwas Eigenes betrachte) schafften das. Naja, Star Trek ist und bleibt ein Serien-Universum, deshalb muss es als Serie funktionieren. Die Kinofilme haben irgendwie ihre speziellen Gesetze und funktionieren auch meistens unabhängig von den Serien.

    Um es kurz zu machen (kleiner Scherz!): Ich stimme Chris im Großen und Ganzen zu.

    MfG

    2Voq

    1. Hi 2Voq,
      du sprichst einen sehr interessanten Gedanken an, es ist in der Tat so, dass der Aufbau des Films, die Platzierung der Charaktere seltsam anmutet. Ist uns nur so am Rande aufgefallen, aber gut, dass du es nochmals auf den Punkt gebracht hast. DIe Szenen auf Genesis sind für mich nicht sonderlich spannend, natürlich weil die Wahl der Charaktere hier unpassend scheint. Leider kommt auch Uhura extrem kurz in dem Film, denn sie darf anfangs einen Crewman in einen Schrank einsperren und am Ende ist sie plötzlich auf Vulkan und hat da nicht mal mehr Text.
      Nach wie vor sehr angenehm, wenn wir den Film ein zweites Mal Revue passieren lassen können, durch deine Wahrnehmung. Interessant auch deine Informationen aus anderen Podcasts, wobei ich die von TaD immer direkt im Anschluss an unsere Besprechungen höre (vorher würde meine Meinung beeinflussen) und die Folgen vom Trekcast sind mir alle bekannt, aber schon so lange her. Vielleicht höre ich da auch mal wieder rein, denn ich mag die drei sehr gerne.

      Wie bereits versprochen werden wir uns kommenden Freitag nochmal eingehend mit dem Genesis-Problem und Spocks Credo auseinandersetzen. Du kannst dich jetzt schon auf eine Folge mit deutlicher Überlänge freuen. Auch wir können uns kurz fassen, wenn wir wollen (hehe).

      LG
      Chris

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