Folge 082 – TNG – Brieffreunde & Zeitsprung mit Q

Diese Woche fragen wir uns, ob Betazoid-Katzen wohl auch Gedanken lesen können, um danach zu ergründen, was die Borg wohl mit Batman und Star Wars zu tun haben.

Viel Spaß!

3 Gedanken zu „Folge 082 – TNG – Brieffreunde & Zeitsprung mit Q“

  1. Hallo Anja und Chris!

    Zu “Brieffreunde”:
    Grundsätzlich bin ich eurer Meinung. Die Story um Sarjenka ist mir jedoch etwas ZU rührselig. Picard hat viel Ähnlichkeit mit Spock, Data und anderen Charakteren: Sie werden alle mit bestimmten Eigenschaften und Verhaltensweisen eingeführt, z.B.: Spock denkt und handelt logisch, er unterdrückt seine Emotionen; spannend wird es für diesen Charakter aber erst dann, wenn er das genaue Gegenteil tut, nämlich UNlogisch zu denken und zu handeln bzw. wenn er doch mal Emotionen zeigt. Bei Picard sehe ich das ähnlich. Er sagt schon im Pilotfilm, dass er nicht mit Kindern umgehen kann. Wir haben aber schon die eine oder andere Folge gesehen, in der das ein wenig widerlegt wird (z.B. in “Die Sorge der Aldeaner”) und hier wird sein Herz wieder von einem Kind berührt. Ich frage mich auch, was aus dem Gesangsstein wird. Sarjenkas Gedächtnis hat Pulaski gelöscht, aber den Stein behält die Kleine doch wohl, oder?

    Bei dieser Folge kann man viel über die Oberste Direktive diskutieren. Wer hat sie eigentlich aufgestellt? Das war sicherlich kein Captain wie Picard, der sich tagtäglich mit schwierigen ethischen/moralischen Problemen auseinandersetzen muss! Ich finde es außerdem interessant, dass in den Serien selten (oder nie?) über ihre Ursprünge gesprochen wird. Wir sehen immer nur die Besatzungen, die sie umsetzen müssen. Auf mich wirkt die Oberste Direktive wie ein Ungeheuer, das von sesselfurzenden Bürokraten der Foderation erfunden wurde. Wenn ein fremdes Volk vor die Hunde geht, obwohl Hilfe möglich gewesen wäre, kann man sich auf die Oberste Direktive berufen. Dann klopfen sich alle gegenseitig auf die Schulter und freuen sich darüber, dass sie eingehalten wurde. Suuuper…!

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    Zu “Zeitsprung mit Q”:
    Ich hatte mir vor einiger Zeit die Diskussion zu eben dieser Episode im Podcast “Chateau Picard” mit Pia und Flo angehört:
    https://www.chateau-picard.de/zeitsprung-mit-q-who/
    Die beiden sprechen relativ lange über die Nettigkeit, die Gomez dem Replikator entgegenbringt. Sie bestellt sich einen Kakao und sagt dabei “Bitte” und “Danke”. La Forge meint daraufhin, dass sie das normalerweise nicht tun. Meiner Meinung nach ist das eine spannende Diskussion über die Art, wie Menschen in der Sternenflotte mit ihrer Technik umgehen. Dasselbe Thema hatten wir schon in “Wem gehört Data?” und bei den Borg geht es auch genau darum: Wie benutzt eine fortgeschrittene Zivilisation ihre Technologie? Die vorherige Folge “Brieffreunde” zeigt den idealisierten Umgang der Sternenflotte mit ihrer Wissenschaft und Technik, die Borg sind wie ihr richtig sagt das Gegenteil der Föderation. Sie sind auch ein viel besseres Gegenteil als das dumme und unglaubwürdige Terranische Imperium im Spiegeluniversum! 🙂

    Die El-Aurianer geben mir einige Rätsel auf. Sie sehen genauso aus wie Menschen, sind aber Aliens. Ein bisschen Make-Up wäre schon drin gewesen, finde ich! Außerdem verfügen sie über bestimmte Kräfte, mit denen Guinan sogar Q in Schach halten kann. Wir wissen nichts über diese Fähigkeiten, geschweigedenn, inwiefern Q davon beeinflusst wird. Worin bestehen diese Fähigkeiten? Wieso macht Guinan diese merkwürdige Geste in Q’s Richtung und warum “antwortet” er mit einer ebenso seltsamen Geste? Handelt es sich um eine Art von Telepathie oder Telekinese? Warum besitzen sowohl die Q als auch die El-Aurianer diese Kräfte? Jedenfalls ist es ein Widerspruch: Die Zivilisation der El-Aurianer wurden von den Borg vernichtet, die letzten Überlebenden verteilten sich danach über die Milchstraße. Warum setzten sie ihre Kräfte nicht gegen die Borg ein? Q würde bestimmt nicht so einen Terz machen, wenn Guinan einfach nur seltsame Gesten machen würde, oder?

    Picard fragt bei der Diskussion mit Q im Zehn Vorne: “How can we be prepared for that which we do not know?”, also “Wie sollen wir uns auf etwas Unbekanntes vorbereiten?” Nun ja, in “Prüfungen” sagte der Lehrer/Prüfer Chang zu den vier Anwärtern: “Expect the unexpected.”, “Erwartet das Unerwartete.” Wenn schon die Anwärter der Sternenflottenakademie mit dem Unbekannten/Unerwarteten rechnen müssen, dann sollte die Crew des Flaggschiffes das erst recht tun! 😉

    Q wirft den Menschen Überheblichkeit vor. Ich finde aber, dass v.a. Picard überheblich ist! Ihr sagt es ja auch: Guinan warnt ihn MEHRMALS vor den Gefahren in diesem Teil der Galaxis, aber er ignoriert das einfach. Spätere Episoden zeigen, dass Picard und Guinan befreundet sind und er sie oft bei schwierigen Entscheidungen um Rat fragt. Wieso hört er dann nicht einfach auf sie!?! Sein Verhalten passt auch nicht zur Folge “Der Reisende”. Da befand sich die Enterprise in einer ähnlichen Situation: Der Reisende hatte sie Milliarden Lichtjahre weit in eine ferne Galaxie geschleudert. Picard wollte damals KEINE Erforschung dieses Gebietes betreiben, sondern einfach nur zurückkehren. Jetzt bekommt er von seiner Freundin Guinan sogar unmissverständliche Warnungen und kümmert sich nicht darum?! Daraus werde ich nicht schlau!

    Die Borg sind ein gutes Beispiel für die vielen schönen, spannenden Ideen von Star Trek. Obwohl sie hier noch unausgereift dargestellt werden, gefallen sie mir sehr gut. Sie haben die Fremdartigkeit, die ich von JEDER außerirdischen Spezies erwarte. 99,9% aller Aliens ins Star Trek sind extrem menschenähnlich (z.B. die El-Aurianer), bei den Borg erkennt man zwar die humanoide Gestalt, aber das ist schon alles. Sie sind vollkommen dezentral und haben keine Anführer, keine Offiziere, keine Hierarchie, sie sind über ihr Hive-Bewusstsein ständig miteinander verbunden und müssen darum in einer neuen Situation keine Vorgehensweise ausarbeiten oder diskutieren. Jeder Teil ihres Kollektivs ist austauschbar und kann jederzeit durch ein anderes, identisches Teil ersetzt werden. Wie bekämpft man einen solchen Gegner? Diese Prämisse der Borg ist echt toll! Mal schauen, was die Autoren in den folgenden Episoden und Staffeln daraus machen.

    Ihr seid der Meinung, das Q den Menschen hilft, indem er ihnen ihre Arroganz vor Augen führt. Ja, das kann man so sehen. Mir fällt aber auch eine ganz andere Interpretation dazu ein.
    Die Borg hatten ja schon einige Außenposten der Föderation und der Romulaner entlang der neutralen Zone zerstört, sich aber bislang nicht auf einen offenen Konflikt eingelassen. Durch Q kamen sie jetzt direkt mit dem Flaggschiff der Sternenflotte in Kontakt und konnten dabei ihre umfangreichen Datenbanken analysieren, die Stärke ihrer Waffen und Schilde testen, ein Stück aus dem Schiff inkl. 18 Crewmen heraustrennen sowie ihre Kampftaktik analysieren. Dadurch haben sie garantiert viel mehr Infos gesammelt als durch die Zerstörung einiger Außenposten, deren Bewohner vielleicht zum größten Teil Zivilisten waren und wenig von der Sternenflotte wussten. Ich denke, dass die Borg durch dieses Ereigniss erst richtig auf die Sternenflotte aufmerksam geworden sind und nun viel mehr Gründe haben, sie zu bekämpfen!
    Versetzt euch mal in den Hive-Mind der Borg: Ihr wisst, dass es in einem entfernten Teil der Galaxis humaoide Völker wie die Menschen und die Romulaner gibt. Ihr wisst von der Föderation und wahrscheinlich auch das eine oder andere über die Sternenflotte. Ein paar Außenposten sind euren Expeditionsstreitkräften schon zum Opfer gefallen. Die Daten, die dabei assimiliert wurden, lassen aber darauf schließen, dass hier keine Gefahr droht oder diese Spezies einfach unbedeutend ist. Plötzlich dringt ein Raumschiff der Menschen in euren Raumsektor ein. Ihr stellt euch darum ein paar Fragen: Wie kommen die auf einmal so unvermittelt hierher? Sind das dieselben, von denen wir schon erfahren haben? Besitzen sie vielleicht ein neues Antriebssystem, mit dem sie riesige Distanzen überwinden können? Wollen die etwa unser Gebiet erobern? Sind sie für uns doch gefährlich? Wir müssen sofort ihre Technik assimilieren und so viel wie möglich über sie herausfinden! Danach entscheiden wir, wie mit denen umzugehen ist. Vielleicht sind sie für uns doch interessanter als gedacht.
    Meiner Meinung nach ist Q’s Rolle hier zweischneidig: Einerseits hilft er den Menschen, andererseits befeuert er den Konflikt mit den Borg. Es kann aber durchaus sein, dass Q größere Pläne mit den Menschen hat und darum gezielt in ihre Entwicklung eingreift. Er weiß bekanntlich alles und kennt darum auch die Zukunft. Vielleicht gehört es zu seinem Plan, dass die Menschheit früher oder später einen Krieg gegen die Borg führen muss.

    LL&P

    2Voq

    1. Hallo 2Voq,

      ui, du hast dir interessante Gedanken gemacht. Die oberste Direktive ist in der Tat ein interssantes Thema über das es mehr nachzudenken gibt. Kirk hat ja mal angedeutet, er hätte die Direktive verfasst bzw. wäre mitverantwortlich dafür. Das halte ich für Quatsch, nicht nur weil es schon Jahre davor eine solche Direktive gegeben haben muss, auch aus dem Grund, den du anführst: dies ist das Werk von Bürokraten! Ich denke mal, die Leute, die einst die Charta aufsetzten, haben sich schon solche Gedanken gemacht. Vielleicht mochten sie die in Enterprise gezeigte Bevormundung durch die Vulkanier nicht und wollten dies anderen Kulturen nicht auch antun.

      Aber nun zu deinen Gedanken zu Zeitsprung mit Q.
      Faszinierende Interpretation! Man kann es wirklich auch als von Q erzeugte Prädestination sehen, er weiß was kommen wird, also muss er die Menschen da reinlotsen. Der Konflikt mit den Borg ist unausweichlich, also muss er beide aufeinander hetzen. Das hat in der Tat etwas Zweischneidiges: wohlwollend, für die Menschen, ja, aber auch die Borg mit der Nase auf eine mögliche Gefahr stubsen und somit den Kontakt mit den Borg vorwegnehmen. Vielleicht kennt er auch eine Zukunft, in der die Borg später auf die Erde treffen sollten und in der die Menschheit ausgelöscht werden würde, und diese Zukunft, übel wie sie ist (wie in der Folge “Parallelen” aus Staffel 7 wo es ein Universum gibt, dass komplett Borg-dominiert ist), wird durch Qs Eingreifen verhindert. Grundlegend halte ich Q für einen guten Charakter, der hier und da eine sehr eigentümliche, wenn nicht perverse Art hat, Hilfe zu geben. Hauptsache niemand sieht es als Hilfe, dann wäre er entlarvt 😉

      Guinans Gesten habe ich gar nicht als Kräfte aufgefasst, wahrscheinlich auch, weil es nie wieder zum Tragen kommt, die El-Aurianer (deren Name erstmals in DS9 fällt und Guinan erst in Generations dieser Spezies zugeordnet wird) hätten eventuell irgendwelche speziellen Kräfte. Es wirkt irgendwie seltsam, befremdlich, wie Kinder auf dem Spielplatz, die Abschießen spielen oder Star Wars, wo sie sich gegenseitig mit Würfegriff und Schubskräfte bekämpfen.

      In diesem Sinne
      LG
      Chris

      1. Hallo Chris!

        Ich möchte dich noch auf einen Versprecher hinweisen, der in meinen 1. Kommentar nicht mehr reingepasst hat. Du sagst nämlich nach 1 Stunde und 10 Minuten “…das Kind wird eingeschläfert…”. Beim Anhören musste ich an dieser Stelle laut lachen! 😉

        LL&P

        2Voq

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